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Sex

Niesen, Weinen, Krämpfe – die seltenen Nebenwirkungen eines Orgasmus

Ach ja, deine Füsse können auch zum Höhepunkt kommen.

von Sheherzad Preisler
09 Mai 2017, 2:38pm

Foto: freestocks.org | Flickr | Public Domain

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Sex kann dich zwei Tage lang zufriedenstellen und deine Leistung im Job verbessern. Manchmal hat Sex – genauer gesagt der Orgasmus – jedoch auch unangenehme Nebenwirkungen. Zum Beispiel vergossene Tränen, Schmerzen oder sogar Krampfanfälle. Das geht aus einer aktuellen Studienzusammenfassung hervor.

Die Gynäkologen James Simon von der George Washington University School of Medicine und Anna Reinert vom University of Maryland Medical Center haben eine Liste von "periorgasmischen Phänomenen" – also aussergewöhnlichen Reaktionen beim Höhepunkt – zusammengestellt. Auf Grundlage dieser Liste suchten die beiden dann in der wissenschaftlichen Literatur nach Fällen dieser (zugegeben seltenen) Reaktionen.

Die Liste der Orgasmus-Nebenwirkungen beinhaltet Dinge wie Lachen, Weinen, Niesen oder kurzzeitige Schwächeanfälle. Zwar gibt es keine medizinische Abhandlung, die sich um Lach-Orgasmen dreht, aber die beiden Ärzte stiessen auf eine Dating-Kolumne, in der sich eine Frau darüber beschwert, dass sich ihr Freund beim Abspritzen immer kaputtlacht.

Weinen und Depressionsgefühle nach dem Sex fallen unter den Überbegriff der postkoitalen Dysphorie. Andere Forschungen haben jedoch gezeigt, dass zwischen dem Orgasmus und postkoitaler Dysphorie kein direkter Zusammenhang besteht. Manche Leute waren nämlich auch nach Sex schlecht drauf, bei dem sie nicht gekommen sind. Deshalb merken die Autoren auch an, dass es sich hier nicht um ein Phänomen ausschliesslich nach dem Höhepunkt handelt.


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Beim Niesen geht die medizinische Welt davon aus, dass die (in diesem Fall sexuelle) Stimulation nicht nur einen, sondern gleich mehrere Teile des parasympathischen Nervensystems aktiviert. Dabei niesen vor allem Männer nach dem Orgasmus. Einige von ihnen leiden sogar am sogenannten "postorgasmischen Krankheitssyndrom". Dieses Syndrom geht mit grippeähnlichen Symptomen einher, die zwischen vier und sieben Tage lang anhalten können.

In einigen Berichten ist auch von Fuss-, Ohren- oder Gesichtsschmerzen die Rede. Zwischen fünf Minuten und drei Stunden andauernde Kopfschmerzen werden ebenfalls erwähnt. In den Nachforschungen zu den Fussschmerzen stiessen die beiden Gynäkologen auf den Fall einer 55-jährigen Frau, die nach einem Aufenthalt auf der Intensivstation in ihrem linken Fuss zufällig auftretende orgasmische Gefühle verspürte. Und wenn sie einen klitoralen oder vaginalen Orgasmus hatte, kam ihr Fuss ebenfalls zum Höhepunkt. Ihre Ärzte vermuteten, dass das an beschädigten Nervenfasern lag, die nur teilweise verheilt waren.

Die Autoren beschäftigten sich auch noch mit extremeren Reaktionen, zum Beispiel Krampfanfällen. Diese Anfälle wurden als eine Art "Reflex-Epilepsie" gedeutet – ausgelöst vom sexuellen Höhepunkt. Einige Menschen hatten bereits mit Krampfanfällen zu kämpfen, bevor diese auch in einem sexuellen Zusammenhang auftraten. Andere hatten vor ihrer "Orgasmolepsie" keine derartigen gesundheitlichen Probleme.

Sex ist vielfältig. Kein Wunder, dass Orgasmen das ebenfalls sind. Wenn dein Partner oder deine Partnerin also beim nächsten Mal nach dem Höhepunkt loskichert, dann darfst du das nicht persönlich nehmen. Das Ganze ist nämlich sehr wahrscheinlich nur eine natürliche Reaktion des Körpers.

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