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Ein FPÖ-Gemeinderat bezeichnet Flüchtlinge als „wertloses Menschenmaterial", Russland feiert mit 16.000 Soldaten das Ende des Zweiten Weltkriegs und im Aargau endet ein Familiendrama mit einer Schießerei.

von VICE Staff
11 Mai 2015, 5:46am

FPÖ-Gemeinderat bezeichnet Flüchtlinge als „Menschenmaterial"

Screenshot: VICE Media

Am vergangenen Samstag hat FPÖ-Gemeinderat Gerald Hraball einen Artikel zu den Flüchtlingstragödien im Mittelmeer gepostet und dabei nicht nur von einer „EU-Diktatur" gesprochen, sondern die Flüchtlinge als „Menschenmaterial" bezeichnet, das „komplett wertlos und problembehaftet" sei. Der Ausdruck „Menschenmaterial" wurde von Adolf Hitler in Mein Kampf verwendet und im Zweiten Weltkrieg stand der Ausdruck „unbrauchbares Menschenmaterial" für KZ-Häftlinge, die nicht für Arbeitszwecke eingesetzt werden konnten. Hraball war für ein Statement nicht zu erreichen. Mittlerweile ist das Posting gelöscht.

Familiendrama im Aargau

Foto: Wikimedia Commons | (license)

Ein 36-jähriger Schweizer erschoss am Samstagabend in einem Würenlinger Wohnquartier vier Personen und anschliessend sich selbst. Der gemäss Blick aus Reichenbug (Kanton. Schwyz) stammende Semun A. fuhr am Samstagabend nach Würenlingen. Am Haus seiner Schwiegereltern angekommen, steigt er aus, greift sich seine nicht registrierte Pistole und tritt ein. Laut Augenzeugen fallen die fünf Schüsse, die Semuns Schwiegereltern töten, in sehr kurzen Abständen. Danach, vermutlich auf der Flucht, trifft der auf den 46-jährigen Nachbarn und erschiesst auch diesen mit drei Schüssen, bevor er sich selbst richtet.
Gegenüber Watson äusserte sich Polizeikommandant Michael Leupold: „Alle Indizien weisen auf ein Beziehungsdelikt hin". Allerdings liesse sich zum jetzigen Zeitpunkt noch nichts Genaueres sagen. Der Lokalsender Tele M1 vermutete Erbschaftsstreitigkeiten als Tatmotiv.

Putin lässt am Gedenktag die Muskeln spielen

Foto: Vladimir Putin via photopin (license)

21 Millionen. Kein anderes Land hat der 2. Weltkrieg mehr Menschenleben gekostet als die Sowjetunion. Dieser Opfer aber auch des Sieges über Nazi-Deutschland wird jährlich am 9. Mai in Russland gedacht. Am Samstag war dies zum siebzigsten Mal der Fall, was für Putin der perfekte Zeitpunkt schien, die größte Militärparade seines Landes aufzufahren. 16.000 Soldaten, 200 Militärfahrzeuge (darunter auch der neue „Superpanzer" T-14 Armata) sowie 140 Flugzeuge brachten den Boden am Roten Platz zum beben. Über die Hälfte der 68 Staats- und Regierungschefs hatte besseres im Sinn, als Putins Einladung zu folgen und als Zierde der Waffenschau zu dienen. Auch die Kanzlerin blieb der offiziellen Siegesfeier fern und legte stattdessen am Folgetag gemeinsam mit Putin einen Kranz am Grabmal des Unbekannten Soldaten nieder.

Erdogan auf Wahlkampftour in Deutschland

Foto: Recep Tayyip Erdogan via photopin (license)

Am 7. Juni stehen in der Türkei Parlamentswahlen an und während der Kampf um Wählerstimmen auf Hochtouren läuft, ist vor allem eine Person verfassungsrechtlich dazu angehalten, parteipolitische Neutralität zu wahren: Recep Tayyip Erdogan. Als Staatsoberhaupt musste er alle Parteiämter aufgeben, was ihn trotzdem nicht davon abhält, raffiniert Wahlkampf für seine alte Partei AKP zu betreiben. Am Sonntag hielt er in Karlsruhe vor 14.000 Anhängern eine Ansprache unter dem offiziellen Motto „Treffen mit der Jugend" ab, worin er die Leistungen der AKP in den letzten zwölf Jahren hervorhob und mal mehr, mal weniger subtil die Kurdenpartei HDP attackierte. Karlsruhe wird nicht die letzte Station auf Erdogans Wahlkampftour im Ausland bleiben, allen Verfassungsklagen der türkischen Opposition zum Trotz.

In Mazedonien bricht ein Kleinkrieg aus

Foto: Museo de Unidades Acorazadas de El Goloso via photopin (license)

Fliehende Einwohner, 22 Tote, davon 8 Polizisten, weitere 37 Polizisten verletzt und 30 Angreifer verhaftet. Das ist die bisherige Bilanz in der Stadt Kumanovo im Norden Mazedoniens. Das ganze Land ist ein Pulverfass, wo rund ein Viertel der Gesamtbevölkerung ethnische Albaner sind, die sich von den orthodoxen Slawen unterdrückt fühlen und auf einen eigenen Staat pochen. Ob hinter den „terroristischen Anschlägen" der circa 70 Angreifer tatsächlich die aufgelöste UCK steckt oder sogar die Regierung selbst in die Angriffe involviert ist, um so von ihrem Korruption- und Abhörskandal abzulenken, ist bislang nur schwer zu überblicken. Vermutet wird je nach Lager beides.

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