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Wegen Antisemitismus-Vorwurf: Kollegah schreibt offenen Brief an Zentralrat der Juden

“Nachdem ich Sie am Mittwoch persönlich anrief, haben Sie eingeräumt, dass Sie zum Zeitpunkt des Unterzeichnens des Schreibens nicht einmal selbst glaubten, ich sei Antisemit …”

von Noisey Staff
02 Februar 2017, 2:40pm

Foto im Header: Imago

Diese Woche wurde ein offener Brief verschiedener jüdischer Organisationen veröffentlicht, in dem der Oberbürgermeister der Stadt Rüsselsheim darum gebeten wurde, den Auftritt Kollegahs im Sommer abzusagen. Homophobie, Sexismus und Antisemitismus würden nicht auf ein staatlich organisiertes Fest wie den jährlich gefeierten Hessentag passen. Als Begründung führten die Verfasser eine Textzeile aus einem Kollegah-Track an – die aber nicht von ihm, sondern seinem Feature-Partner Favorite stammte. Oberbürgermeister Burghardt kündigte später dennoch an, sich für eine Absage des Konzerts einzusetzen. 

Jetzt hat Kollegah auf die schweren Vorwürfe geantwortet, indem er seinerseits einen offenen Brief an den Zentralrat der Juden veröffentlichte. Er schreibt darin, dass er es von "Genrefremden" gewohnt sei, dass man seine Kunst missverstehe und ihm wegen seiner harten Texte Homophobie und Sexismus unterstelle: "Die Vorwürfe des Antisemitismus dagegen sind neu. Dazu sind sie völlig aus der Luft gegriffen und haltlos." Weiter schreibt der Rapper, dass er dem Zentralrat angeboten habe, gemeinsam eine Wohltätigkeitsaktion für hilfsbedürftige Juden zu initiieren, um "zusammen auch gerade für unsere Jugend ein echtes Zeichen gegen Antisemetismus [sic] zu setzen."

Dann wundert Kollegah sich laut, dass diese Vorwürfe jetzt, kurz nachdem er eine Doku über Palästina veröffentlicht hat, erstmalig geäußert werden – will da aber keine Verbindung unterstellen. Da ihm bewusst sei, dass die ganze öffentlich ausgetragene Geschichte zu vielen antisemitischen Kommentaren auf HipHop-Seiten und letztendlich auch seiner eigenen Facebookseite geführt hat, bietet er eine Diskussionsrunde zum Thema an: "Wir sollten dem gemeinsam vorbeugen." 

Eine Antwort des Zentralrats steht derzeit noch aus.

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