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Mode

Die grössten Trottel

10.8.10

Die grausamen Bastarde von Yep produzieren regelmäßig die Dokumentation "Top Chumps", in der sie die vielen Klischeeoutfits auseinandernehmen, die man heutzutage auf der Straße sieht. Klickt auf den unten stehenden Link um mehr von ihren brutalen Kleidungs-Obduktionen zu lesen.

Das Nerd-Straßenoutfit

Ich erinnere mich an das Jahr 2005, als ich Leute gesehen habe, die sich tagelang vorm Bape Shop angestellt haben, um einen überteuerten Kapuzenpulli zu kaufen, den Pharrell Williams mal in einem Video getragen hat. Der Pulli war bekanntermaßen abartig - Er hatte eine Nummer aus rotem Tarnfarbenmuster drauf und die Kapuze war wie ein Hai geschnitten. Doch das Aussehen des Kleidungsstücks bedeutete den Leuten, die es kaufen wollten wenig. Was sie wollten war die Ehre ein seltenes Stück Freizeitkleidung zu besitzen, das von jemand Berühmten für gut befunden wurde. Bis heute dürfte sich die Kleiderwahl (geringfügig) geändert haben, doch die Leute, die solche Sachen tragen, sind gleichermaßen besessen. Sie verfügen über eine strikte Liste von Marken (Supreme, Neighborhood, Visvim, Fenom etc.), die sie besitzen und vor ihren Kleidungsstil-Genossen ausstellen müssen. Ich habe die Theorie, dass sie denken, dass das Wort "Collaboration" eine Verlängerung des Worts "cool" ist, weil sie dermaßen drauf stehen über durch geheime Absprachen entstandene Produkte von zwei oder mehr Marken zu verfügen. Verbreitet ist die Armbanduhr von G-Shock/Bape. Sie horten leidenschaftlich gerne materielle Güter, egal wie gegenstandslos sie sind. Sie sammeln dämliches kleines Plastikspielzeug und ihre Schlafzimmer sehen aus wie die heiligen Stätten der raren Turnschuhe - wobei jedes Paar ordentlich im Original-Schuhkarton verpackt ist. Lest unten weiter für eine Analyse ihres Auftritts.

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Frisur: Kurz und unauffällig - um nicht die Aufmerksamkeit von den unzähligen ausgestellten Marken abzulenken. Im Wesentlichen sind sie Models für ihre teuren Klamotten, Schiffe, die durchs Leben segeln um für teure Freizeitkleidungs-Marken zu werben.

Kopfbedeckung: Eine Mütze von Supreme ist die Visitenkarte des Freizeit-Nerds, doch halte die Überraschung zurück, wenn du sie in einem lachhaften Käppi aus dem Fell einer gefährdeten Zebra-Art rumlaufen siehst, solange sie vom richtigen Label in der entsprechenden Limited Edition hergestellt worden ist.

Tattoos: Große Anker und Totenköpfe, oder irgendwas, was ihre peinlichen Graffiti-Tattoos von vor einigen Jahren überdeckt.

Jacke: Die Jacke mit Uni-Emblem scheint zurzeit sehr geläufig zu sein. Die muss allerdings nicht zwingend aus dem Vintage-Laden kommen. Sie muss wenigstens 600 Pfund wert sein und ist idealerweise aus einer Zusammenarbeit von Stussy/Nike/Undefeated entstanden.

Oberteil: Ein T-Shirt mit einem Logo oder einer doofen Comicfigur vorne drauf. Zusätzliche Ehre haben die, deren T-Shirt von Hand nummeriert ist.

Hose: Eine 1600-Euro-Jeans aus Japan mit Webkanten, hergestellt von Levi’s/Fenom/Fragment/Maharishi – mit einer Nadel hochgesteckt, sodass sie nicht auf den limitierten Turnschuhen abfärbt.

Lieblingsspruch: “Stand gestern Nacht im YoYos direkt neben Mark Ronson an der Pissrinne. Hab voll gesehen, wie er runtergeschaut hat, um meine Kid Robot Air Max 1s zu begutachten.”

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Schuhe: Visvims sind gerade sehr in der Mode (besonders das Paar in der obigen Zeichnung, die wie das Ergebnis einem seit neun Monaten vergangenen Balztanz zwischen Venus Williams und zwei Wallabies aussieht). Jeder neue Release der Quickstrike-Nikes ist auch beliebt, Adidas dagegen auf keinen Fall ("Deren Limited-Edition-Releases sind ein Witz, Bruder")

Accessoires: Ein richtig teurer Rucksack, der haargenau wie die von Eastpak ausschaut, aber das Fünffache kostet, ein schwerer Karabinerhaken (der am Gürtel eines Kletterers im Grand Canyon Sinn ergeben würde), ein enormes Angebot an Spielzeug, welches von Idioten wie James Jarvis oder Kaws gemacht wurde.

Freundin: Ein beliebiges japanisches Mädchen, die ein Ray-Ban-Gestell ohne Gläser und knielange Socken trägt. Ein extralanges T-Shirt mit Schimpfwörtern drauf, die sie nicht versteht ("FUCK NAZI FASHION") ist optional.

Karohemd? Widerwillig getragen und nur, weil die Streetwear-Firmen sie schon für so lange Zeit durchgehend herstellen. Vorzugsweise steht die Marke auf dem Ärmel oder der Brusttasche, um zu demonstrieren, dass der Träger es nicht wie die meisten Leute für zehn Pfund bei Uniqlo erstanden hat.

Ein Fixed-Gear-Fahrrad? Ja, solange dessen Farbe aufs Outfit abgestimmt ist. Etwa weiße Felgen, um die Weißheit ihrer Turnschuhe noch hochzuspielen. Sie haben auch Sticker mit Insider-Witzen drauf um zu beweisen, dass sie sich schon mit den "Fixies" ausgekannt haben, bevor sie in Mode kamen.

Das Kunstsammler-Outfit

Heutzutage bist du in Ostlondon ein Nichts, solange du keinen Kunstsammler kennst. Diese Horde von "Künstlern" - die vollkommen sinnlose Namen tragen wie Golden Mirage oder Neon Futurism - schlurfen herum wie betuliche Malcolm McLarens und denken, sie sind Teil einer das Jahrzehnt bezeichnenden Bewegung, während sie lediglich Ausstellungen für erwachsene Männer organisieren, die so Zeugs wie Gitarre spielende Außerirdische malen. Obwohl ihre Erscheinung sehr unauffällig ist, fallen sie schnell ins Auge, da sie alle das Aussehen von jemandem haben, der von seinen Eltern für einen Frühlings-Tagesausflug zu Großpapa auf dem Land eingekleidet wurde. Lies unten weiter um herauszufinden, wie du dir den Look zulegen kannst, solange er in ist.

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Frisur: Kurzgeschoren und sehr gepflegt - wie ein Kind an seinem ersten Schultag. Einige der abenteuerlicheren/schickeren Kandidaten haben sich die Seiten rasiert und besitzen eine Tolle.

Kopfbedeckung: Eine aufgerollte Zipfelmütze sitzt beinahe wie eine Kippah auf dem Hinterkopf. Muss zu jeder Zeit, das ganze Jahr lang getragen werden.

Tattoos: Ein großes No-Go – diese Leute hatten nie was mit Hardcore zu tun, weil die Basslinie nicht funky genug ist und er über keine erkennbare Referenz zu Afrika verfügt.

Jacke: Die gewachste Barbour-Jacke ist dafür bekannt, ein bezeichnendes Merkmal der Träger des Kunstsammler-Looks zu sein, seitdem das Gewand jedoch seinen Weg in den Mainstream gefunden hat, wurde es zugunsten Stonewash-Vintage-Jeansjacken und sandfarbenen amerikanischen Jägerjacken fallen gelassen.

Oberteil: T-Shirt mit einer ihrer eigenen Zeichnungen drauf oder ein vollständig zugeknöpftes Jeanshemd. Im Winter wirst du sie einen Pennermantel aus der Jumper-Kollektion von Bill Cosby oder einen Cardigan von einem Teil ihrer verstorbenen Großeltern tragen sehen.

Hose: Beige Jeans oder Chinos von Uniqlo, die bis über Fußgelenk gerollt ist, um ihre schrullige Sockenwahl zur Schau zu stellen.

Lieblingssprüche: “Komm zum Launch unserer neuen T-Shirt-Reihe bei der Eröffnung unserer geheimen Pop-Up-Galerie in Dalston. Kostenloses (warmes) Gesöff gibt's auch!" "Hast du meinen neuen Blog-Eintrag über den unterschätzten Electronic-Mood-Künstler Jironechi Sushimunchi gelesen?”

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Schuhe: Schnürschuhe von Vans (jede Farbe), (schwarze oder weiße) Reebok-Klassiker oder Clark’s Desert Boots.

Accessories: Eine Einkufstasche voller gebrannter CDs mit ihrem aktuellen Lieblings-Genre: African Chip-Disco. Altmodische dick-gerahmte Brille, die sie einem überführten Pädophilen auf eBay abgekauft haben.

Freundin: Eine "Künstler"-Genossin - oft skandinavischer Herkunft - die behauptet Illustratorin zu sein, aber unfähig ist irgendwas zu zeichnen ohne abzupausen.

Karohemd? War mal quasi grundlegend, doch sie werden schrittweise zugunsten verschrobeneren und und künstlerischeren Azteken-T-Shirts liegen gelassen.

Ein Fixed-Gear-Fahrrad? Sehr beliebt. Es reicht aber auch, wenn es einfach nur retro ist.

_Besucht yepwecan.co.uk, um weitere Top Chumps zu sehen. _