FYI.

This story is over 5 years old.

Musik

Musikreviews

30.10.10

Hier sind unsere Reviews zu BON HOMME, FOTOS, DEVO und YOU NEED.

BON HOMME
Bon Homme
Motor Entertainment GmbH

Es ist ja durchaus in Ordnung, ein Album zu machen, das versucht, den kalten, emotionslosen Sound des Jahres 1981 zu reproduzieren. Man sollte halt nur nicht vergessen, dass es auch 1981 schon Scheißmusik gab.

ARE FRIENDS ELECTRIC?

FOTOS
Porzellan
Snowhite/Universal

Die Auskennermedien werden jetzt genug zu tun haben, die TJAMC-, Slowdive- und Cure-Spuren aus Porzellan herauszuklugscheißen. Es ist tatsächlich erfreulich, dass Fotos den Reverbeffekt entdeckt und manches Geheimnis ihrer Anregungen durchschaut haben. Viel erfreulicher ist aber, dass sie mittlerweile erwachsen genug sind, um nicht Manager- und A&R-Schwänze zu lutschen, bis sie eine Zielgruppenverdummung hervor würgen, die straight in die Top Ten schießt. Damit haben sie den meisten Bands auf Augenhöhe etwas voraus: ein ausnahmslos gutes Album.

CARL WEYPRECHT

DEVO
Something for Everybody
Warner

Dieses soziologisch-kreationistische Konzept mit den albernen Hüten und Uniformen beginnt sich langsam auszuzahlen. Man bekommt auf den ersten Blick gar nicht mit, dass Devo mittlerweile ein Haufen aufgedunsener Spaßvögel in Sichtweite der Frührente sind. Trotzdem haben sie es geschafft, 37 Jahre nach Bandgründung ein Zeitgeist-nahes Album aufzunehmen. Nicht, weil es spektakulär klingt, sondern weil es spektakulär (und natürlich eingedenk der typischen Subironie) vermarktet wird. Auf der zweiten Hälfte des Albums sind allerdings sogar ein paar ganz passable Songs drauf.

MAX MUSTERMANN

YOU NEED
Compipi
You Need Friends Not Diskos

Ganz schon mutig vom Rostocker Musikkonglomerat You Need Friends Not Diskos, durch die eigene Namensgebung gleich das Lebensgefühl einer ganzen Generation in Frage zu stellen. Ein überzeugendes Argument, das ihre haarsträubende Behauptung untermauern würde, findet sich in diesem Weirdo-Pop-Potpourri aber nicht, im Gegenteil: Auf noch mehr Freunde mit froschartigen Quäkstimmen, die mir unzusammenhängende Wortfetzen ins Ohr brüllen, kann ich durchaus verzichten. Hingegen ist mir noch keine Disko begegnet, die mich mit ihrem Liebeskummer genervt, meine Kippen geschnorrt oder mir auf die Schuhe gekotzt hat. Was sagt ihr dazu, Hippies?

LORD FADER