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Sex

The VICE Guide to Adulthood

Hier erzählen wir euch, wie man sich als Erwachsener zu verhalten hat.
24.7.12

Wir haben die Schnauze so voll von euch mannsgroßen Babys, wie ihr ziellos umherrennt—mit offenen Schnürsenkeln und Auszügen eures überzogenen Kontos, die euch aus den Taschen fallen, und Fettflecken auf euren abgeschnittenen Jeans und euren arbeitsmarktinkompatiblen Inselbegabungen und der Unfähigkeit zu feiern und am nächsten Morgen zur Arbeit zu gehen—, dass wir euch jetzt zeigen, wie es richtig läuft.

In den frühen 2000er Jahren haben es die 20- und sogar um die 30-Jährigen geschafft, sich eine durchaus passable Existenz als widerwärtige, unverfroren egoistische, mikrowellenfraßabhängige und vollkommen unproduktive Mitglieder der Gesellschaft zu erkämpfen. Heute allerdings wissen wir, gezeichnet von der besorgniserregenden Verantwortungslosigkeit unserer Baby-Boomer-Eltern, dass ein solches Verhalten zu unüberwindbaren Schuldenbergen führt, die an den nachfolgenden Generationen hängenbleiben oder wenn es ganz schlimm kommt, auch zum Abschlachten von Millionen unschuldiger Zivilisten.

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Die Wahrscheinlichkeit, dass eure Eltern selbstsüchtig waren und euch nicht richtig erzogen haben, ist recht groß. Ein Drittel der Leute, die das hier lesen, hat wohl nicht die geringste Ahnung, wie man ein T-Shirt faltet. Was zur Hölle stimmt nicht mit euch? Wart ihr an dem Tag krank? Aber ist schon gut. Wir führen euch auf den richtigen Weg.

FREUNDE

Es heißt ja, je älter du wirst, desto schwieriger ist es, neue Freunde zu finden. Die meisten haben schon beste Freunde fürs Leben, wenn sie Ende 20 sind. Das sind die Leute, die wir treffen, wenn wir jung sind. Wenn du über 30 bist und mehr als zwei Freunde hast, die du seit mehr als 15 Jahren kennst, dann geht’s dir verdammt gut. Versau es nicht mit denen. Außerdem findest du sowieso keine anderen engen Freunde, weil du neben Arbeit, dem Versuch manchmal Sex zu haben, Muße zum Lesen zu finden oder YouTube-Clips anzuschauen, einfach keine Zeit dazu hast. Je älter du wirst—und das kann ich nicht genug betonen—, desto mehr wirst du bemerken, wie viele Leute es verdienen, zu verschwinden oder am besten zu verdampfen.

BEZAHL DEINE SCHULDEN

Kaum jemand hat eine Kreditkarte. Wir haben die kulturelle Veranlagung, nicht über unsere Verhältnisse zu leben. Das liegt hauptsächlich daran, dass einer von uns das mal versucht hat und daraufhin einige schlimme Dinge passiert sind. Das ist doch irgendwie wie gerade mit Amerika und gewissen Ländern in Europa, meinst du nicht? Schlimme Dinge passieren überall auf der Welt, das ist sicher, und vieles davon wird von Leuten (im Westen) angetrieben und finanziert, die einen Lebensstil verfolgen, den sie sich eigentlich nicht leisten können. Wenn du nicht in diese Kategorie fallen möchtest, dann fang mit etwas Leichtem an, wie zum Beispiel, bei deinem Konto erstmal nur 100 Euro ins Dispo zu gehen, anstatt zweimal die Woche Drogen zu kaufen.

DROGEN

Das trifft jetzt vielleicht nicht auf das Gras zu, das du rauchst oder die Pilze und andere psychedelische Substanzen, die du konsumierst, aber das nächste Mal, wenn du dir Koks, Heroin oder andere Narkotika kaufst, die potenziell einen Herzstillstand verursachen könnten, dann versuch, dich selbst sanft daran zu erinnern, dass viele Menschen in Mexiko, Kolumbien und anderen Länder dafür sterben, dass du einen spaßigen Partyabend inklusive Saufen und Sex mit Fremden haben kannst. Und wir reden hier nicht nur von Drogenbaronen—wir reden hier von kompletten unschuldigen Familien, die nur das Pech haben, zufällig in der falschen Stadt zu wohnen und auch von immer mehr Kindern. Es gibt nichts, was du dagegen tun kannst, aber wenn du das Gefühl hast, du könntest ein aufkeimendes Drogenproblem haben, dann abonniere eine mexikanische Zeitung und das nächste Mal, wenn du Lust hast, was zu schnupfen oder dir eine Spritze in den Arm zu jagen, kannst du dir Fotos von Tatorten angucken, auf denen Berge aus abgetrennten Körperteilen und enthauptete Leichen zu sehen sind. Mit anderen Worten: Alles in Maßen.

LÜG NICHT

Willst du wissen, wieso so viele eurer Eltern geschieden und/oder bankrott sind? Das liegt mit großer Wahrscheinlichkeit daran, dass sie a) viel zu früh geheiratet haben, b) viel zu früh Kinder bekommen haben, c) eine Affäre hatten, weil mindestens einer der beiden Ehegatten davor nicht genug herumgevögelt hat, d) viel zu lange in einem Job gearbeitet haben, den sie hassen. Weich all diesen Fallen aus und deine Chancen, ohne Midlife-Crisis davonzukommen, steigen enorm. Sei ehrlich zu dir selbst und zu anderen, einfach, weil es viel effizienter ist. Du willst deinen Freund/deine Freundin betrügen? Warum machst du nicht stattdessen Schluss und fickst einfach, wen du willst? Liegt es etwa daran, dass du ein riesiger, wehleidiger Waschlappen bist, der Angst vor dem Alleinsein hat und davor, sich wie ein echtes menschliches Wesen den Konsequenzen seiner Entscheidungen zu stellen? Sehr gut möglich. Und wir hoffen, du bekommst Schwanzkrebs davon (nicht weil wir hier einen moralischen Kreuzzug starten wollen, sondern weil wir es witzig finden, wenn die Leute bekommen, was sie verdienen). Du weißt, was du willst. Und falls nicht, dann probier einfach herum, bis du es herausfindest, aber versuch, dabei kein verklemmtes, selbstsüchtiges Arschloch zu sein, dann sind, auf längere Sicht, alle ein ganzes Stück glücklicher.

REISEN

Nachdem du vorangekommen und tatsächlich in einem Job angekommen bist, bei dem du in Geld ausbezahlt wirst, anstatt in Form von Gutscheinen und Schampoo-Pröbchen, solltest du vielleicht darüber nachdenken, deine freie Zeit anders zu verbringen als damit, auf der Couch zu sitzen oder auf Sauftour durch deine beschissene Stadt zu gehen (oder auf der Couch eines Freundes in einer ähnlich beschissenen Stadt). Wie wäre es alternativ damit, deinen in Höchstgeschwindigkeit wachsenden Hintern hochzukriegen, dein Handy für ein paar Wochen abzuschalten und dich Kopfüber in diese einsame Welt zu stürzen und eine Zukunftsperspektive zu gewinnen. Geh irgendwohin, wo es dreckig, gefährlich und billig ist und geh alleine oder mit jemandem, den du liebst oder mit dem du garantiert eine gute Zeit haben wirst. Falls du dich jemals gefragt haben solltest, ob du bescheuert oder langweilig bist, ist das ein guter Weg, um es herauszufinden. Und wenn es zutrifft, besteht sogar die Chance, das zu heilen.

GEFÜHLE

Wenn du zu den Leuten gehörst, die mit Freunden ausgehen und allen den Abend versauen, weil sie nicht damit aufhören können, herumzuzicken und sich über alles und jeden, den sie sehen, aufzuregen und zu betonen, wie „empört“ oder „verkopft“ sie sind und wie „belästigt“ sie sich fühlen, tut es uns leid, dass wir dir das mitteilen müssen, aber du hast die emotionale Reife eines Fötus. Wenn dein bester Freund, den du noch aus der Grundschule kennst, dir nicht sagen kann, dass du Popel an der Nase hast, ohne dass du sofort zusammenzuckst und wässrige Augen kriegst, dann solltest du ein wenig an deiner emotionalen Gesundheit arbeiten. Niemand möchte mit jemandem arbeiten, vögeln oder ins Kino gehen, der ein wandelndes Nervenbündel ist. Heb dir Emotionen auf für Situationen, in denen sie erwünscht sind und Leute damit was anfangen können: Im Bett, bei Tiervideos oder an Weihnachten.

LIEBE VS. FICKEN

Es heißt, ein lebenswertes Leben ist eines, das man teilt. Das heißt auch, wenn du dich die ganze Zeit wie ein Arschloch verhältst, wirst du in der Dusche auf einem Büschel Harre ausrutschen, dir den Kopf stoßen, eine schlimme Prellung erleiden und sterben. Niemand wird deine Leiche finden bis zu dem Zeitpunkt, an dem sie so stark stinkt, dass es sogar die Mauer an Curry- und Brathähnchenaroma durchdringt, die in deinem bekackten Häuserblock von deinen Nachbarn durchgehend aufrecht erhalten wird. Im Teenageralter und in den 20ern ist es OK (in einem gewissen Rahmen), nervtötend wählerisch und nicht entscheidungsfähig zu sein, wenn es darum geht, „den/die Richtige/n“ zu finden und Leute aus deinem hochnäsigen, kleinen Dating-Kreis zu eliminieren, weil sie deine Lieblingsband oder dein Lieblingsdeo nicht mögen oder weil sie Recycling-Nazis sind. Wenn du Glück hast, wird dir schließlich ein Licht aufgehen: „OHHHHHH! Ich bin hier das Arschloch! Nicht das Mädchen/der Junge, mit dem ich Schluss gemacht hab, weil es/er allergisch auf Papier ist!“ Wenn jemand nett zu dir ist und deine Genitalien diese Person attraktiv finden, dann hab sie lieb, solange du kannst und so gut du kannst und dann versuch es noch ein bisschen länger, denn wahrscheinlich verdienst du keine zweite Chance. Ficken allerdings ist eine ganz andere Sache. Wie ein Tier zu grunzen und dabei die Geschlechtsteile in dein Wohlfüh-Loch gerammt zu bekommen (oder andersherum), ist nicht mehr als eine Freizeitbeschäftigung und, schauen wir der Wahrheit ins Gesicht, die heißen Schlampen an der Bar sind nicht die Frauen/Männer, die du mit einem Stapel DVDs und einer Cola durch die Tür kommen sehen willst, wenn du mit Fieber im Bett liegst.

AUSGEHEN

Der Druck, auszugehen und die ganze Zeit Sachen in der Öffentlichkeit zu machen und das auch noch auf 14 verschiedenen sozialen Netzwerken dokumentieren zu müssen, ist überwältigend, vor allem wenn du irgendwas um die 20 bist. Aber ehre diese Zeiten, mein Freund! Wenn du nämlich 30 bist und viel zu viele Leute gefickt hast, mit denen du das besser nicht gemacht hättest, und sich langsam eine allgemeine Verachtung für die Menschheit breitmacht und deine Gesichtsmuskeln das auch nicht länger verbergen können, dann gibt es einige Kriterien, die beim Ausgehen erfüllt sein müssen: 1) ich hoffe, es ist keiner da, mit dem ich reden muss, 2) ich hoffe, ich kann mich irgendwo hinsetzen, 3) wenn niemand innerhalb der ersten 20 Minuten versucht, mit mir Sex zu haben, geh ich wieder, ziehe ich mir eine Jogginghose an und schaue Louie . Einer der Vorteile des Erwachsenendaseins ist, dass dein Zuhause vermutlich richtig gemütlich ist. Mit vielen Stühlen, Spülmaschine und einer Vielzahl von Getränken. Erwachsensein bedeutet nichts anderes, als sagen zu können: „Warum bleiben wir nicht einfach zu Hause und kochen uns was Schönes und sparen Geld?“ Anstatt deine Wohnung immer als einen Ort zu betrachten, an dem so richtig gut gefingert werden kann.

HYGIENE

Es ist ziemlich wahrscheinlich, dass deine Eltern dir in deiner Kindheit einige grundlegende Dinge über Hygiene nicht beigebracht haben. Es ist auch ziemlich wahrscheinlich, dass du gar keine menschlichen Eltern hast, sondern vielleicht von einer Kackwurst geboren wurdest, ähnlich den Kackwürsten, die du regelmäßig in den Kloschüsseln öffentlicher Toiletten hinterlässt, ohne die Spülung zu betätigen. Dann liegen sie da, wie eine miefende DNA-Abtreibung, bis sie von der nächsten Person entdeckt werden. Tut mir leid, dass ich dir das sagen muss, aber wenn du es nicht mal schaffst, aus dem Kampf gegen deine eigenen Fäkalien als Sieger hervorzugehen, wird sich alles andere im Leben als nicht zu meisternde Herausforderung entpuppen.

UNTERHALTUNG

Wenn du dich selbst für einen „richtigen“ Erwachsenen hältst und es in den letzten drei Monaten nicht geschafft hast, irgendein Buch wirklich von vorne bis hinten durchzulesen, dann wollen wir nicht mit dir befreundet sein. Fernsehen und Filme sind ja toll und es ist wichtig, sich auf dem Laufenden zu halten, was manche richtig gut gemachte Serie angeht, aber wenn du dich bemühst, rechtzeitig nach Hause zu kommen, um The Big Bang Theory oder so was Ähnliches zu sehen, dann bist du vermutlich ein hoffnungsloser Fall und solltest versuchen, dich nur mit solchen Leuten anzufreunden, die genauso langweilig sind wie du, damit du nicht jedes Gespräch versaust. Egal ob Sachbücher, medizinische Zeitschriften, Romane, scheißegal! Hauptsache, du liest ein verdammtes Buch. Es ist auch egal, was für Musik du hörst, weil es keine Regeln mehr gibt. Aber sei gewarnt: Wie ein Rapper zu reden, obwohl du keiner bist und den harten Macker raushängen lassen, ist so leicht zu durchschauen und langweilig, dass wir es echt in Erwägung ziehen, eine Spezialeinheit zu gründen, die diese Art von Menschen vom Erdball bläst. Das ist kein Witz.

DAS INTERNET

Hey, weißt du, was Erwachsene so besonders macht? Sie scheren sich nur um sehr wenige Leute. Das ist so, weil sie den Großteil ihrer Zeit damit verbringen, produktive Mitglieder der Gesellschaft zu sein und nicht damit, so zu tun, als seien sie ein Star, oder anderen über Facebook mitzuteilen, dass der vegetarische Tofuhühnchensalat von vorhin ein bisschen seltsam geschmeckt hat. Willst du wissen, warum Leute auf Fotos aus den 60ern oder 70ern viel cooler aussehen als du heute? Weil sie cooler waren. Die hatten damals noch keinen Ego-Satelliten, mit dem sie dank ihrer hirnverbrannten Neigungen und grauenhaften Ideen die Menschheit geistig vergewaltigen konnten; sie hatten anderen tatsächlich etwas zu sagen! Von Angesicht zu Angesicht, verstehst du? Oder zumindest am Telefon, wenn ein Gespräch von Mensch zu Mensch gerade nicht möglich war. Wenn wir schon davon reden: Warum unterhält sich eigentlich keiner mehr am Telefon? Wie wäre es, wenn wir damit wieder anfangen, anstatt unpersönliche Kommentare auf Profilen von Leuten zu hinterlassen, die wir insgeheim hassen? Das würde uns allen Zeit sparen. Wenn du wirklich nicht ohne kannst, dann benutze wenigstens Twitter und Instagram. Die sind der MINI-WEBSITE ÜBER DICH SELBST bei Weitem überlegen. Vertrau uns, du bist wirklich nicht so interessant.


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