Anzeige
überraschung

Ein Priester hat den Hintern von Jesus als Zeitkapsel benutzt

Die Wege des Herrn mögen unergründlich sein, aber Menschen sind auch nicht zu unterschätzen.

von River Donaghey
04 Dezember 2017, 3:34pm

Wer schon mal eine Zeitkapsel gebaut hat, weiss: Das richtige Versteck zu finden, ist der schwierigste Teil des Unterfangens. Immerhin soll das Ding möglichst lange unentdeckt bleiben, damit Jahrhunderte später Menschen bei seinem Fund ins Staunen geraten.

Einem spanischer Priester aus dem 18. Jahrhundert ist das ausgezeichnet geglückt. Sein auserkorenes Versteck: Jesu Christi heiliger Hintern. Wer würde da auch ein Souvenir für Normalsterbliche erwarten?

Laut spanischen Medien arbeiteten Kunstrestaurateure in der Kirche Santa Águeda im Dorf Sotillo de Ribera (Provinz Burgos) an einer alten Jesus-Holzstatue namens "Cristo del Misere". Angestellte der Restaurationsfirma Da Vinci Restauro bemerkten dabei eine Öffnung am Hintern der hohlen Statue. Vermutlich hörten sie in ihrer Vorstellung die Indiana Jones-Titelmelodie, als sie eine geheimnisvolle Schriftrolle aus dem Allerwertesten des Messias holten.

Als eine Art schriftliche Zeitkapsel beschreibt das Dokument den Alltag im 18. Jahrhundert in dieser Ecke Spaniens. Der Autor war Joaquin Minguez, ein Priester der Kathedrale von Burgo de Osma. Er soll die Schriftrolle circa 1777 durch einen Spalt in die Statue gesteckt haben, damit Menschen sie in ferner Zukunft wieder aus dem Arsch Christi ziehen können.

Und fast 250 Jahre später ist genau das passiert. Als der Priester seinen Brief an die Zukunft schrieb, stand die Jesus-Statue noch in Minguez' Kathedrale in Zentralspanien. Seine Zeitkapsel deckt laut El País eine grosse Bandbreite an Lebensbereichen ab – der Staat Spanien, die wirtschaftliche Lage in Minguez' Stadt, aktuelle Trends und berühmte Leute, aber auch die Auswirkungen von Malaria und Typhus.

Vertraute historische Hobbys

Zum Beispiel erfahren wir, dass die Einheimischen damals in ihrer Freizeit gerne "Karten" und "Ball" spielten – vermutlich heute noch so wahr wie vor 250 Jahren. Ausserdem tranken sie gern Wein – wieder ein zeitloses Hobby – und die örtlichen Winzer konnten sich seit Jahren über gute Ernten freuen.

"Wir sind sprachlos", sagt der örtliche Historiker Efren Arroyo gegenüber Da Vinci Restauro. "Statuen sind häufig hohl, aber es ist wirklich einzigartig, dass in einer solchen Statue ein handgeschriebenes Dokument liegt."

Berichten zufolge will die Restaurationsfirma das Original der schriftlichen Arschkapsel dem Erzbischof schicken, doch eine Kopie soll zurück an ihr lauschiges Versteck gelegt werden. Auch der genaue Inhalt ist noch nicht öffentlich. Allerdings hat Da Vinci Restauro die Entdeckung des Dokuments in einem Video nachgestellt, damit wir alle an diesem historischen Augenblick teilhaben können.

In dem Video sehen wir zwei Restaurateurinnen, die ein Stück von Jesu Hintern entfernen und dann ein aufgerolltes Stück Papier darin finden – wie ein grosses, überaus heiliges Ü-Ei. Die Musik zu dem Clip klingt aus unerfindlichen Gründen wie aus Curb Your Enthusiasm oder Versteckte-Kamera-Clips, aber wer der Menschheit schon einen Gefallen tut und Zeitkapseln im Hintern Gottes findet, darf seine Videos auch lustig gestalten.

Oben kannst du dir den Clip ansehen – und dann gemeinsam mit uns träumen, welche uralten Schätze sich wohl noch in restaurationsbedürftigen Ärschen verstecken.

Folge VICE auf Facebook und Instagram.