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Ein Fetisch für Frauen, die dringend pissen müssen

von Mimi Erhardt

Pisse hat in meinem Leben immer eine große Rolle gespielt. Ich pinkel wahnsinnig gerne, sowohl allein als auch in Gesellschaft. Wenn man sich gesund ernährt, die Drogen weglässt und nicht zuviel säuft, riecht Pisse wie Popcorn, also meine jedenfalls, und wer kann sich schon der süßen, karamelligen Magie frischen Popcorn-Dufts entziehen? Eben. Niemand kann das. Nur Tote und Menschen ohne Nasen. Allerdings waren wir nicht immer down, Pisse und ich. Manchmal habe ich sie gehasst, die dumme, gelbe Brühe, brachte sie mich doch nicht selten in peinliche Situationen.

Als mich zum Beispiel Patrick Peters einst auf seinem Kindergeburtstag neckisch kitzelte und ich nicht anders konnte, als unter Prusten und „Lass das, du Arschgesicht!“-Schreien loszuschiffen. Anschließend schämte ich mich, weil alle lachten und mit den Fingern auf mich zeigten, und ließ mich unter Tränen von meiner Mama abholen. „Du hast halt eine schwache Blase“, sagte Mama mitfühlend und tätschelte meine Hand. Daran erinnere ich mich noch gut. Auch daran, dass ich meine schwache Blase am liebsten in die Luft gejagt hätte. Ich wollte lieber sterben, als weiter mit einem offensichtlich nicht voll funktionsfähigen Organ zu leben, das mich zu einem Dasein als undichtem Urin-Zombie verdammte.

Wäre mein Freund Mr. GoldenStream damals unter den Partygästen gewesen, hätte ihm mein unfreiwilliges Einnässen bestimmt seinen ersten kleinen Ständer beschert. Denn Mr. GoldenStream, 31, steht auf Pinkelspiele. Na gut, Pinkelspiele sind inzwischen so Mainstream wie nietenbesetzte BHs. Wirkt beides von außen irgendwie geil und exotisch, ist aber eigentlich langweilig, weil’s niemandem wehtut.

Mr. GoldenStreams Fetisch geht aber noch etwas weiter. Er steht auf Female Desperation.

„Female Desperation bezeichnet die Verzweiflung einer Frau, die pinkeln muss, aber keine Gelegenheit dazu hat. Weil sie auf einen wichtigen Anruf wartet oder mit dem Auto im Stau steht zum Beispiel. Und die dann, wenn der Druck zu groß wird, nicht anders kann, als es einfach laufen zu lassen“, erklärt Mr. GoldenStream, der eigentlich Bert heißt, dem ich aber eigens für diesen Text ein adäquates Pseudonym verpassen wollte.

Erinnert mich an eine typische Pose meiner Kindheit und frühen Jugend: Die Hand in den Schritt gepresst, von einem Bein aufs andere tippelnd, dabei heimlich das Gefühl genießen, wie die Jeansnaht sich hart an der Muschi scheuert, und hoffen, dass der Pinkeldrang sich in Luft auflöst. Was er nie tat. Dafür aber in apfelsaftfarbene Suppe, die mir dann lauwarm am Bein entlang lief und die Klamotten versaute. Was ist daran so geil, Mr. GoldenStream?



„Es geht darum, wie die Frau dabei aussieht. Um den ratlosen, verzweifelten Ausdruck in ihrem Gesicht, das Wissen, es nicht mehr lange aushalten zu können, und um die Scham, gleich etwas Verbotenes tun zu müssen. Am besten in einer riesigen Menschenmasse, Wacken Open Air, Mainstage, zweite Reihe oder so. Aber keiner außer mir bemerkt, was da gerade abgeht. Die perfekte Phantasie.“


Also ist das eigentlich Erregende gar nicht das Einpissen selbst, sondern der Moment davor? Mr. GoldenStream schüttelt den bärtigen Kopf. „Es ist beides. Ich mag es, zuzusehen, wie sie sich dann tatsächlich in die Hose macht, wie sich die Verzweiflung in Erleichterung verwandelt, in dieses Glücksgefühl des Pissens, das Loslassen. Ich mag fließende Übergänge.“

Fließend, haha. Perverse mit Sinn für Kalauer sind mir die liebsten. Wären der Pisse-Liebhaber und ich nicht schon Freunde, ich würde ihm mein Herz schenken, eingewickelt in ein voll-uriniertes Höschen, das ich sieben Tage und Nächte lang getragen habe.

Was mir auffällt, ist, dass der Female-Desperation-Fetisch eine ausgeprägte voyeuristische Komponente, aber wenig mit tatsächlicher Macht-Ausübung zu tun hat. Obwohl sich doch eigentlich alles um einen Augenblick höchster Erniedrigung dreht. Ist uns das In-die-Hose-Urinieren doch als unumstößliches Tabu eingebläut worden. Brechen wir es, ist die Scham groß. Aber heimliches Zuschauen scheint hier das höchste der verbotenen Gefühle zu sein. Dabei hatte ich es mir so schön vorgestellt: Mr. GoldenStream und ich sind zu einer Party eingeladen, er befiehlt mir, so viel Wasser und Coke Light zu trinken, wie ich kann, verbietet mir aber gleichzeitig, aufs Klo zu gehen. Erst als aus dem Harndrang fühlbare Unterleibsschmerzen werden, erlaubt er mir, zu pissen. Auf der Tanzfläche, vor allen anderen.



Mr. GoldenStream erklärt mir, dass es auch diese Spielart gibt, Female Desperation als Bestandteil devot-dominanter Rollenspiele. Das sei aber nicht seine Sache. Ihm genüge das Beobachten und das anschließende Kopfkino. Im Real Life hatte er das Vergnügen mit echter weiblicher Piss-Verzweiflung bisher noch nicht. Bislang blieb es bei Bildern und Videos auf einschlägigen Seiten. Wobei explizite Female-Desperation-Seiten im Netz Mangelware sind, zu speziell ist der Fetisch. Pinkelnde Frauen gibt es dagegen zu Hauf. Einfach mal „Watersports“ oder „Jeans Wetting“ googlen. Und dann das Kopfkino anschalten.

Ob die Dame es übrigens gleich im Stehen fließen lässt oder es gerade noch schafft, sich hinzusetzen, ist gleich. Und Geschmackssache. Mr. GoldenStream präferiert die hockende Position. „Weil das so verletzlich aussieht, als sei sie mir dabei ausgeliefert.“

Neben der gedanklichen Erniedrigung der Frau spielt Kleidung bei diesem Fetisch eine große Rolle. Enge Hosen, am liebsten Jeans oder feingerippte Cordhosen. Die verfärben sich schön, und ist die Hose tight genug, zeichnen sich im Idealfall auch noch die Pussylippen unter dem Stoff ab. Auch Mr. GoldenStream hat eine textile Vorliebe: Röcke. Und Baumwoll-Höschen, die sichtbar werden. Besonders beliebt in Female-Desperation-Lover-Kreisen: Weiße Hosen. Weil die beim Pissen so hübsch transparent werden und ein Blick auf die kleine Schatztruhe, der die goldenen Flüsse entströmen, so zum Greifen nah ist.

Bis hierhin eine schöne Sache, finde ich. Kommen wir nun allerdings zum unangenehmen Teil. Denn Pipi duftet nun mal nur nach Popcorn, wenn es frisch ist. Irgendwann fängt’s an zu stinken, vor allem, wenn frau das vollgesiffte Höschen nicht wechseln kann. Der Penner, der nachts manchmal in meiner Bankfiliale übernachtet, riecht so. Nach altem Urin, ein stechender Geruch, der meinen Kopf ganz duselig macht. Oder denke ich an dieser Stelle zu wenig pervers? Ist es gerade dieser Pipi-Gestank, der Female-Desperation-Freunde verrückt und geil macht? Mr. GoldenStream verneint. „Pisse stinkt nicht zwangsläufig. Wenn du viel Wasser getrunken und wenig gegessen hast, riecht Pisse eigentlich nach gar nichts. Auch wenn sie nicht mehr ganz frisch ist. Aber das spielt in meiner Vorstellung sowieso keine Rolle.“



Gut. Fassen wir zusammen: Es riecht nach nichts, anfassen ist nicht, keine Züchtigung, keine Belohnung, kein Reinstecken, kein Anpinkeln oder anpinkeln lassen, kein Sex. Nur gucken und sich heimlich einen darauf wichsen, dass die Uschi aus der Fußgängerzone es nicht mehr rechtzeitig zum Klo geschafft hat. Und das ist nun dein Fetisch, Mr. GoldenStream? Der denkt kurz nach und sagt dann: „Ja. Female Desperation ist kein sexueller Akt, klar. Ich betrachte es eher als Inspiration. Als Onanier-Inspiration.“

Und weil Onanieren bekanntlich Leib und Seele zusammenhält, gönne ich Mr. GoldenStream seinen Fetisch von Herzen. Wenn wir uns wiedersehen, werde ich es ausprobieren. Female Desperation im echten Leben, nur für dich, mein Freund. Das schwöre ich dir. Ach was. Ich pisse es dir Gold auf Weiß in den Schnee.

 Fotos von Philip Nürnberger


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