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Wochenende ist vorbei

Hangover-News, 26. Juni 2017

Zürcher Callcenter-Mitarbeiter mit ausländischem Namen sollen diesen vor Kunden lieber verschweigen und auf Mallorca taucht ein Hai auf.

von Christian Fahrenbach
26 Juni 2017, 7:37am

Ende des Ramadan, Pride Marches in Toronto und New York und jede Menge Nachwehen von Sonnenwendpartys: Es gab am Wochenende viel zu tun. Da loben wir uns doch diese beiden Hunde, die entspannt zum Strand gehen und ein paar Runden auf dem Surfbrett drehen.

Wer noch nicht genug von Hunden hat: Wir kommen in unserem News-Überblick noch einmal auf die Tiere zurück. Daneben: warum der nun freigelassene älteste Gefängnisinsasse der USA gar kein netter Opa ist; und was es mit dem Hai-Alarm auf Mallorca auf sich hatte. Und zum Schluss gibt's noch eine Drogengeschichte aus Bremen, Protagonist: eine Einkaufstüte mit Cannabis. Willkommen bei den Hangover-News.

Ein 100-jähriger Ex-Mafia Boss wurde aus dem Gefängnis entlassen

Wenn ihr denkt, dass es bis zu eurem Freitag immer zu lange dauert, dann nehmt euch ein Beispiel an John "Sonny" Franzese: Der 100-Jährige war bis zum Wochenende der älteste Gefängnisinsasse der USA und ist nun aus der Haft entlassen worden.

Besonders der Sohn des Ex-Mafia-Bosses feierte das auf Twitter.

Ursprünglich war Franzese 1967 wegen Bankraubs zu 50 Jahren Haft verurteilt worden, hatte von dieser Strafe aber nur 35 Jahre abgesessen. Den Rest der Zeit kam er immer wieder zur Bewährung frei – und immer wieder hat er es versaut. Zuletzt kam er 2010 aus dem Gefängnis, erpresste dann eine Pizzeria und mehrere Stripclubs und wurde 2011 mit Anfang 90 wieder zu acht Jahren Gefängnis verurteilt. Das FBI behauptet, Franzese prahlte damit, für 60 Morde verantwortlich zu sein – nachgewiesen werden konnten die ihm aber nicht.

Callcenter-Mitarbeitern von Swiss Life wird empfohlen, ausländisch klingende Namen zu verschweigen

Foto: Pixabay | Inproperstyle | CC0

Angestellten des Swiss-Life-Contact-Centers in Zürich, die für Deutschschweizer Ohren einen ausländisch klingenden Namen haben, wird die Möglichkeit geboten, diesen bei Kundenanrufen nicht zu verwenden. Dies zeigt eine Recherche der Sonntagszeitung.

Den betroffenen Mitarbeitern wird konkret nahegelegt, sich bei Kunden mit einem schweizerisch anmutenden Falschnamen zu melden. Im Bericht heisst es, dass die Mitarbeiter so die Kundenzufriedenheit steigern können. Aliasnamen würden verwendet, um die Kommunikation zu vereinfachen, sagt der Lebensversicherungs-Konzern dazu auf Anfrage der Zeitung. Bei komplizierten Vor- und Nachnamen bestehe die Gefahr, dass die Kunden die Namen nicht verstünden. "Das hat mit Diskriminierung nichts zu tun", heisst es in der Stellungnahme.

Die Grünen haben Peter Pilz aus dem Nationalrat gekickt

Am Sonntag fand der Grüne Parteitag statt, bei dem der Grüne Sicherheitssprecher und Eurofighter-Aufdecker für den vierten Listenplatz kandidierte, im dritten Wahlgang jedoch von Jungpolitiker Julian Schmid überholt wurde. "Es ist eine klare, eindeutige, demokratische Entscheidung. Ich nehme das Ergebnis zur Kenntnis und bedanke mich für 31 Jahre als grüner Abgeordneter. Ich werde meine Arbeit bis zur Wahl eines neuen Nationalrats fortsetzen. Und dann beginnt für mich ein drittes Leben – sehr spannend. Vielen Dank und auf Wiedersehen", sagte Pilz laut Standard.

In den sozialen Medien schlug die Abwahl von Pilz hohe Wellen:

Hai-Alarm auf Mallorca

Nicht ganz so zen wie die Surfer und Hunde aus unserer Einleitung waren die Badegäste auf Mallorca, die am Samstag plötzlich einen zwei Meter grossen Blauhai neben sich im Wasser gesehen haben.

Nach ein paar Minuten schwamm das Tier aber wieder davon. Blauhaie kommen häufiger im Mittelmeer vor; dass sie so nahe an den Strand kommen, ist aber ungewöhnlich. Am Sonntagmorgen gab es dann eine zweite Sichtung. Und nach einer dritten Sichtung an dem Tag hat die Küstenwache einen Blauhai gefangen und getötet. Ob es jedes Mal dasselbe Tier war, ist nicht sicher.

Die Hündin Brynneth Pawltro ist Bürgermeisterin von einem US-Dorf

Sie trägt einen schnittigen Namen und scheint einen ehrbaren Charakter zu besitzen, da liegt's doch nahe, es mit einer Karriere in der Politik zu versuchen. Brynneth Pawltro hatte mit diesem Plan sogar Erfolg und ist im November mit rund 3.300 Stimmen zur neuen Bürgermeisterin von Rabbit Hash in Kentucky gewählt worden. Jetzt lebt sie sich im neuen Amt ein und ihre Geschichte ging am Wochenende noch einmal viral. Aufgeschlossen sei sie nämlich und sie habe ein grossartiges Lachen, sagen ihre Bürger. Ihre Hauptziele laut Facebook-Seite: "Frieden, Liebe und gegenseitiges Verständnis".

Ach ja, eins noch: Pawltro ist ein drei Jahre alter Rettungs-Pitbull. Sie ist bereits der vierte Hund, der zum Bürgermeister von Rabbit Hash gewählt wurde.

Hintergrund der skurrilen Story: Das Dorf ist mit rund 300 Bewohnern eigentlich zu klein für einen wirklichen Bürgermeister und richtet deshalb die Wahl zum Spendensammeln aus. Eine Stimme abzugeben, kostet mindestens einen Dollar, jeder kann so häufig wählen, wie er oder sie will. Von den rund 9.000 Dollar, die so zusammenkamen, soll der ausgebrannte kleine Supermarkt des Dörfchens wieder aufgebaut werden.

Möglicherweise nicht ganz so glücklich ist eine andere Hündin aus Kalifornien über ihren neuen Titel. In Pentaluma nahe San Francisco ist "Martha" als Siegerin bei der "World's Ugliest Dog Competition" von der Bühne gegangen. Immerhin ist dieser Preis für die Halterin mit 1.500 Dollar dotiert.

Warum eine Einkaufstasche mit Cannabis aus einem Fenster fiel

Kleiner Gewissenstest zum Abschluss: Was würdet ihr tun, wenn ihr die Strasse entlang geht und aus einem Fenster plötzlich eine Einkaufstasche langsam auf euch zufliegt? Was würdet ihr als Nächstes tun, wenn ihr diese Tüte fangt und seht, dass sie voller Cannabis ist? Ein 30-Jähriger in Bremen hat jedenfalls einfach versucht, mit dem Beutel zu verschwinden. Blöd halt, dass Zivilfahnder in der Nähe waren und ihm nun ein Strafverfahren droht. Der Typ, der die Tasche aus dem Fenster warf, um sie bei einer Hausdurchsuchung loszuwerden, war das eigentliche Ziel der Ermittler. Er ist 28 Jahre alt und war der Polizei schon bekannt. Er wurde genauso festgenommen wie zwei seiner Helfer. In der Wohnung des Mannes fanden die Ermittler noch mehr Cannabis, Zubehör und ein Messer – insgesamt stiessen sie auf mehr als 300 Gramm Drogen.