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Vom Pullover zur Wichshülle – Die Geschichte des besten Sexspielzeugs für Männer

Unser Autor hatte mit diesem Penis-Pulli den intensivsten Orgasmus seines Lebens. Und ja, der wird auch nach Österreich geliefert.

von Brian Moylan
05 August 2016, 11:02am

Fleshlights, das Bettgestell, Fleischberge, schweineteure Sexpuppen mit leerem Blick oder auch Fickefüße. Manche Männer gehen wirklich weit. Bei dieser Vielzahl an Möglichkeiten überrascht es mich, dass ich bis jetzt nur selten davon gehört habe, dass es Männer ihren Gliedern mithilfe von Pulloverärmeln schön warm und bequem machen.

Ein Freund schickte mir vor Kurzem den Link zum "Swoon Kink"-Etsy-Shop, wo man sich aus Kaschmir hergestellte Fesseln, Peitschen und auch Masturbationshüllen bestellen kann. Diese Hüllen sehen aus wie Miniatur-Kaschmirpullover mit umgeschlagenem Kragen und es gibt sogar eine Variante mit Kapuze. Zwar stand ich dem Konzept von Wolle um den Penis erst noch etwas skeptisch gegenüber, aber ich bestellte mir dann trotzdem eine blau-braun-gestreifte Hülle.

Als dann ein paar Tage später der Paketbote klingelte, war ich erstmal überrascht, wie professionell die Verpackung aussah. Meine kleine und flauschige Masturbationshilfe schmiegte sich um einen ausgeschnittenen Kartonpenis, dessen Spitze ein Prinz-Albert-Piercing zierte. Und das am unteren Teil angebrachte "Swoon Kink"-Emblem ließ das Produkt wie ein Accessoire aus einem Luxusladen aussehen—und nicht wie ein im Internet gekaufter Schwanzwärmer.

Nach einem kurzen Abstecher zu PornHub war ich bereit, in meinen neuen Rollkragenpullover zu schlüpfen. Sich mit dem Pleasure Sweater einen runterzuholen, fühlte sich dann ungefähr so an, als hätte einer der Muppets meinem Penis eine Ladung MDMA gegeben, sich dann damit vergnügt und mich so zum intensivsten Orgasmus meines Lebens gebracht. Ich habe nur selten eine so angenehme Erfahrung gemacht. Der gerippte Teil der Hülle passte sich perfekt an meinen Schaft an und der sanfte Druck war nicht nur unglaublich lustfördernd, sondern verhinderte auch ein Abrutschen der Masturbationshilfe.

Der weiche Stoff verursachte eine Reibung, die sanft zur Haut war und gleichzeitig ein intensives Gefühl hervorrief. Wo normalerweise nämlich nur der Kontakt zwischen Hand und Penishaut stattfindet, sprach die Kaschmirhülle alle Nervenenden gleichzeitig an. Und das hatte eine heftige Stimulation zur Folge. In anderen Worten: Meinem Penis blieb gar keine Zeit, sich irgendwie zu beruhigen.

Natürlich musste ich beim Abspritzen auch ein wenig aufpassen, denn Sperma bleibt schnell am Kaschmir kleben. Zum Glück lässt sich die Hülle mit kaltem Wasser aber gut abspülen. Und ich weiß nun, dass man selbst Wichslappen ab und an mal waschen muss—vor allem die Luxusvariante.

Susanna Gray ist eine 54 Jahre alte, aufgeschlossene und sexpositive Frau aus dem US-Bundesstaat Minnesota. Sie steckt hinter den Masturbationshüllen. Eigentlich arbeitet sie als Verpackungsdesignerin, hat aber auch ein Händchen fürs Nähen. Nachdem sie selbst ein Paar fingerlose Handschuhe hergestellt hatte, meinte ihr Ehemann: "Weißt du, wo die sich bestimmt gut anfühlen würde?" Dabei deutete er auf seinen Schritt und Susanna entschied sich dazu, ihm eine kleine Überraschung zu bereiten.

Diese Überraschung gefiel ihrem Mann sehr und im Jahr 2010 stellte Susanna ihre Erfindung im Sexshop Smitten Kitten vor. Die Betreiber bestellten dann direkt eine Ladung der Hüllen und baten die geschickte Schneiderin außerdem darum, sich doch auch mal an Fesseln, Peitschen, Augenbinden und so weiter zu versuchen. Dieser Bitte kam Susanna mit Freuden nach. Heute verkauft sie ihre Hüllen über Smitten Kitten und andere Geschäfte. Aber auch ihr Etsy-Shop läuft gut.

"Manche Männer bevorzugen [bei der Masturbation] die glitschige Variante, während andere eben eher auf Reibung stehen. Das wusste ich nicht", lacht Susanna. "Meine Hülle spricht jedoch genau diese Reibungsliebhaber an. Früher hatte es für sie noch keine Hilfsmittel gegeben, aber diese Lücke konnte ich zum Glück mit einem Luxusprodukt füllen."

Den Anfang des Herstellungsprozesses bilden im Second-Hand-Laden gekaufte Kaschmirpullover, die Susanna in der Waschmaschine wäscht, um das Material dichter und resistenter zu machen. Anschließend näht sie das Ganze in die Hüllenform und schickt es hübsch verpackt an Reibungsliebhaber auf der ganzen Welt. Laut eigener Aussage kann Susanna ihr Unternehmen derzeit nicht vergrößern, weil sie alle Produktions- und Verkaufsschritte derzeit immer noch selbst übernehmen muss.

Und dennoch macht es Susanna auch weiterhin unglaublich viel Spaß, so vielen Menschen ein besseres Masturbationserlebnis zu verschaffen. Und sie sieht ihr Produkt auch nicht wirklich als versaut oder schmutzig an. "Es ist doch so weich und süß und war früher mal ein Pullover", betont sie. "Für mich ist das perfekt."