Wissenschaftler glauben, das Geheimnis des Bermudadreiecks gelöst zu haben

Spoiler: Es ist kein Wurmloch.

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Aug. 10 2018, 1:38pm

Screenshot von YouTube aus dem Video "The Bermuda Triangle | Curiosity: The Devil's Triangle" von Discovery

Das Bermudadreieck, auch bekannt als Teufelsdreieck, ist ein Gebiet im Atlantik, das sich von der Südspitze Floridas, bis nach Puerto Rico im Südosten und den Bermuda-Inseln im Norden erstreckt. Seit Zeitungen zu Beginn des 20. Jahrhunderts anfingen, über die ungewöhnlich vielen Schiffsunglücke in der Gegend zu berichten, beflügelt das Dreieck die Fantasie der Öffentlichkeit. Laut einem Artikel der New York Times sind in den vergangenen 500 Jahren im Dreieck mindestens 50 Schiffe und 20 Flugzeuge verschollen oder verunglückt.

Über die Jahre wurden Dutzende Theorien aufgestellt – von Methangasausbrüchen, über elektromagnetische Felder bis hin zum Infraschall war alles dabei. Die neuste und bislang vielversprechendste kam 1995 zum ersten Mal auf den Tisch, als die norwegische Ölbohrplattform Draupner in der Neujahrsnacht eine 26 Meter hohe Welle mass. Diese Draupner-Welle war der erste von Wissenschaftlern aufgezeichnete Kaventsmann, wie Monsterwellen im Marinesprech auch heissen. Bis dahin wurden Sichtungen solcher Wellen als Seemannsgarn abgetan – wie das Bermudadreieck selbst.


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Aber was genau ist ein Kaventsmann? Im Grunde handelt es sich dabei um eine ungewöhnlich grosse und unvermittelt auftretende Welle auf dem offenen Meer. Einer Monsterwellen-Studie zufolge hat eine normale Riesenwelle etwa 12 Meter Höhe und eine Kraft von etwa 6 Metertonnen pro Quadratmeter. Moderne Schiffe sind auf einen Druck von 15 Metertonnen pro Quadratmeter ausgelegt, eine Monsterwelle kann allerdings mit 100 Metertonnen pro Quadratmeter auf ein Schiff hereinbrechen.

Dr. Simon Boxall, der Meeresforscher von der University of Southampton, der die aktuelle Studie geführt hat, erklärte über das Bermuda-Dreieck in der Channel 5-Dokumentation The Bermuda Triangle Enigma: "Es gibt Stürme im Norden und Süden, die aufeinandertreffen. Wir haben Wellen mit mehr als 30 Metern gemessen."

Sein Team hatte die Extremwogen einer 30-Meter Welle mithilfe einer Indoor-Simulation nachgebaut. Um zu sehen, was eine solche Welle mit einem grossen Schiff anstellt, bauten sie ein Modell der Uss Cyclops nach – das Kohleschiff, das 1918 im Bermudadreieck verschwunden war und mit ihm die 306 Mann Besatzung.

"Wenn Sie sich eine Monsterwelle vorstellen, mit Gipfeln an jedem Ende, dann ist unter dem Schiff nichts mehr und es bricht in zwei. Wenn das passiert, kann es in zwei bis drei Minuten sinken", erklärt Dr. Boxall.

Der australische Populärwissenschaftler Dr. Karl Kruszelnicki hatte neben der Monsterwellenthese auch noch zwei weitere plausible Erklärungen für die Geheimnisse des Bermudadreiecks.

2017 veröffentlichte er das Buch The Author, in dem er wissenschaftlich populäre Mythen beleuchtete. Ihm zufolge gibt es eine einfache Erklärung für die verschollenen Flugzeuge und Schiffe in dem Gebiet. "Es gab nur einen erfahrenen Kapitän, der Rest war unerfahren. Das Wetter war nicht gut, da waren 15-Meter-Wellen."

Ausserdem sei das Bermudadreieck, eins der meistbefahrenen Meeresgebiete, statistisch gesehen gar nicht übermässig von verschollenen Schiffen oder Flugzeugen betroffen. "Laut dem Versicherer Lloyds of London und der US-amerikanischen Küstenwache liegt der prozentuale Anteil der im Bermudadreieck verschwundenen Flugzeuge im weltweiten Durchschnitt."

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