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Benimmregeln für Heteros in Schwulenbars

Wir Schwule finden es super, wenn Heteros mit uns abhängen. Aber für die Scheißheten, die vergessen, wie man sich zu benehmen hat, werden wir kurz die Regeln erklären.

von Brian Moylan
13 April 2012, 12:00am

Schwule sind heutzutage in allen angesagten Clubs willkommene Gäste. Aber mit Akzeptanz geht Verantwortung einher, sodass homosexuelle Partygänger im Laufe der Jahre bis ins kleinste Detail lernen mussten, sich in einer größtenteils heterosexuellen Umgebung wie ein Haufen trinkfester Barbara Karlichs zu benehmen, ohne irgendjemandem auf (oder an) den Sack zu gehen. Denn die Welt, in der wir leben, gehört nunmal leider den Heteros.

Leider kann man das von Heteros, die ihre schwulen Freunde in Homo-Kneipen begleiten, nicht behaupten. Wir finden es super, wenn heterosexuelle Leute mit uns abhängen, wirklich. Aber für die Scheißheten, die vergessen, wie man sich zu benehmen hat, wenn eine Regenbogenfahne an der Tür prangt, werde ich kurz die Regeln erklären. Zu diesem Zweck werden wir von Schwulenbars sprechen, da Lesbenbars, ähnlich wie Pandas in der Wildnis oder gute weibliche Folk-Sängerinnen, immer schwieriger zu finden sind.

Deine Vagina ist machtlos!

Das ist die wichtigste Lektion für alle Ladys, bevor sie einen Fuß in ein queeres Lokal setzen (es sei denn, es handelt sich um eine der sagenumwobenen Lesbenbars). Frauen sind es gewohnt, zuerst in Clubs gelassen und eingeladen, an der Bar schnell bedient zu werden und eigentlich alles tun und lassen zu können. Das ist so, weil Männer darauf aus sind, Frauen abzufüllen, um anschließend zu versuchen, sie ins  Bett zu kriegen. Jeder ist darauf aus, das seidene Band zwischen den Schenkeln einer Frau zu öffnen. In einer Schwulenbar ist genau das Gegenteil der Fall. Obwohl es Spaß macht, Frauen auf Schwulenpartys dabei zu haben, sind sie dort praktisch unsichtbar. Sie müssen vor der winzigen Toilette (die wahrscheinlich eh auch schon von Typen und Drag-Queens belagert ist) anstehen, sie können den DJ nicht mit Songwünschen nerven und der Barkeeper (der wahrscheinlich oben ohne arbeitet), wird sie als letztes bedienen. Herzlichen Glückwunsch Ladys, so fühlen sich Männer in Heterobars. Jetzt müsst ihr euch dran gewöhnen. Keine Anfälle, kein Nörgeln und kein Jammern, weil euch niemand auf ein Podest stellen (oder auf einer Go-Go-Bühne tanzen lassen) wird. Findet euch eine Nacht lang damit ab. Ihr seid immer noch schön und etwas ganz Besonderes, auch wenn keiner euch Getränke ausgibt oder in den VIP-Bereich einlädt. Hier will euch keiner ficken, also werdet ihr das verdammt nochmal einfach ertragen müssen.

Es ist Zeit, nach Hause zu gehen

Erinnert ihr euch, dass ich sagte, wir fänden es toll, wenn Heteros unsere Bars besuchen? Na ja, das stimmt nicht immer. Es gibt einige Bars, in denen wir euch nicht haben wollen. Das sind normalerweise diejenigen, die Jungs zu nächtlicher Stunde aufsuchen, um mit Fremden rumzumachen und sich in einer dunklen Ecke miteinander zu beschäftigen. Geht da nicht hin. Es ist egal, was eure Freunde sagen. Im Stahlrohr oder irgendeinem Laden, der nach männlichen Genitalien benannt ist oder irgendeinen unglaublich maskulinen Namen wie Asphalt, Ficken 3000 oder Wolf Bar trägt, ist kein Platz für euch. Typen, die auf Typen stehen, gehen dort hin, um flachgelegt zu werden, und auf heterosexuelle Leute aufzupassen, führt nicht dazu, auf der Schwanz-Skala zu punkten. Wenn deine Freunde da hin wollen, ist es Zeit, dir ein Stück Pizza zu holen und ein Taxi nach Hause zu nehmen. Meide außerdem Bars wie The Eagle, es sei denn, du willst von einer Horde Bären in Ledergeschirr, die sich gegenseitig die Jockstraps reiben, böse Blicke zugeworfen bekommen.

Niemand mag Cockblocker

Deinen „schwulen BFF“ (bitte benutz diese Bezeichnung niemals) davon abzuhalten, flachgelegt zu werden, ist eine Todsünde. Selbst, wenn du in einer gemischten, lahmen Lounge, Kellerbar oder einem Club bist. Wenn du zu irgendeinem Zweck dort bist, dann, um sein Wingman zu sein. Das Problem ist, dass dort niemand mit dir Sex haben will. Daher ist es besser, mit einem Rudel Schwuchteln in eine Schwulenbar zu gehen, sodass du du deine Aufmerksamkeit einem anderen schenken kannst, wenn einer dabei ist, jemandem näherzukommen. Sei nicht der Klotz am Bein, der sich einer aufkeimenden Liebesgeschichte in den Weg stellt, weil du jemanden brauchst, der mit dir zu dem Robyn-Song tanzt. Wenn du eine junge Liebe aufblühen siehst, verpiss dich verdammt nochmal oder such dir jemand eigenen, den du abschleppen kannst. So kommt jeder auf seine Kosten.

Mädchen müssen draußen bleiben

Mädels, wir haben kein Problem damit, auf eure Junggesellinnen-Abschiede mitzukommen, weil wir euch als Freunde lieben und unterstützen. Auch wenn wir es etwas beleidigend (und bezüglich der Genitalien inkorrekt) finden, dass ihr uns als „eines der Mädels“ bezeichnet. Wenn wir euch nicht kennen, haben wir jedoch kein Interesse daran, auf euren Partys zu sein. Das heißt, veranstaltet sie nicht in Schwulenbars. Wir wissen, dass ihr euch Stripper anschauen wollt, aber ihr müsst dazu einen Ort für Frauen finden. Geht zu den Chippendales oder zu Thunder from Down Under oder irgendeiner Strip-Nacht, die nur für Frauen gedacht ist. Lasst euch nicht in einer Go-Go-Bar für Schwule blicken, wo ihr kreischt und quiekt und die Stammgäste aus dem Weg schubst, um besoffen einen 10 Euro-Schein in einen kleinen Fetzen aus Elastan, der über einem fülligen, eingeölten Hinterteil gespannt ist, zu stecken. Für euch ist das vielleicht eine unartige Nacht—aber das ist unser Leben. Bitte respektiert das und veranstaltet eure Hochfrequenz-Feiereien an einem Ort, der eurem „großen Tag“ angemessen ist.

Hände weg

OK, Mädels, wir machen einen Deal mit euch. Wenn ihr unsere Schwänze nicht anfasst, gehen wir euch nicht an die Titten. Klingt das fair? Wir wissen, dass ihr es spannend findet, dass eure Geschlechtsteile uns nicht interessieren und dass ihr unsere Zauberstäbe berühren könnt, ohne dass sie sofort hochkant stehen. Aber das heißt nicht, dass unangemessenes Begrapschen erlaubt ist. Wir wollen nicht, dass irgendjemand in der Öffentlichkeit unser bestes Stück bearbeitet, es sei denn, er wurde dazu eingeladen. Also passt bitte auf eure Hände auf. Im Gegenzug werden wir versuchen, der Versuchung zu widerstehen, eure Titten zu berühren. Für schwule Männer ist es schwer, Möpse in Ruhe zu lassen, weil sie fremdartig und ziemlich amüsant sind (man nennt sie nicht umsonst Wonnekugeln), aber wir werden unsere dreckigen Griffel von ihnen fern halten, wenn man uns nichts Anderes sagt. Aber das bedeutet auch nicht, dass ihr unsere Hände auf sie pressen solltet. Eure entsprechen vielleicht nicht denen, auf die wir stehen.

Das hier richtet sich an die Gentlemen

OK, Heteromänner, dass ihr in einer Schwulenbar seid, bedeutet nicht, dass ihr unbedingt einen Schwanz im Arsch haben wollt. Daher könnt ihr aufhören, euch an eure Freundin zu klammern, als wäre sie eine Art Rettungsring für Heteros, der euch davor bewahrt, in einem Meer aus passivem Analverkehr zu ertrinken. Du musst nicht mit ihr Händchen halten oder rummachen und dir extra große Mühe geben, deine sexuelle Orientierung zu verkünden. Wir wissen schon, dass du hetero bist. Deine Schuhe haben es längst verraten, du musst dich nicht ständig wiederholen. Das ist etwas beleidigend. Und lass es mit Körperkontakt ruhig angehen. Wenn wir heterosexuellen Leuten beim Rummachen zuschauen wollen würden, könnten wir auch einfach an jeden anderen Ort in diesem ganzen Scheiß-Universum gehen.

Andere Länder, gleiche Sitten

Nur, weil die Schwulen in einer Bar wissen, dass ein Typ hetero ist, heißt das nicht, dass er nicht angebaggert wird. Vermutlich erhöht es sogar die Wahrscheinlichkeit, dass Kerle ihn anbraten wollen. Du weißt, wie sehr Heteros auf Mädchen-mit-Mädchen-Geschichten stehen? So geht es Schwulen mit Heteros, also werden sie versuchen, dich „umzudrehen“. (Es sei denn, du bist hässlich. Dann bist du absolut sicher.) Lass dich von der armen, verblendeten Seele einfach nett angraben, ohne beleidigend zu werden. Entweder das, oder du flirtest dich zu ein paar Gratisgetränken durch. Nur weil du nicht interessiert bist, heißt das nicht, dass du ihm nicht zeigen kannst, was du wert ist. Mindestens ein Mädchen hat das schon einmal bei dir gemacht, oder? Wenn dein neuer Liebhaber dich weiterhin bedrängt oder zu touchy wird, werde nicht fies zu ihm. Der ganze Raum wird sich gegen dich richten und dich schneller einen Schwulenhasser nennen, als du Laramie, Wyoming sagen kannst. Schütte ihm lieber wie in einer Folge von Denver-Clan deinen Drink über den Kopf. Damit löst du nicht nur dein Problem—du findest wahrscheinlich noch einen Haufen neuer Freunde.

Scheiß auf Cosmopolitans

Jetzt mal im Ernst: Es ist nicht 1997 und du bist nicht Carrie Bradshaw. Stell den Scheiß-Appletini hin und bestell dir ein Bier oder einen Vodka Tonic wie jeder andere auch.

 

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