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Musik

Musikreviews

23.10.10

Hier sind unsere Reviews zu LEIF VOLLEBEKK, IRA ATARI & RAMPUE, END OF A YEAR und CASIOKIDS.

LEIF VOLLEBEKK
Inland
Nevado/Cargo

Nach eigenen Angaben versucht Leif Vollebekk, wie eine Mischung aus Hank Williams und Sigur Rós zu klingen und spekuliert gleichzeitig darauf, dabei zu scheitern, damit etwas ganz Individuelles entstehen kann. Tatsächlich ist er sowohl vom alkoholkranken Countrygott als auch von den isländischen Naturfricklern ungefähr so weit entfernt wie ein Bahnhofspenner von einer Landresidenz an der Côte D’Azur und somit wäre zumindest dieser Teil erfüllt. Ob es hingegen ein überzeugendes Alleinstellungsmerkmal ist, so zu klingen als ob Conor Oberst eine Überdosis Helium inhaliert hat und jetzt beim Lena-Mayer-Landruth-Soundalike-Wettbewerb für Frankreich antritt, darüber müssten wir noch mal diskutieren.

LIVE IS LIVE

IRA ATARI & RAMPUE
Just Fuckin Dance It!
Audiolith

Ira ist Laura Branigan und  Lena und Björk und Basta. Großartige Hits für mich, dich, deine kleine Schwester, den Club, die Gay Parade, die Klassenfahrt, das Radio, Brainpool, die Pillen, das Tanzen und den Sex. Musik für die ganze Familie zu allen Anlässen sozusagen. Audiolith ist Virgin und alles ist gut.

LOVE CSD ADD

END OF A YEAR
You Are Beneath Me
Deathwish

Im ersten Moment nicht übel, aber, och, jetzt sehen diese Leute aus wie britische Möchtegernindierocker, ich sag mal Modcore, so mit Mantel, Schal, Chelsea Boots und sensibel, bloß nicht lächeln!-Blick und musizieren sich einen Hardcore zusammen, der so viel Stock im Arsch hat, dass es selbst dem ollen Onkel Henry Rollins zu stramm beim Sitzen ist. Natürlich fahren alle Jungens, die derzeit noch oder schlimmstenfalls für immer zu steif für eine lustvoll entspannte Beziehung sind, darauf ab und stilisieren ihr soziales Unvermögen innerhalb ihrer Zirkel mithilfe solcher Produkte zur Ehrenrettung. Viel Glück euch, ihr Pfeifen.

SXE DOES NOT MEAN LOSS OF JOY

CASIOKIDS
Topp Stemning Pa Lokal Bar
Moshi Moshi / Rough Trade

Ich weiß nicht, wo sie die letzten paar Millionen Jahre verbracht haben, aber es ist offenbar noch nicht zu den Casiokids durchgedrungen, dass Englisch die gerade angesagte Weltsprache ist, nicht Norwegisch. Dass die Kollegen sämtliche Songs und Begleittexte in ihrer Muttersprache verfasst haben, erleichtert die Orientierung zwar nicht unbedingt, aber Spaß macht es trotzdem. Wäre halt nur peinlich, wenn hinterher rauskommt, dass wir die ganze Zeit zu Textzeilen wie „Ihr westlichen kapitalistischen Monsterpädos seid nur ein paar hässliche kleine Fotzen“ mit dem Fuß gewippt haben.

CHAMPAGNE COMPLEX