Foto: Piotr Sokul

Dinge, die man am Morgen nach einem One-Night-Stand nicht machen sollte

Obwohl es bei One-Night-Stands nur um zwanglosen Spaß geht, gibt es dennoch ein paar No-Gos, die man auf keinen Fall am Morgen danach begehen sollte.

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08 August 2014, 7:30am

Foto: Piotr Sokul

Titelfoto: Piotr Sokul


One-Night-Stands sind das Salz in der lauwarmen Suppe des Singlelebens—manchmal sind sie aber auch das schwarze, erschreckend lange Schamhaar des Suppenkochs. Vor allem wenn man in einer Stadt lebt, wo nicht jeder jeden vom Wegschauen, sondern höchstens von Tinder kennt, hat man als Single ein leichtes Spiel, was die Wahl von temporären Geliebten angeht. One-Night-Stands bahnen sich meist beim Weggehen an—dort, wo der Alkohol in Strömen fließt und die Grenzen des guten Geschmacks oft verschwimmen oder sich zumindest in ferne Sphären verschieben.

Bei One-Night-Stands sind alle Regeln außer Kraft gesetzt, es herrscht allein die moralische Anarchie. Man ist betrunken, durchlebt mit einer Person, die man gerade erst kennen gelernt hat, alle Phasen einer Beziehung an einem Abend und weiß von vorne herein schon, dass man sich wahrscheinlich nie mehr wieder sieht. Obwohl das die einzige wichtige Regel für One-Night-Stands ist, gibt es trotzdem einige No-Gos, die man auf keinen Fall am Morgen danach begehen sollte.

Einfach nicht heimgehen und dann beleidigt sein
Es gibt Menschen, die den Sinn hinter One-Night-Stands einfach nicht verstehen. Dieser ist nämlich, dass man ungezwungenen Spaß hat, der sich meistens, sofern man auf der Tanzfläche nicht die Liebe seines Lebens getroffen hat, auf eine gemeinsame Nacht beschränkt. Am nächsten Tag, wenn man wieder halbwegs nüchtern in der Realität angekommen ist und nichts anderes will als Pizza, eine Dusche und seinen heiligen Schlaf, sollte der andere wissen, dass es Zeit ist zu gehen. Nur gibt es da manche, die denken, sie können den ganzen nächsten Tag noch bei einem in der Wohnung hängen, fernsehen, den Kühlschrank leer fressen und sich ganz wie zu Hause fühlen. Nein, könnt ihr nicht—es heißt schließlich nicht One-Day-Stand.

Sagen, dass man sich bitte nicht melden soll
„Du brauchst mich aber jetzt nicht auf Facebook adden, gell." Diesen Satz musste ich von einem Typen hören, der mit Sonnenbrille im Bett lag und noch dazu zwei Jahre jünger war als ich. Ich war so baff, dass ich nur mit einem „Eh klar, wir sind ja nicht im Kindergarten" antworten konnte, bevor ich eine 40-Euro-Taxifahrt angetreten bin. Auch wenn bei einem One-Night-Stand so gut wie keine Regeln gelten, sollte man nicht vergessen, dass das nicht bedeutet, dass man die einfachsten Höflichkeitsformen vergessen darf. Eine einfaches, kleines „Hoffe, bei dir ist alles gut, war lustig gestern." hat noch keinem Stecher einen Zacken aus der Krone gebrochen. Dafür könnte unhöfliches Herumrotzen aber dazu führen, dass ich dem nächsten Stecher den Zacken von seiner Krone breche (und ja, ich meine genau das).

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Fragen, ob man Haare waschen darf
Die Personen, die nach einem One-Night-Stand in der Wohnung des anderen noch gemütlich duschen, sich die Haare waschen und im schlimmsten Fall auch noch die Zahnbürste ungefragt ausborgen, sind meist auch die, die den ganzen Tag bei einem abhängen wollen und denken, dass man jetzt eh quasi zusammen ist und gerne hätte, dass die eigene Wohnung am besten die nächsten zwei Tage von einem Unbekannten belagert wird. Nein. Nein, du darfst dir nicht die Haare waschen, und nein, denk nicht einmal daran, meine Zahnbürste auch nur anzusehen.

Am Weg aus der Wohnung etwas mitgehen lassen
Wieso man aus der Wohnung des One-Night-Stands etwas mitgehen lässt, ist mir rätselhaft. Ja, manche Menschen sind vielleicht kleptomanisch veranlagt oder wollen, wenn sie schon die große Liebe nicht bekommen, zumindest einen kleinen Trostpreis. In meinem Fall hat der werte Herr jedoch lediglich Lebensmittel mitgehen lassen—eine Flasche Litschi-Sekt und gebratene Ente im Styroporbehälter—zwei Dinge, die man früh Morgens eigentlich nicht einmal riechen müssen will.

Frühstück erwarten
Was man sich nach einem One-Night-Stand keinesfalls erwarten sollte, ist verdammt nochmal ein Frühstück, das man am besten noch mit einer frisch gepflückten Blume direkt ans Bett serviert bekommt. Niemand will dem fremden Fick von gestern Nacht etwas zu essen machen, außer es war so gut, dass man auf ein kleines Dankeschön in Form von morgendlichem Kater-Sex hofft.

Ein großes Geschäft hinterlassen
Dieser Punkt sollte eigentlich klar sein. Man will doch, dass einen der Sexpartner der letzten Nacht so sexy, cool und super in seiner alkoholbedingt verschwommenen Erinnerung behält wie nur möglich. Wollt ihr aber aus einem unerklärlichen Grund und wider alle Regeln der Vernunft, dass das Letzte, das ihr im Leben und in der Wohnung des anderen hinterlasst, eine stinkende Giftwolke und Kackestreifen im Klo sind, dann bitte sehr, tut euch keinen Zwang an.

Zwang ist ein gutes Stichwort, denn das ist das Letzte, worum es bei einem One-Night-Stand gehen sollte—trotz der oben stehenden No-Gos. Wer sich nach einem One-Night-Stand etwas erwartet, sei es eine Banalität wie ein Frühstück oder gar eine Romanze, muss schlichtweg damit rechnen, enttäuscht zu werden. Wenn man diese Ungezwungenheit mit sich und seinem Leben vereinbaren kann, sich nicht wie ein Vollidiot benimmt und sich zumindest hin und wieder ins Gedächtnis ruft, dass es viele gute Gründe gibt, warum man mit dem Typen oder dem Mädchen aus dem Club ins Bett springen sollte, steht dem Liebesglück für eine Nacht nichts mehr im Wege. Natürlich können One-Night-Stands auch der absolute Reinfall sein. Im schlimmsten Fall springt jedoch zumindest eine gute Story heraus, über die man noch Jahre später lachen kann—im besten Fall eine lustige, schöne Nacht.

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