Weihnachtsshopping für eure genderverwirrten Bälger

von Sophia Giesecke

Juhu, bald ist Weihnachten. Nicht mehr viel Zeit also, um sein hart erarbeitetes Geld für sinnlosen Schrott auszugeben und den Kram der Verwandtschaft in den Rachen zu schmeißen. Besonders die Kleinsten erwarten immer, reich beschenkt zu werden, das Leben als Kind ist schließlich beschissen genug.

Aber was genau schenken? Das Angebot an Spielzeugen ist unübersichtlich, riesig und  auch extrem lukrativ. Der Bundesverband des Spielwaren-Einzelhandels (BVS) gibt sich zuversichtlich und geht von einem Umsatz von 2,7 Mrd. Euro im Jahr 2012 aus.
Um einen Überblick über das aktuelle Warenangebot zu bekommen, klickte ich mich durch den Onlineshop des Markführers für Spielwaren, auf der Suche nach dem perfekten Spielzeug.

Wie in so vielen Onlineshops sind die Produkte in Kategorieren eingeteilt. Diese können noch genauer gefiltert werden, um die Suchergebnisse einzugrenzen. So gibt es die Filter „Jungen“, „Mädchen“ und „Unisex“. In der Kategorie „Forschen und Entdecken“ fehlt der Filter für Mädchen allerdings komplett. Andersrum ist es in der Kategorie „Emotion Pets“. Hier gibt es keinen Filter für Jungen, denn Jungen bauen keine emotionale Beziehung zu Tieren auf, sie erlegen sie. Ich bin gespannt, wann das Actionset „Robbenklopper“ auf den Markt kommen wird. Aber diese Einteilung ist keinesfalls ein Phänomen dieses einen Onlineshops, sondern hat sich in den letzten 20 Jahren weltweit durchgesetzt.
Es ist doch wirklich erstaunlich, dass Spielzeuge für Jungen und Mädchen so strikt getrennt werden. Teilweise geht diese Trennung so sehr ins Absurde, dass ich mich fragen muss, ob das wirklich ernst gemeint ist und wer sich diesen Quatsch eigentlich ausdenkt:

Jungen und Mädchen können nicht die gleichen Stifte benutzen. Wieso, das weiß kein Mensch.

Generell fällt auf, dass Spielzeug für Jungen immer einen schaffenden Prozess beinhaltet, indem etwas gebaut, zusammengesetzt oder erfunden werden muss. Nicht selten um es danach gleich wieder in einer kriegerischen Aktion zu zerstören. Es gibt Waffen, Feuer, Gewehre, Soldaten, dunkle Mächte und Gefahren.
Mädchen hingegen dürfen malen, sich schminken, basteln, Kindererziehung lernen und natürlich kochen, den Haushalt führen und sich um flauschige Haustiere kümmern. Die Welt der Mädchen ist rosa, lila oder türkis, sie glitzert und funkelt und alles ist weich und rund und soft.

Hier ein paar leider sehr ernst gemeinte Spielsachen, welche ich in diesem Jahr ganz sicher nicht schenken werde:

 

Lustige Ferien auf dem Bauernhof vs. die Ork-Schmiede. Während Mädchen lernen, wie man sich um ein Tier kümmert und den eigenen Bauernhof in Schuss hält, schmelzen Jungs Metall und bereiten sich auf einen „dunklen Krieg“ vor, in welchem der knuffige Ponyhof wahrscheinlich dem Erdboden gleich gemacht wird. Juhu.

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