URBANSCREEN beeindrucken mit überdimensionalen Visuals im Gasometer Oberhausen

Das Bremer Projection-Mapping-Kollektiv haucht dem 112 Meter hohen, ehemaligen Gastank durch seine beeindruckende Installation "320° Licht" künstlerisches Leben ein. Wir haben mit den Künstlern über ihr ehrgeiziges Projekt gesprochen.

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Juni 17 2014, 6:00pm
 

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Als großer schwarze Zylinder erhebt sich das Gasometer Oberhausen majestätisch über dem Rhein. Was zunächst Anfang des 20. Jahrhunderts als Druckventil für die Ölindustrie fungierte, ist heute Europas größte Ausstellungshalle. Mit ihrem gigantischen Volumen bietet sie allen ambitionierten Künstlern, die keine Angst vor diesen Dimensionen haben, die perfekte Spielwiese.

Bevor das Bremer Projection-Mapping-Kollektiv URBANSCREEN am Gasometer Hand anlegte, stellte sich Creative Director Thorsten Bauer folgende Frage: „Wer ist beim Projection Mapping eigentlich der Storyteller?‟

Aus der Antwort wurde die Installation 320° Licht, die den riesigen Tank als Leinwand für ihre überdimensionalen Visuals benutzt. Wir haben das Projection Mapping-Projekt, das im Rahmen von The Appearance of Beauty im Gasometer Oberhausen stattfindet, für euch besucht.

Als Künstler möchten wir uns davon entfernen, Gebäude von Objekten in Subjekte zu verwandeln‟, so Bauer. „Jedes Gebäude erklärt für sich selbst eine Geschichte‟.

Diese bewusst einfache Lösung kombiniert URBANSCREEN mit einer dafür umso größeren Herausforderung: Wie haucht man einem Ort künstlerisches Leben ein, der eigentlich für die Speicherung von Gas konstruiert wurde?

„Wir wollten keine Show draus machen‟, so der künstlerische Leiter Till Botterweck. „Wir versuchen, mit den emotionalen Eindrücken zu spielen, die man beim erstmaligen Betreten des Raums verspürt.‟

Als Teil der Ausstellung The Appearance of Beauty, die noch bis zum 30. Dezember 2014 im Gasometer Oberhausen zu sehen ist, kommen bei 320° Licht 21 hochleistungsfähige Epson-Projektoren zum Einsatz. Sie bilden grafische Animationen auf den Innenwänden des Gastanks ab, mit einem Gesamtradius von 320 Grad.

Zusätzlich sind Sounds zu hören, die die ungewohnte akustische Struktur des Raums ergänzen. Eine eindrucksvolle Geräuschkulisse, die die Wahrnehmung der Besucher herausfordert. 

URBANSCREEN nutzten dabei die Rahmenbedingungen des Gasometers voll aus.

„Durch eine Vielzahl an Tests haben wir herausgefunden, dass man die Oberfläche nicht sieht und dass die Tiefe des Raums durch die Projektion von Schatten kontrolliert werden kann. Wir können Illusionen erschaffen, die auf einer weißen Oberfläche nicht funktionieren würden‟, erklärt Botterweck.

Zusammen mit den atmosphärischen Hintergrundgeräuschen von URBANSCREENs Sounddesigner Jonas Wiese ist eine einzigartige und beeindruckende Installation entstanden.

„Die unermessliche Weite des Gasometers sorgt für dieses einzigartige Erlebnis. Wir haben damit gespielt, den Raum kleiner und größer zu machen, ihn zu verformen, seine Oberfläche zu verändern und die originale Atmosphäre des Raums uzugestalten–ohne dabei zu übertreiben‟, so Bauer.

„Das Zeitalter des Bildschirms neigt sich seinem Ende. Über digitale Schnittstellen werden wir ihn auflösen und in den sozialen Raum integrieren... wir tragen zu dieser Entwicklung auf künstlerische Art und Weise bei.‟

Ob die Zukunft von Installationen nun bei 320 oder 360 Grad liegt–URBANSCREEN ist ganz vorne mit dabei.

URBANSCREEN /  320° Licht / Gasometer Oberhausen

Fotos: Thomas Wolf

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