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Liebe Heteros, es ist an der Zeit, sich endlich Dinge in den Arsch zu stecken

Prostatastimulation ist eine großartige Sache, die Homosexuelle einfach nur viel früher entdeckt haben als Heterosexuelle—genauso wie enganliegende Boxershorts und Brunchen.

von Brian Moylan
12 April 2016, 4:00am

Illustration: Alex Jenkins

Jeder steht auf Orgasmen, richtig? Ich meine, wenn dem nicht so wäre, dann würden wir doch nicht diese ganzen Anstrengungen auf uns nehmen, um den sexuellen Höhepunkt zu erreichen. All die Pornos und die Bemühungen zur Umgarnung einer als attraktiv empfundenen Person wären dann für die Katz.

Liebe Heteros, was, wenn ich euch nun sage, dass es eine Orgasmusart gibt, von der ihr (wahrscheinlich) noch nichts wisst und die viel besser ist, als seine weiße Ladung in ein Taschentusch zu schießen, während einem der heißgelaufene Laptop die nackten Oberschenkel verbrennt? Besagte Orgasmusart ist so intensiv, dass dein ganzer Körper erzittern wird. Deine Haut wird wie verrückt kribbeln und du wirst wie Meg Ryan in Harry und Sally spontan losstöhnen. Es gibt jedoch eine Voraussetzung: Um diesen Orgasmus zu bekommen, musst du dir etwas in den Arsch stecken.

Diese Art des sexuellen Höhepunkts hält nicht nur länger an, sondern ist auch viel intensiver als der penile Orgasmus. Dafür ist es jedoch nötig, die Prostata zu stimulieren. Wie jeder Mann über 35 dank diverser Vorsorgeuntersuchungen weiß, führt der schnellste Weg zur Prostata über den Eingang zum braunen Salon. Die Prostata ist dabei ein kleine, kastaniengroße Geschlechtsdrüse, die zwischen dem Penisende (und zwar dem Teil, der sich in deinem Körper befindet) und der Blase angesiedelt ist. Wenn man als Mann seine Ladung rausspritzt, dann besteht diese Ladung zum Großteil aus einer Flüssigkeit aus der Prostata, die dem Sperma bei Erreichen des Eis helfen soll. In den meisten Fällen landet diese Flüssigkeit jedoch eher auf deinem Bauch und verwandelt sich dort in eine klebrige Kruste.

Am einfachsten erreichst du deine Prostata, indem du dir einen Finger in den Hintern steckst—kurze Fingernägel, saubere Hände und etwas Gleitgel sind dabei unerlässlich. Wenn du erstmal drin bist, dann versuche, die Innenseite deines Bauchnabels zu berühren. Dort solltest du eine Art Golfball ertasten können. Bingo! Mit diesem P-Punkt spielst du dann wie mit einer Klitoris herum, bis du etwas Wunderbares verspürst. Falls du gleichzeitig auch noch „normal" Hand anlegen solltest, dann kann es passieren, dass du noch vor dem Prostata-Orgasmus abspritzt—aber selbst dann fällt der Höhepunkt mit großer Wahrscheinlichkeit besser und intensiver aus als sonst. Wenn du jedoch die richtige Erfahrung machen willst, dann musst du deinem Glied mal eine Auszeit gönnen und ausprobieren, was du ohne deinen besten Freund hinbekommst.

Der nächste Tipp klingt jetzt vielleicht wie aus einem New-Age-Selbsthilfebuch, ist aber dennoch sehr hilfreich: Konzentriere dich auf das Gefühl in dir drin. Viel zu viele Leute können ihre Gedanken nicht vom Arschloch oder von den Fingern darin abwenden, aber genau da liegt der Fehler. Man muss loslassen können, wenn man den empfindlichen Teil im Inneren seines Körpers (und vielleicht auch seiner Seele) finden will.

So lange du dich nicht ausschließlich von Burritos und Kaffee ernährst, solltest du keine Probleme mit der Sauberkeit haben.

Natürlich sind Finger nicht die einzige Möglichkeit und es gibt noch einen ganzen Haufen alternativer Dinge, die du dir in den Arsch stecken kannst, um ein sehr angenehmes Gefühl zu erzeugen. Aber Vorsicht: Lebensmittel und andere Haushaltsgegenstände bescheren euch hier ganz schnell einen Aufenthalt im Krankenhaus, also lasst solche Sachen lieber außen vor. Buttplugs sind die naheliegendste Wahl, aber man kann natürlich auch erstmal mit etwas Dünnerem anfangen. Unsere Kollegen von Sweethome haben intensiv recherchiert, um herauszufinden, welche Sextoys sich am besten eignen—und ich kann ihre Auswahl vor allem für Neulinge nur wärmstens empfehlen.

Der Sexspielzeug-Hersteller Aneros bietet sogar eine ganze Reihe an Gerätschaften an, die genau ins Schwarze treffen. Zwar kostet der Spaß auch entsprechend und ist in der Handhabung doch ein wenig kompliziert, aber mit etwas Übung kommt man auch hier voll auf seine Kosten—vorausgesetzt, man überwindet seine Bedenken in Bezug auf Dinge im Arsch.

Eine andere tolle Eigenschaft von Buttplugs: Man kann sie auch verwenden und so das Vergnügen verdoppeln, wenn man selbst gerade eine Frau beglückt. Und wenn man seine Partnerin in den Prozess mit einbeziehen will, dann ist eine Strap-on-Session vielleicht genau das Richtige. In der Fernsehserie Broad City hat es ja auch funktioniert. Wichtig ist dabei bloß, dass auch sie auf ihre Kosten kommt. Du weißt schon, Sex ist ein stetiges Geben und Nehmen.

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Du wirst jetzt wahrscheinlich zwei Bedenken haben: zum einen Kot und zum anderen die Nähe zur Homosexualität. Ersteres sollte eigentliche keine Probleme machen, so lange du dich gesund ernährst und vor dem Akt nicht gerade dringend deinen Darm entleeren musst. Falls es dich dennoch zu sehr anekelt, dir den bloßen Finger in den Hintern zu stecken, dann zieh dir einfach ein Kondom oder einen Gummihandschuh über. Aber noch mal: So lange du dich nicht ausschließlich von Burritos und Kaffee ernährst, solltest du keine Probleme mit der Sauberkeit haben. Es bestehen trotzdem noch Zweifel? Als letzte Möglichkeit kann ich dir hier noch einen Einlauf ans Herz legen, der wirklich jegliche Reste rausspült. Im Grunde reicht es jedoch, unter der Dusche da hinten alles rein zu waschen.

Und in Bezug auf die Angst vor homosexuellen Tendenzen gibt es nur eins zu sagen: Es macht dich nicht schwul, wenn du dir etwas in den Arsch steckst. Und selbst wenn? Die Prostatastimulation ist einfach nur eine Sache, die Homosexuelle schon viel früher entdeckt haben als Heterosexuelle—genauso wie enganliegende Boxershorts und Brunchen. Und diese beiden Sachen findest du doch auch ziemlich cool, oder? Dazu kommt noch, dass keines der oben empfohlenen Sextoys wie ein Penis aussieht. Falls also irgendjemand in deinem Schlafzimmer über ein solches Teil stolpern sollte, wüsste der- oder diejenige eh nicht, um was es sich da handelt und wo es schon überall war. Du spielst doch sowieso an dir herum. Warum wird dann so eine große Sache daraus gemacht, wenn man dabei die Hintertür benutzt?

Mal ehrlich, hier geht es im Grunde vor allem darum, ein ganz neues Level des Vergnügens zu erreichen und den eigenen Orgasmus in noch nie dagewesene Sphären zu heben. Wenn das schwul sein soll, dann lädst du dir am besten noch direkt die neueste Staffel von RuPaul's Drag Race runter und findest dich damit ab.