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pantone

Mit dem Farbfächer durch Italien

Andrea Antoni nutzt das berühmte Farbsystem, um die atemberaubenden Aufnahmen aus seiner Heimat zu intensivieren.

von Andrew Nunes
14 Juli 2017, 3:37pm

Das Pantone Matching System wird in der Grafik- und Druckindustrie weltweit zum Farbabgleich eingesetzt. Der italienische Künstler und Grafikdesigner Andrea Antoni verleiht den Farbmustern einen ganz neuen Sinn, indem er sie in seine surrealen Fotos integriert. Auf Instagram teilt Antoni Aufnahmen aus seiner Heimat, deren atemberaubende Farben durch den direkten Vergleich mit dem passenden Panton-Streifen noch intensiviert werden.

Obwohl er stets Farben auswählt, die auch im Originalfoto vertreten sind, beeinflusst der Künstler durch das Hinzufügen oder Weglassen bestimmter Farbtöne die Wirkung seines Bildes. Somit werden Antonis Kompositionen kontrastreicher und lenken die Blicke auf bestimmte Bildaspekte.

In die Bilder fügt Antoni seine Hand mit dem passenden Farbstreifen ein und nimmt auch regelmäßig weitere digitale Veränderungen an den Originalen vor. So verwandelt er beispielsweise die Aufnahme von einem kahlen Baum in eine Fischaugen-Perspektive mit Himmelskörpern im Hintergrund und komplettiert sie durch das entsprechende blaue Farbmuster.

Antoni begann vor etwa einem Jahr damit, seine Pantone-Collagen auf Instagram zu posten. Doch die Bilder sind schon viel länger Teil seines Lebens: "Vor vielen Jahren habe ich bereits jeden Tag ein Bild des Pantone-Farbtons veröffentlicht, der an diesem Tag zum Himmel über meinem Haus passte."

"Als Grafikdesigner mochte ich den Pantone-Fächer schon immer. Das liegt jedoch mehr an der Farbenfrohheit als an seinem eigentlichen Zweck. Also schoss ich eines Tages ein Foto und versuchte, es mit der passenden Pantone-Farbe zu kombinieren. Anfangs veröffentlichte ich nur gelegentlich ein Pantone-Bild, doch inzwischen machen diese Aufnahmen etwa ein Drittel meiner Veröffentlichungen aus."

Mit den Aufnahmen möchte Antonio auch seine Erinnerungen bewahren. "Die Bilder spiegeln wider, wie ich die Welt sehe oder welche Erinnerungen ich an einen bestimmten Ort habe", erklärt er gegenüber Creators. "Wenn ich ein Bild stark verändere, reflektiert das die Eindrücke und Assoziationen, die ich mit diesem Ort verbinde."

"Obwohl das im Bild immer noch die selben Orte sind, sind sie es doch gleichzeitig nicht. Die Farben sind anders, Gebäude wurden herausgeschnitten oder werden anders dargestellt. Das Ergebnis ist eine Welt, die auf der einen Seite unrealistisch, andererseits aber auch sehr echt ist. Die Bilder zeigen eine Erinnerung; echt und rekonstruiert zur selben Zeit", erklärt Antoni.

Andrea Antonis Instagram-Feed findet ihr hier. Weitere Werke des Grafikdesigners findet ihr außerdem auf seiner Website.

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