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Dieser Artikel ist vor mehr als fünf Jahren erschienen.
The VICE Guide to Europe 2014

Willkommen beim VICE Guide to Europe 2014

Inklusive Schweinefleisch, Anarchisten, Fahrräder, Rassisten, Kokain, Pizza, Techno, Fußballfans und Kellner.

von Alex Miller
17 Juli 2014, 3:00pm

Illustration von Sam Taylor

Hi, das ist der VICE Guide to Europe 2014. Ein Reiseführer, der alles hat: Schweinefleisch, Anarchisten, Fahrräder, Politiker, Fischer, Rassisten, Tränengas, Kokain, Pizza, Techno, Bier, Fußballfans, Bands und Kellner.

Seht selbst! Die Reihenfolge ist übrigens absolut wahllos:

BERLIN

„Die deutsche Hauptstadt ist eine der besten Partystädte des Planeten, ein Ort, wo alle deine Träume und dunkelsten Fantasien Wahrheit werden—wenn du es an den Türstehern vorbei schaffst.“—ZUM GUIDE

ZÜRICH

„Die Zürcher sind wunderschön, unnahbar und haben jede Menge dreckige Gedanken. Wir haben eine Anleitung, wie ihr euch in der inoffiziellen Hauptstadt der Schweiz zurechtfindet (sorry, Bern!).“—ZUM GUIDE

PARIS

„Die DJs sind immer noch Arschlöcher, die Kellner immer noch unverschämt und die großen Clubs immer noch scheiße ... Aber wir wissen, wie ihr das Beste aus Paris herausholt!ZUM GUIDE

LONDON

"Alles, was du über die schlimmste und beste Stadt der Welt wissen musst."—ZUM GUIDE

GLASGOW

"Edinburgh hat vielleicht das Schloss, das Parlament, die japanischen Touristen, die neoklassizistische Architektur und ja, die niedrigere Mordrate—aber Glasgow hat den ganzen Spaß."—ZUM GUIDE

AMSTERDAM

"Die beschauliche Haupstadt Hollands wird langsam erdrückt von reichen Amerikanern, die auf Rembrandts starren, und von den ständig wechselnden Perversen und Drogenabhängigen, die ihren Rotlichtbezirk verpesten ... aber mit unseren Tipps macht ihr's richtig."—ZUM GUIDE

BARCELONA

"Gaudí, Messi, das Mittelmeer und Partys, die die ganze Nacht dauern—wären da nur nicht immer die Straßenschlachten ..." – ZUM GUIDE

BUKAREST

"Ein magischer Ort, an dem man drinnen rauchen kann, wo die Wodkaflsche ein Viertel von dem kostet, was sie zuhause kostet, und wo der Laden erst zumacht, wenn wirklich der letzte damit fertig ist, das Ende des Kommunismus zu feiern."—ZUM GUIDE

KOPENHAGEN

"Eine Stadt voller Fleisch, Gras, Sex und Anarchisten—wie kann man sie nicht lieben?" – ZUM GUIDE

ATHEN

"Eine griechische Stadt, die schon immer wusste, wie man feiert. Die letzten Jahre hat sie noch dazugelernt, wie man kämpft."—ZUM GUIDE

WARSCHAU

"Wir haben die letzten 25 Jahre damit verbracht, den vom Kapitalismus propagierten absoluten, gedankenlosen Hedonismus zu verkörpern."—ZUM GUIDE

MAILAND

"Die attrakivsten Menschen in den besten Klamotten, die großartiges Essen und sich gegenseitig genießen."—ZUM GUIDE

LISSABON

"In der portugiesischen Hauptstadt ist es so heiß, dass wir gezwungen sind, auf der Straße feiern, bis zum Sonnenaufgang durchzumachen und alle Drogen zu dekriminalisieren ... YEAH!"—ZUM GUIDE

MADRID

"Scheiß auf Barcelona, wir können das besser"—ZUM GUIDE

PRAG

"Prag hat alles: Anmut, viel Geschichte, schwulenfreundliche Vibes und eine entspannte Haltung zu Drogen ... Leider haben wir aber auch endlos viele Touristen auf Junggesellenabschieden. Wir verraten dir gerne, wie du ihnen aus dem Weg gehst—außer du planst einen Junggesellenabschied!"—ZUM GUIDE

STOCKHOLM

"Wunderschöne Menschen, Rapper im Teenage-Alter, und krankhaft hohe Preise."—ZUM GUIDE

WIEN

"Im Grunde hat Conchita Wurst Mozart schon lange ersetzt."—ZUM GUIDE

Wie ihr seht, sind das Travel Guides für Leute, die in einer fremden Stadt Ferien machen (oder sich vor den Strafverfolgungsbehörden verstecken) wollen, aber du solltest dir auch die Guides zu Städten ansehen, die du schon kennst. Bestimmt wirst du dich sofort aufregen, weil wir mindestens 3 deiner Lieblingsorte vergessen haben, aber hey, man kann es wirklich nicht allen recht machen. 15 lokale VICE-Büros haben sich richtig ins Zeug gelegt und sehr ausführliche Guides geschrieben, damit ihr zu ihnen kommen und ihnen ihre Hauptstadt vermüllen könnt (plus Barcelona—Spanien hat gleich zwei geschrieben. Und in Italien haben wir uns für Mailand statt Rom entschieden, aber wir wissen nicht mehr genau, warum. Und Glasgow haben wir auch drin. Wir entschuldigen uns jedenfalls bei Irland, Belgien, Island, Norwegen, Russland, Slowenien, Kroatien, Serbien, allen Städten die keine Hauptstädte sind, und Rom. Wir wollten nicht eure Souveränität in Zweifel ziehen, uns ist einfach nur die Zeit ausgegangen). 

Obwohl man keine Stadt in 8.000 Wörtern erfassen kann, glauben wir trotzdem, dass die Guides ziemlich nützlich für jeden sind, der diese Metropolen besucht und sich darauf freut, sich da aus Nachtclubs werfen zu lassen, Landschaften anzustarren oder auf einer Demo Krawall zu machen, die ihn nichts angeht. 

Wir werden die von jetzt an jedes Jahr auf den neuesten Stand bringen, also vergesst nicht, nächstes Jahr wieder reinzuschauen. Sonst landet ihr am Ende in Berlins angesagtester Lesbenbar des letzten Jahres—und dann steht ihr ganz schön dumm da.

Während der Arbeit an diesen Guides haben wir auch ein paar interessante Dinge über Europa gelernt:

– Jeder hält die Taxifahrer in seiner Stadt für Gauner.
– Jeder hält seine Stadt für mehr oder weniger sicher, solange man sich nicht wie ein Idiot benimmt. Klingt irgendwie nach einer kollektiven Selbstwahrnehmungsstörung.
– Eine wirklich bourgeoise Stadt erkennt man an den Fahrraddiebstählen.
– In Osteuropa kommt man schwer an Drogen, aber alle Länder glauben, dass sie harte Trinker sind.
– In manchen Squats bekommst du eine Matraze, in anderen einen Stein in die Fresse.
– Niemand mag Heroinsüchtige.
– Rotlichbezirke sind immer deprimierend.
– Fast alle Länder glauben, Fleisch und Kartoffeln erfunden zu haben.
– Im Grunde teilen alle Europäer dieselbe Vorstellung vom perfekten Abend: sich auf der Straße zu betrinken.
– Die Musik in allen europäischen Charts ist immer noch beschissen.
– Es gibt viel mehr Burgerrestaurants in der westlichen Welt als noch vor zehn Jahren.
– Das schwedische Wort für "gern geschehen"—Varsågod—spricht man „War-so-gooood" aus—das klingt, als würde man in gebrochenem Englisch Krieg idealisieren. 

Dank an:

Sam Taylor, Kevin EG Perry, Barry Nicolson, David Georgi, Daphne Kokot, Julie Le Baron, Julien Morel, Alice Rossi, Andi Galdi Vinko, Juanjo Villalba, Alejandra Nuñez, Thanasis Troboukis, Ioana Moldoveanu, Mihai Popescu, Ian Moore, Caisa Ederyd, Adam Pesek, Hanna Herbst, Markus Lust, David Bogner, Mikołaj Maluchnik, Rui Marcal, Loes Koster, Thijs Roes, Raymond van Mil, Paul Geddis, NTS Radio, Neymar, Red Dog Saloon, Joe Bish, Lauren Martin, Jo Fuertes-Knight, Elektra Kotsoni, Simon Childs, Jamie Clifton, Kev Kharas.

War-so-goooood!