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Scheiß dich nicht an wegen Facebook.
27.9.12

Wir leben in spannenden Zeiten und jeden Tag passiert etwas neues: Myspace wird rundumerneuert (worauf wir schon immer gewartet haben), Bananen vom Billa plötzlich auf Gawker gepostet und Facebook will unsere Beziehungen zerstören. The FUCK?

Seinen Anfang nahm dieses Drama wieder einmal Frankreich, wie Jahrhunderte zuvor schon die Pest, die Franzosen Krankheit (Syphillis), die Revolution, die Liebe zu grauslich riechendem Käse und vieles andere Unheil, das ich jetzt nicht näher aufzählen will. Die Französische Regierung soll allerhand Facebook Manager zu sich gerufen haben, um etwaige Gerüchte zur Veröffentlichung von PM auf der eigenen Wall aus der Welt zu räumen. Natürlich ist genau das Gegenteil passiert.

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Die Rede war vom „9/11 of private life“ und ungefähr jede Tech Seite, die etwas auf sich hält und Klicks generieren wollte, brachte einen Blog mit der Überschrift „Deine Ehe/Eingetragene Lebenspartnerschaft ist fuckin zu Ende!“ was zu einer Art self fulfilling prophecy führte. Ohne zu wissen, was genau da auf der eigenen Wall bis zum gefühlten Jahr 2009 unter dem Punkt „376 friends posted on your timeline“ stand, taten wir alles menschenmögliche um den Supergau zu verhindern.

Was tatsächlich passiert war, war, dass Facebook (ja, wann eigentlich genau?) alle 376 Postings, die sich übers Jahr auf deiner Wall gesammelt haben, auf einen Blick ersichtlich machte. Und weil wir damals erstens noch keinen Tau, wie man dieses Medium verwendet und zweitens alle nur um die 100 Freunde hatten, sahen diese Postings anders aus als jetzt.

Am verwirrendsten waren sicher die Postings in Romanlänge. NIEMAND, außer unseren Eltern vielleicht, würde heutzutage etwas anderes als ein Bild mit einer Katze drauf, ein Video von einem nießenden Panda oder irgendeinen verschissenen Link auf die Wall eines Freundes posten. Und schon gar nicht würde jemand mit der irgendeiner Begrüßungsfloskel beginnen und sich mit „Liebe Grüße, dein Sebbl“ verabschieden. Diese Posts, die sich anfühlen als wären sie ein Tolstoi-Roman sind so 2009. Ein Jahr später war alles schon anders, weshalb dieser Glitch merkwürdiger Weise nur bis 2009 reichte.

Der eigentliche Punkt ist aber: Who gives a fuck?

Von meinen knapp 1000 Freunden ist mir niemand eingefallen, bei dem es die Mühe wert wäre, auf dessen Seite zu gehen um alte PMs zu finden. Natürlich hab ich mich vom Zufall leiten lassen und ein paar Postings durchgelesen (und im selben Atemzug meine eigenen gesperrt), aber in Wahrheit ist das doch langweiliger Scheißdreck. Und sobald der gläserne Mensch Wirklichkeit ist, sitzen wir auch endlich alle im selben Boot und müssen uns für gar nix mehr schämen.

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DONNERSTAG:

In der Arena spielt Caribou, der grundsätzlich immer einen Besuch wert ist oder wahlweise in die Forelle zum gemischten Doppel Sodom & Gomorrha und Praterei.

FREITAG:

Bei WoodWood gibt's eine neue Jacke und dazu Getränke und Hot Dogs, gut für einen Abstecher vom Flohmarkt. Abends dann Local Authority im Loft mit Luv Shack Records, Danceteria und Zeitaufnahme. Außerdem: die Ausstellungseröffnung von unserem Freund und Überfotografen Kurt Prinz ab 19h im Verein Reumanplatz. Für die ersten 100 Besucher gibt's eine der Karteneditionen gratis. Yeah.

SAMSTAG:

Eigentlich könnt ihr direkt im Loft beliben, denn da feiern wearethesh.it zusammen mit dem Kanadier John Roman. Verlosen wir auf FB auch Tickets zu. Alternativ dazu halt das Leopold mit der dritten Ausgabe des canudiggit Soundclashs. 8 DJs mit je einem 10 Minuten Set. Oben im Cafe dann unsere Freunde vom Fairlight Club.