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Wie CBD-haltiges Gras gegen Kiffer-Paranoia helfen kann

Bei Weed ist nicht nur der THC-Gehalt wichtig. Ganz legale Inhaltsstoffe helfen dabei, nicht in die Paranoia-Falle zu tappen.

von Michael Knodt
29 Juni 2016, 4:00am

Das medizinische Cannabis des Autors

Mein erster Joint mit niederländischem Indoor-Gras machte mich Ende der 80er Jahre so high, wie ich es trotz einiger Marokko-Aufenthalte nie zuvor geworden bin. Bis dahin gab es nur relativ schwaches Outdoor-Gras aus Kolumbien, Afrika oder Thailand. Doch dann kamen die "Nederwiet"-Sorten. Durch künstliche Beleuchtung und fortwährende Selektion waren sie dem damals weit verbreiteten, trockenen und bröseligen "Standard-Hasch" weit überlegen.

Doch die Kehrseite der Qualitätssteigerung waren immer mehr Berichte über Gelegenheitskiffer, die nach dem Genuss einer starken Tüte oder eines Weed-Kakaos einen schlechten Trip hatten, unangenehmer und gefährlicher als die übliche Kiffer-Paranoia, die fast jeder schon mal durchlebt hat. Die Züchter haben den THC-Gehalt der Sorten ständig gesteigert, ohne dabei jedoch den CBD (Cannabidiol)-Gehalt zu berücksichtigen. Mittlerweile belegen zahlreiche Studien jedoch, dass Cannabidiol stark gegen Psychosen und Schizophrenie wirkt.

CBD gibt es nicht nur als Joint

Anders als THC unterliegt CBD nicht dem Betäubungsmittelgesetz, was zu einem wahren Run auf CBD-Produkte geführt hat. In Zeiten von CBD-Öl, CBD-Seife, CBD-Goji-Schokolade oder CBD-Liquid für die E-Zigarette scheinen sich die drei Buchstaben ganz gut zu verkaufen. Auch Bedrocan, der derzeit einzige Produzent von medizinischem Cannabis in Europa, hat mit Bediol und Berdolite zwei CBD-reiche Sorten entwickelt.

Die Wirkung von CBD wird von vielen als "entkrampfend, entzündungshemmend, angstlösend und Brechreiz lindernd" beschrieben. Züchter setzen heute wieder vermehrt auf solche Sorten, die oft mit dem Zusatz "medizinisch" versehen werden. Das ist ein wenig irreführend, da THC bei den meisten Patienten, vor allem den Schmerzpatienten, eine noch größere Rolle spielt.

CBD ist ganz legal als Extrakt oder Zusatz vieler Kosmetika zu erwerben und auch einige Apotheken bieten es bereits auf Vorbestellung in Kapselform an. Aber aufgepasst, denn ob der großen Nachfrage schwanken die Preise je nach Anbieter erheblich und auch die Versprechungen sind oft hochtrabend.

Marokkanisches Hasch ist reich an CBD

Nachdem schlechtes Haschisch kaum noch zu verkaufen war, fing man in den 1990er Jahren auch in Marokko an, besseres Harz nach Europa zu exportieren und konnte so eine Nische auf dem Schwarzmarkt halten. Seitdem bieten die Cannabis-Fachgeschäfte der Niederlande auch regelmäßig exquisite Haschsorten wie"Azila" oder "Marokko Cream" an, die früher eher selten waren. Das wird oft von Konsumenten, denen das Indoor-Gras zu psychoaktiv ist, geraucht, verdampft oder gegessen.

So war es keine große Überraschung, als das niederländische Trimbos Institut 2015 einen Bericht über Probekäufe in Coffeeshops veröffentlichte, demzufolge der CBD-Gehalt von importiertem Hasch exorbitant höher ist als der von einheimischen Produkten aus dem Kunstlicht-Gewächshaus. Mit durchschnittlich 7,7 Prozent liegt er fast sieben mal höher als der von inländischem Weed. In den Coffeeshops dominieren also immer noch die THC-Bomben.

CBD ist weder Wundermittel noch heilt es Krebs. Zumindest gibt es keine Studien, die das belegen. In der bislang einzigen Studie, wo Cannabis nachweislich einen Einfluss auf die Tumorbildung bei Mäusen hatte, ging es um THC. Dafür gibt es zahlreiche Studien, die belegen, dass ein hoher CBD-Gehalt gegen die sprichwörtliche Kiffer-Paranoia oder einen "Bad Trip" nach einer zu großen Tüte helfen kann.