Doch nicht "nur fett": Ärzte entfernen einen 60-Kilo-Tumor

Roger Logans Chirurg geht davon aus, dass das gutartige Geschwür durch ein eingewachsenes Haar entstanden war.

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09 Februar 2017, 5:00am

Titelbild: Roger Logan zeigt ein Bild von seinem Tumor vor dem Eingriff | Foto: Henry A. Barrios/The Bakersfield Californian | AP

Als Roger Logan vor 15 Jahren zum ersten Mal ein komischer Wuchs an seinem Unterleib auffiel, ging er damit zu seinem Hausarzt. Dieser schaute sich die Stelle an, sagte zu Logan, es sei "nur Fett", und schickte ihn wieder nach Hause, berichtete der Bakersfield Californian.

Aber es war kein Fett. Das Geschwulst war ein gutartiger Tumor und es wuchs und wuchs. Über die Jahre schwoll es so weit an, dass Logan mehr oder weniger an seinen Sessel gefesselt war. Es beeinträchtigte ihn sogar dermaßen, dass er nicht weiter seinen Antiquitätenladen oder den Familienbauernhof führen konnte. Logan konsultierte schließlich einen Spezialisten. Dieser sagte ihm, dass er um eine Operation wohl nicht herumkommen würde. Der Eingriff sei aber sehr riskant und es bestehe eine 50-prozentige Chance, dass er ihn nicht überleben würde.

Nachdem ein Operationsversuch vor etwa einem Jahr misslang, war Logan dermaßen niedergeschlagen, dass er aufhörte zu essen und Wasser zu trinken. Mit Leberversagen und stark dehydriert musste er schließlich ins Krankenhaus. Logans Frau, Kitty, konnte sich das alles nicht weiter mit anschauen und suchte nach einem Arzt, der den Tumor entfernen kann. "Sie ließ einfach nicht locker. Sie ließ mich nicht aufgeben", sagte Logan gegenüber dem Californian.

Kittys Hartnäckigkeit zahlte sie schließlich aus und sie fand einen Arzt in Kalifornien, Dr. Vipul Dev, der bereits ähnliche Operationen durchgeführt hatte. Jetzt mussten die Logans nur noch einen Weg finden, Roger die rund 3.200 Kilometer quer durchs Land zum Bakersfield Memorial Hospital zu transportieren. Ein Mitglied ihrer Kirchengemeinde bot ihnen zwar an, ihn in seinem kleinen Privatflugzeug mitzunehmen, aber am Ende entschieden sie sich für die Ladefläche eines Transporters, auf die sie seinen Sessel und einen Hocker auf dem Boden festnieteten.

Am 31. Januar kam Logan dann endlich unters Messer und Dr. Dev gelang es erfolgreich, den knapp 60 Kilo schweren Tumor zu entfernen, der Roger so viele Jahre geplagt hatte.

Der Chirurg geht davon, dass der Tumor als eingewachsenes Haar begann, das sich entzündet hatte. Während das Geschwulst weiter anwuchs, entwickelte es seine eigene Durchblutung und wurde irgendwann so groß, dass es zwischen Logans Beinen auf dem Boden schliff und er nicht mehr gehen konnte.

"Ich habe es immer so beschrieben: Häng dir einen Riemen um den Hals und trag drei Zementsäcke den ganzen Tag mit dir rum, frei baumelnd", sagte Logan gegenüber KBAK.

Logan wird noch zwei Wochen im Krankenhaus bleiben müssen, bevor er zurück nach Mississippi kann. Dort wird er dann aber wieder gehen, fischen und sein Geschäft führen können. Den Sessel, auf dem er die letzten Jahre verbracht hat, will er so schnell wie möglich entsorgen.

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