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Corey Feldmans Cybermobbing

Der Star aus den Goonies, Stand by Me und Lost Boys hat eine digitale Jagd auf mich gestartet, nachdem ich von seiner Geburtstagparty berichtet habe.

von Jamie Lee Curtis Taete
11 September 2013, 7:05am

Wie einige von euch vielleicht mitbekommen haben, habe ich vor Kurzem einen Artikel über meinen Besuch auf Corey Feldmans Geburtstagsparty geschrieben. Corey hatte die Bedingung aufgestellt, dass ich nur dann über die Party schreiben dürfe, wenn ihm die endgültige Freigabe des Artikels überlassen bliebe. Ich war zwar leicht enttäuscht darüber, dass ich nicht einfach hingehen und mich über die ganze Sache lustig machen konnte, aber  ich willigte trotzdem ein. Denn ich hatte das Gefühl, dass die Tatsache, dass Corey Feldman 250 Dollar Eintritt für seine Geburtstagsparty verlangt, unabhängig von der Darstellungsweise unfassbar komisch sein würde.

Am Tag nach der Party schickte ich Corey den Artikel (inklusive der Fotos) und er antwortete, dass es ein „großartiger Artikel!“ sei, er aber mit den Fotos nicht allzu zufrieden sei. In einer E-Mail sagte er mir: „Es gibt einen Haufen Bilder mit der einzigen alten Frau, die ich zur Party zugelassen habe.“ 

Nachdem er eine breitere Auswahl von Bildern gesehen hatte, sagte Corey: „Es ist natürlich deine Zeitschrift und du kannst es so machen, wie du willst.“ Und das tat ich. 

Wie nicht anders zu erwarten war, machten sich Leute über ihn und die Party lustig, sobald der Artikel erschienen war. Du kannst dich noch so sehr anstrengen, aber eine Party, bei der man 250 Dollar Eintritt zahlen muss und die in einer unmöblierten, überdimensionalen beigen Vorortsvilla von einem ehemaligen Kinderstar geschmissen wird, der von Frauen in Unterwäsche und „Alles-Gute-zum-22.-Geburtstag-Schildern“ umgeben ist, muss einfach absolut trostlos und armselig erscheinen.

Als er merkte, dass sich Leute über ihn lustig machen, rastete Corey komplett auf Twitter aus. Etwa 500 Mal twitterte oder retweetete er Dinge über mich und die Party. 

Obwohl viele der Tweets falsche Aussagen über mich (und einer sogar meine private Telefonnummer) enthielten, dachte ich, es sei am besten, sie einfach zu ignorieren. Ehrlich gesagt tat mir der Typ irgendwie leid. Es muss hart sein, wenn dein Leben so erbärmlich ist, dass sich eine reine Darstellung davon rasend schnell verbreitet. 

Doch am Montag gab Corey eine Pressemitteilung heraus, in der er mich des Mobbings bezichtigte. Ein Teil der Pressemitteilung liest sich wie folgt: 

Letzten Monat veröffentlichte er seine neue Single „Ascension Millennium“ auf YouTube, die gemischte Kritiken erhielt und in der Öffentlichkeit und den Medien kontrovers diskutiert wurde. Einer persönlichen Geburtstagsparty, die er veranstaltete, wurde online mit starker Kritik begegnet; einer Kritik, die Feldman als Mobbing empfindet. 

„Leider haben wir uns zu einer Gesellschaft entwickelt, deren Glaubenssystem eher darauf ausgerichtet ist, Menschen herunterzuziehen als aufzubauen. Mobbing gibt es in Schulen, zu Hause, in beruflichen Kontexten und online (Cyber-Mobbing), und hier haben wir es mit genau diesem Fall zu tun. Ich kann mit Kritik umgehen, doch was Leute seit Kurzem online von sich geben, geht weit darüber hinaus“, sagte Feldman. „Man muss Eier haben, um sich selbst ins Rampenlicht zu stellen, also ermuntere ich jeden, keine Angst davor zu haben, was andere sagen oder denken. Mach weiter und achte nicht auf die Neider“, fügte er hinzu. 

Es überrascht kaum, dass Anti-Mobbing-Experten nicht allzu begeistert davon waren, dass Corey ein ernsthaftes Problem benutzt, um ein neues Buch, einen Film, ein Album oder eine Party zu bewerben. 

Dr. Chuck Williams, Professor an der Drexel University und Leiter des Center for the Prevention of School-Aged Violence, sagte im Gespräch mit Fox News: „Das ist furchtbar! Ich kann nicht glauben, dass Corey solch ein ernstes Thema dazu nutzt, um Boden für sein ,Comeback‘ zu gewinnen. Wenn meine Einschätzung richtig ist, dann sollte Corey sich schämen, und jede nationale Mobbing-Organisation sollte eine Entschuldigung von ihm verlangen.“ Er fügte hinzu: „Man könnte sein Verhalten mit meinem Begriff des ,Miley-Cyrus-Effekts‘ beschreiben—man tut etwas, so erbärmlich es auch sein mag, nur um Aufmerksamkeit zu bekommen.“  

Und er hat recht. Sich zu Lasten eines ernsthaften Problems zu promoten und Leute, die ihn kritisieren, in schlechtes Licht zu rücken, ist ziemlich beschissen. 

Um Corey zu einem besseren Verständnis von Mobbing zu verhelfen, betrachten wir einmal seine Reaktion auf meinen Beitrag:

Erstens veröffentlichte er die oberen zwei Tweets, in denen er mich explizit beschuldigt, ihn anzulügen. Nur um es klarzustellen: Ich habe Corey zu keinem Zeitpunkt angelogen.

Er hat die Tweets inzwischen gelöscht, vermutlich weil sie Screencaps von E-Mails von mir enthielten, die ziemlich deutlich bewiesen, dass ich ihn nicht angelogen habe. 

Er ersetzte diesen Tweet mit einem vageren Subtweet über mich. Noch einmal deutete er an, dass ich ihn angelogen hätte (was noch immer nicht der Fall war).  

Außerdem verfasste er einen weiteren Tweet, in dem er mich einen „zwielichtigen Lügner“ nannte.

Daraufhin retweetete er eine Meldung der Twitter-Userin @diva_zura, die offensichtlich ebenfalls auf Coreys Party war. In ihrem Tweet beschuldigte sie mich, sie und eine ihrer Freundinnen angegraben zu haben. Das ist vor allem deshalb abwegig, weil ich schwul bin. (Wobei ich, selbst wenn ich nicht schwul wäre, mit ziemlicher Sicherheit keine von Coreys „Engeln“ anmachen würde.) 

Sobald er eine neue Möglichkeit gefunden hatte, mich in schlechtes Licht zu rücken, ergriff er sie. 

Hier ist ein Bild, das er von mir gepostet hat (es wurde auf Drängen der Frau auf dem Foto geschossen) und in dem er versucht, ein Mem aus mir zu machen. Es impliziert, dass ich mich auf der Party gegenüber der Frau unangemessen benommen hätte. Ungeachtet der Tatsache, dass ich schwul bin.   

Hier ist ein zweiter Versuch, mich zu einem Meme zu machen. Es ist wahrscheinlich schwierig für euch herauszufinden, was hier gesagt werden soll, denn wer auch immer das Bild gemacht hat, weiß weder, wie man buchstabiert, noch wie man Großbuchstaben verwendet. Die Person versucht, mich „Creepy McCreepintine“ zu nennen—wiederum unterstellend, dass ich mich gegenüber der Frau auf der Party unangemessen verhalten hätte. Noch einmal: Ich bin immer noch schwul. 

Nachdem er die Meldungen von ein paar weiteren Leute geretweetet hat, die behaupteten, dass ich mich auf der Party Frauen gegenüber unangemessen verhalten hätte, twitterte jemand an Corey, dass ich schwul sei. Also behauptete Corey von nun an, dass ich mich von ihm angezogen gefühlt hätte (mit dem „them“ in seinen Tweets meint er Coreys Engel). Nur um es klarzustellen: Ich fühle mich nicht von Corey Feldman angezogen. Er sieht ungefähr so aus, wie ich mir den Geist von Courteney Cox vorstelle.

Corey behauptete außerdem, dass er Videoaufnahmen davon hätte, wie ich ihn ,belästige‘. Da ich nur kurz mit Corey gesprochen habe, nehme ich an, dass dieses Videomaterial eine andere Lüge ist. 

Anschließend twitterte eine Frau namens Bambi LeFist, die mit Corey in seiner „Feldmansion“ wohnt, ein Bild von zwei Leuten, die behindert zu sein scheinen. Unglaublich witzig kommentierte sie, dass das ein Bild von mir und dem Freund sei, mit dem ich auf der Party war. LOL! Corey hat es geretweetet.

Corey fuhr dann mit der Behauptung fort, ich hätte absichtlich unvorteilhafte Bilder von seinen Gästen gemacht sowie gestellte und manipulierte Fotos verwendet. Wieder ist keine seiner Behauptungen wahr.

Er sagte außerdem, dass ich so früh auf die Party gekommen sei, um Fotos zu machen, die sie extra schlecht aussehen ließen. Ich kam eine Stunde nach dem Beginn der Party an. 

Dann verstrich ungefähr eine Woche und ich dachte, Corey hätte die Sache vergessen und würde sich wieder um sein eigenes Leben kümmern. Immerhin hatte er ja in seiner Pressemitteilung Leute dazu aufgefordert, „keine Angst davor zu haben, was andere sagen oder denken. Mach weiter und achte nicht auf die Neider.“

Doch dann begann er, Links zu einem Blogbeitrag zu twittern, den eine Freundin von ihm auf seine Bitte hin über die Party geschrieben hatte. In dem Post behauptet die Autorin, dass ich sie gefragt hätte, „wo die Drogen an diesem besonderen Abend seien.“ Was wiederum etwas ist, das in Wirklichkeit nicht geschah. 

Und dann veröffentlichte er schließlich die Pressemitteilung, in der er mich des Mobbings beschuldigt. 

Um es noch einmal zu veranschaulichen: Corey hat mich fälschlich der Lüge bezichtigt; meine private Telefonnummer bei Twitter verbreitet; Hunderte negative Kommentare über mich geretweetet; mich indirekt beschuldigt, ich hätte versucht, in seinem Haus Drogen zu kaufen; mir unterstellt, dass ich seine weiblichen Freunde sexuell belästigt hätte; mir unterstellt, dass ich ihn sexuell belästigt hätte. Und mich dann ohne jegliche Spur von Ironie beschuldigt, ihn zu mobben. 

Saubere Arbeit, Corey.

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