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Wir haben Leute nach ihren schlimmsten Mitbewohnern gefragt

"Ich kam nach Hause und die Wohnung stand in Flammen."

von Justin Caffier
18 Mai 2016, 4:11pm

Illustrationen von Alex Jenkins

Allein leben ist ein Luxus, den sich immer weniger von uns leisten können. Die Lebenskosten, Kaufpreise und Mieten steigen, die Löhne bleiben gleich. Mehr junge Menschen behelfen sich mit kasernenartigen Wohnsituationen oder tun so, als sei ein Holzverschlag im Wohnzimmer einer anderen Person ein legitimer Ersatz für ein eigenes Wohnzimmer

Tja, und dem Rest von uns bleiben eben Mitbewohner. Ob du dir nun deine beste Freundin aus der Kindheit schnappst oder einen wildfremden Menschen aus den Weiten des Internets, im Grunde kannst du vorher niemals wissen, ob du im Begriff bist, deine Bude ins Vorzimmer der Hölle zu verwandeln.

Wir haben einige Leute gebeten, uns von ihren schlimmsten Mitbewohnern zu erzählen. Vergiss schimmelnde Abwaschberge und hochgeklappte Klobrillen—diese Leute spielen in einer etwas anderen Liga. Und wenn du meinst, dass du einmal in einer WG der schlimme Mitbewohner warst, stellen wir uns jetzt nur zu gern vor, dass sich jemand aus Rache an deinen Hygieneartikeln vergriffen hat.

Hat sich in meinem Bett einen runtergeholt – andauernd

Ich habe früher mit einem Typen zusammengewohnt. Eines Tages kam ich nach Hause und ging Richtung Schlafzimmer. Als ich den Türgriff in der Hand hatte, flog die Tür von alleine auf. Vor mir stand mein schweißglänzender Mitbewohner in nur einem knappen Paar Shorts.

Er ließ sofort einen Wortschwall darüber los, dass sein Laptop kaputt sei, und er seine Mails habe checken müssen. "OK", sagte ich, als er sich in sein Zimmer zurückzog.

Als ich später am selben Abend bemerkte, dass Safari geöffnet war (was ich nie benutze), sah ich meinen Browserverlauf an. Und siehe da, jede Menge Videos von irgendeiner Seite mit "Creampie" im Namen. Da ich eine regelrechte Veronica Mars bin, habe ich mir daraufhin eine App heruntergeladen, die deine Webcam in eine Überwachungskamera verwandelt. Die App fängt an, Fotos zu schießen, wenn sie Bewegungen vor der Kamera erkennt.

Die nächste Nacht verbrachte ich bei einem Freund, also kehrte ich erst spät am nächsten Tag zurück. Als ich nach Hause kam, sah ich in den Ordner, in dem die Überwachungsfotos abgelegt wurden, und BAM. Ich hatte einen ganzen Ordner voll Fotos von diesem Typen, wie er sich einen runterholt. Mit meinem Computer. Auf meinem Bett.

Ich wusste nicht sofort, was ich mit dieser Information tun sollte, also habe ich erst etwa einen Monat später etwas gesagt, als er anfing, wegen etwas total Bescheuertem mit mir zu streiten. Die Diskussion artete völlig aus, bis ich einfach schrie: "Wenigstens habe ich mir nicht mit deinem Computer auf deinem Bett einen runtergeholt!"

Er erstarrte und sagte, ich sei verrückt, weil ich mir so etwas "ausdenke", also sagte ich: "Äh, Alter, ich habe Fotos, die dich dabei zeigen." Ich habe noch nie jemanden so schnell die Fresse halten sehen. —Stephen, 29

Hat unsere Wohnung in Brand gesteckt

Ich wohnte in einer Fünf-Zimmer-Wohnung in New York. Es war so eine Art Partybude, und meine Mitbewohnerin war eine kleine Kifferin. Eines Nachts ließ sie in ihrem Zimmer eine Kerze auf einem Stuhl stehen und ging aus. Ein paar Stunden später erhielt ich einen Anruf von unseren Nachbarn, die sagten, es stünden unzählige Feuerwehrautos vor unserer Wohnung. Ich kam nach Hause und die Wohnung stand in Flammen.

Ihr Zimmer war am Ende das einzige, das verbrannte, doch die gesamte Wohnung—und damit all meine Sachen—wurde durch das Löschwasser zerstört. Mein Vermieter wollte nicht ans Telefon gehen, als wir ihn deswegen anriefen, denn er war chassidischer Jude und es war Samstag.

Außerdem hat die Brandstifterin es nie gestanden; die Feuerwehrleute mussten mir sagen, was passiert war. —Carol, 30

Hat sich auf die Seite meines Peinigers geschlagen

Ich habe im Ausland studiert, genauer gesagt in Roatan, Honduras. Einer der Männer in der Gruppe hat mich ständig sexuell belästigt. Einmal hat er mich in einen Pool geschubst, als ich ein weißes Kleid anhatte. Nichts blieb der Fantasie überlassen und ich war völlig gedemütigt. Er war ein erfolgreicher Baseballspieler, der die anderen Studierenden verbal angriff und mir mit Gewalt drohte, als ich ihn konfrontierte. Schließlich bat ich die Dozenten, ihn für sein Verhalten zur Rechenschaft zu ziehen. Ihre Reaktion trieb mich zur Weißglut, denn anstatt mir zu helfen, bezeichneten sie mich im Grunde als "Petze".

Meine Mitbewohnerinnen, von der eine in dieses Arschloch verknallt war, bestanden darauf, dass ich mir diese Belästigung selbst zu verdanken hätte, und das obwohl ich kaum je ein Wort mit dem Typen gewechselt hatte. Sie behaupteten alle, er verhalte sich nur so, weil ich ihn ignorierte. Sie legten ihre Argumente für meine Schuld eines Abends beim Essen vor dem ganzen Kurs dar, sodass unser Dozent es hören konnte. Ich entschuldigte mich und ging zurück in unseren Bungalow. Und dort pinkelte ich ihnen allen ins Shampoo, weil sie mich nur noch weiter erniedrigt und die Rape Culture noch weiter gestärkt hatten, anstatt einer Schwester zur Seite zu stehen. —Christy, 28

Hat unser Zimmer vollgeschissen

Im ersten Uni-Jahr teilte ich mir mein Zimmer im Studentenwohnheim mit einer Wildfremden. Wir waren nicht die besten Freundinnen geworden, aber sie war nett, und die ersten paar Monate verhielt sie sich auch noch ziemlich zivilisiert.

Eines Donnerstagabends glühten wir zusammen im Wohnheim vor und gingen dann auf unterschiedliche Partys. Als ich später an jenem Abend in unser Zimmer zurückkehrte, war unsere Tür unverschlossen, alle Lichter waren an, der Fernseher plärrte und meine Mitbewohnerin lag mit dem Gesicht nach unten auf dem Bett. Sie trug nur ein T-Shirt und ihr Kissen war voll mit schwarzem Erbrochenem. Ihr Unterkörper war nackt, und etwas, das nur menschliches Exkrement sein konnte, war die Rückseite ihrer Beine und ihre Fußsohlen hinuntergelaufen. Auch auf dem Teppich war überall Scheiße, und im Mülleimer. (Wenigstens hat sie versucht, die Schweinerei wegzumachen?) Ich zog die Tür langsam wieder zu und dachte: "Für sowas bin ich nicht gewappnet."

Ich ging zum Aufpasser unseres Stockwerks, der einen Krankenwagen rief. Meine Mitbewohnerin wachte auf und verbrachte die Nacht im Krankenhaus. Ich verbrachte die Nacht hingegen damit, mit zwei sehr mutigen Freundinnen gegen die Ekelhaftigkeit meines Zimmers vorzugehen. Gegen vier Uhr morgens, als wir noch immer vom Gestank menschlicher Ausscheidungen würgen mussten, tauchte ein Mann in einem Chemieschutzanzug auf. Er hatte Industriereiniger dabei und sagte, ich solle ihm für den Rest der Nacht meinen Schlüssel geben. Ich schlief bei einer Freundin den Korridor runter auf dem Boden, ging am nächsten Tag zu einer wichtigen Prüfung, und als ich wieder in mein Zimmer zurückkehrte, war es so gut wie neu. Meine Mitbewohnerin hatte zur Entschuldigung eine Tüte M&M's auf dem Bett liegengelassen, und dazu ein Zettel, auf dem stand: "Danke, dass du so eine tolle Mitbewohnerin bist!" Das war schon ganz nett, aber auf Schokolade hatte ich seltsamerweise echt keinen Appetit. — Lauren, 24

Bier und Tiefkühlpizza—MUNCHIES zeigt dir das klassische WG-Dinner auf norwegische Art. Skål!

Hat jeden Morgen Bon Jovi auf mich losgelassen

Mein Mitbewohner im ersten Studienjahr ist jeden Morgen—also auch sonntags—um 5 Uhr aufgestanden, um extrem laut Van Halen und Bon Jovi zu hören, während er für Prüfungen lernte, für die noch mehr als einen Monat Zeit war. —Paul, 29

Hat mein Zimmer besetzt und in meinem Bett Sex gehabt

Während meines Studiums bin ich mit meinen fünf besten Freunden in ein Haus gezogen. Wir haben schnell angefangen, uns wie 19-Jährige zu verhalten, die sturmfrei hatten—das waren wir schließlich auch. Jeden Abend schlug jemand Löcher in die Wand, malte ein Wandgemälde mit NBA-Spielern, die Elefanten reiten ... und so weiter.

Einmal kam ich an einem Wochentag um 9 Uhr morgens ins Haus, um mir ein Buch aus meinem Zimmer zu holen. Als ich die Tür öffnete, fand ich mein Zimmer völlig durcheinander vor. Eine halbvolle Pizzaschachtel lag gekentert auf dem Teppich und mein Mitbewohner und seine Freundin vergnügten sich nackt in meinem Bett. Sein eigenes Zimmer war ein paar Meter weiter den Gang entlang. Danach habe ich angefangen, mein Zimmer abzusperren. —Chris, 24

Hat Ketamin in meiner Pfanne gekocht

Ich hatte einen Mitbewohner, der ständig meine Pfanne genommen hat, um Ketamin zu kochen. Es gab in der ganzen Wohnung nur die eine Pfanne, und jedes Mal, wenn ich sie benutzen wollte, war sie entweder in seinem Zimmer oder sie lag voll mit Drogen in der Küche. Irgendwann kaufte mein anderer Mitbewohner eine Pfanne, die der Ketamin-Koch nicht benutzen durfte. Somit wurde die ursprüngliche zur reinen Ketamin-Pfanne. —Mario, 27

Manche Namen wurden geändert, damit der Urin im Shampoo nicht so schnell auffällt.