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Interviews

Steve von Till ergibt sich dem Universum

In der Regel läutert Steve von Till sein Publikum mit Riffmassagen zwischen Transzendenz-Zauber und direktem Tritt ins Gesicht. Ohne seine Band Neurosis ist das anders.
11.8.15

In der Regel läutert Steve von Till sein Publikum mit Riffmassagen zwischen Transzendenz-Zauber und direktem Tritt ins Gesicht. Das ist der Fall, wenn er mit seinen Neurosis-Brüdern auf der Bühne steht. Anhänger des Tribes und Sachkundige im Feld des apokalyptischen Singer/Songwritertums wissen jedoch: von Till ist neben Neurosis und seinen diversen Projekten auch schon seit etlichen Jahren als Solo-Künstler unterwegs. Vor kurzem ist das vierte Album unter seinem Namen erschienen und man kann es drehen und wenden, wie man will: Dieses A Life Unto Itself ist in seiner gravitätischen, glühenden Aura bereits jetzt eines der wichtigsten Alben dieses Jahres. Man sollte meinen, ein Mann, der solche Naturgewalten aus seinen Klampfen wallen lässt, der steht auch sicher und unbeugbar wie ein Gebirgsmassiv vor seinem Auftritt. Aber nein, von Till ist während unseres Gespräches vor Lampenfieber ein bisschen fahl hinterm Goatie…

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Noisey: In Neurosis-Interviews beschreibt ihr euch als Band oder Musiker oft als ein Medium für eine Energie, ihr beschreibt den Entstehungsprozess eures Materials als sehr natürlich und kaum gesteuert. Trifft das gleiche auch auf dein Solo-Material zu?
Steve von Till: Es ist vergleichbar. Der Unterschied ist: In der Gruppe gibt es dieses Element, das größer ist als seine Teile zusammen. Die Musik durchdringt uns und wir formen sie durch unsere individuellen Einstellungen und Intuitionen. Wenn ich Solo-Material schreibe fehlt natürlich das Feedback der anderen. Dadurch fallen die Kanalisierungsprozesse etwas einfacher aus. Dennoch ist es so: Wenn ich versuchen würde, einen Song zu einem ganz bestimmten Thema zu schreiben oder mir vorher zu überlegen, wie er klingen soll, das würde einfach nicht funktionieren.

Aber du hast es schon probiert?
Habe ich sicher mal gemacht, aber es hat eben nie funktioniert. Es funktioniert nur, wenn es sich natürlich entwickelt, wenn sich der Sound seinen eigenen Weg sucht. Wenn ich fühle, ein Sound findet einen Widerhall in mir, wenn ein Sound langsam eine Form gewinnt, das ist die Art, wie ich arbeite. Ehrlich gesagt weiß ich auch nicht genau, worüber ich eigentlich schreibe. Das stellt sich immer erst nach dem Prozess des Schreibens heraus. Die Lyrics speisen sich natürlich aus meinen Erfahrungen, aber ich bin kein Geschichtenerzähler, so wie viele andere Songwriter. Ich verstecke meine Erfahrungen eher in Lyrik.

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Was bedeutet das konkret für das aktuelle Album?
Mir wurde das alles erst bewusst, nachdem ich die Songskizzen aufgenommen hatte. Ich war in Seattle im Studio. Ich lebe in Nord-Idaho, das ist also eine Fahrt von sechs Stunden. Ich fahre nach Hause, bin ganz allein, es geht über Washington State, und ich höre mir an, was wir gerade aufgenommen haben. Und ich spüre, wie eine Riesenlast von meinen Schultern genommen wird. Es fühlte sich an wie eine innere Reinigung. Das Album handelt auf eine indirekte Weise von meinem ganzen Leben. Es fließen all die spirituellen, all die guten, all die negativen Dinge, die mein Leben ausmachen, in die Songs. Das fühlte sich an wie ein Schlag ins Gesicht. Es war etwas, das unbedingt raus musste.

Du musst also warten, bis die Lyrics zu dir kommen? Du bist vermutlich nicht so ein lyrischer Arbeiter wie Nick Cave, der sich morgens um sieben an den Schreibtisch setzt und dann bis Abends durchschreibt?
Haha, nein, das ist eine andere Art von Arbeitsethos. Ich muss ja noch in einem richtigen Job arbeiten, hahaha. Also bin ich auf diese kurzen Momente angewiesen, in denen ich mit mir alleine bin. Gewissermaßen muss man schon darauf warten, dass es zu einem kommt. Aber wenn es sich andeutet, dann geht es meistens auch ziemlich schnell. Es braucht dann oft nur eine bewusste Entscheidung, wie man die kleinen Teile und lyrischen Fragmente zusammenfügt. Sobald sich das Gefühl dafür einstellt, was der Song sagen will, vervollständigt sich das Bild auch recht schnell.

Man könnte natürlich auch schnell der romantischen Vorstellung verfallen, du würdest einfach nur ein paar Schritte vors Haus treten und dann einfach nur die Naturgewalt dokumentieren, die du dort vorfindest. Ist das reines naturalistisches Klischeedenken oder passiert so was wirklich mal?
Nicht wirklich. Die meisten meiner Metaphern, die sich auf die Natur beziehen, haben keinen Erlebnishintergrund. Es stimmt, ich lebe im Wald und die Natur umgibt mich ständig, aber für mich bietet die Natur als Metapher den stärksten Ausdruck für menschliche Emotionen. Das Wasser, die Tiefe, die Erde selbst, die Gestirne … es gibt keinen Teil der Natur, der nicht auch ein Teil des Menschen ist. Klar, wir lernen, uns davon zu distanzieren, aber de facto ist es so. Ich versuche die Verbindung zu suchen zwischen den Dingen, die in unseren Herzen und in unserer Seele vor sich gehen und der Erde selbst. Es ist einfach das stärkste Bild, das du überhaupt finden kannst.

Das Klangbild der Songs ist vielleicht so in sich geschlossen und stimmig wie auf keinem deiner früheren Alben. Gleichzeitig haben sich die Songs stilistisch noch nie in so viele verschiedene Richtungen bewegt. Ebenfalls ein natürlicher Prozess oder hattest du genau darauf besonderen Wert gelegt?
Auch das hat sich wie von selbst ergeben. Jede Vorüberlegung schwächt einen Song. Die Elemente, die sich frei entwickeln können, sind am Ende am stärksten und eindrucksvollsten. Ich habe über die Jahrzehnte, sowohl in Neurosis als auch als Solokünstler gelernt, aus dem Weg zu gehen. Mir selbst aus dem Weg zu gehen. Klar funktioniert das für bestimmte Künstler, es gibt einige Genies da draußen, die einen Song bereits im Kopf vorformulieren und dann zu Papier bringen. So jemand wie Nick Cave ist ein literarischer Akteur, er kann wirklich schreiben. Ich kann das nicht. Für mich sind das eher Geschenke, die von einem ganz anderen Ort kommen, die ich versuche aufzusammeln. Und ich kann sie nur aufsammeln, wenn ich den Kopf ausschalte.

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Praktizierst du bestimmte Techniken, um das zu erreichen?
Nein. Ich wünschte, ich könnte es. Das wäre bestimmt auch gar nicht so verkehrt in anderen Lebenslagen, haha. Aber der Effekt des Meditierens und die Kunst, Energie zu beschwören, die erfahre ich am ehesten durch Musik. Ich denke, mein Geschenk ist es, diese Erfahrungen durch Musik machen zu können.

Es befindet sich die Zeile „bury me in some ancient way“ auf dem Album. Sind solche Bräuche etwas, das dich besonders interessiert?
Ich befasse mich ausgiebig mit Geschichte. Ich gehe oft in Museen—heute war ich beispielsweise im Neuen Museum hier in Berlin. Zu sehen, welche Dinge die Menschen vor 3.000 Jahren im Alltag begleitet haben, das finde ich spannend. Und auch die Sterberituale waren teilweise sehr naturverbunden. Das Hinterlassen von Opfergaben und ähnliches. Bis zu dem Punkt, an dem organisierte Religion begann, das Leben der Menschen zu bestimmen, war jede Kultur auf der Erde eingebunden in die Natur. Danach begann der Wettlauf des technischen Fortschritts. Nun schau dir an, was wir mit all dem Fortschritt anstellen. Kriege, Ausbeutung, Ablenkung, unnützer Scheiß, der dein Leben bestimmt. Klar gibt es auch jede Menge Vorteile, wie auf einfache Weise mit der ganzen Welt kommunizieren zu können und so weiter. Ich schweife ab. Aber wenn ich darüber nachdenke, was bleibt, wenn wir gehen, dann sind es unsere Taten. Entweder hinterlassen wir Kinder, die möglicherweise deine Ideen weitergeben, oder Kunst, die möglicherweise etwas Zeit überdauert. Keine Ahnung, wie lange so etwas in dieser Welt Bestand hat. Aber auch solche Dinge wie Zwischenmenschlichkeit, wie du andere Menschen behandelst—ich denke viel darüber nach. Das Erbe von Neurosis fühlt sich für uns sehr groß an. Und auch die Tatsache, dass anderen Leuten diese Musik etwas bedeutet, ist wichtig für uns. Oder auch meine Arbeit als Lehrer. Dass ich in all der Zeit, die ich mit dieser Gruppe von Kids verbringe, etwas vermittle, was ihnen später im Leben hoffentlich nützlich ist. Darüber denke ich viel nach.

Hast du denn mal konkret über dein Begräbnis nachgedacht?
Nein. Nicht im Detail. Die Welt ist schon voller Leichen, da ist es wohl am sinnvollsten, verbrannt und dann irgendwo verstreut zu werden. Aber diese Pläne sind noch nicht spruchreif. Aber vielleicht sollte ich eine Gitarre mitnehmen.

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Und sie mit dir verbrennen lassen?
Genau.

Wie alt sind die Kids, die du unterrichtest?
Zwischen neun und zehn.

Wissen einige von ihnen von deiner Musiker-Existenz?
Sie wissen, dass ich Musik liebe und dass ich ab und zu frei nehme. Dann fragen sie, wo ich war. Ich sage dann Niederlande oder England. Sie wissen also, dass ich viel reise, aber ich spreche nicht mit ihnen über die Band oder das Tourleben. Aber es gibt ja da noch dieses Google, haha. Aber es sind noch Kinder, sie haben noch nicht diesen Bezug zu der Sache.

Naja, mit zehn Jahren beginnt man sich doch bereits für Musik zu interessieren.
Stimmt schon, aber ich hänge das nicht an die große Glocke. Ich bin ihr Lehrer, liebe Musik und den Rest finden sie sowieso irgendwann raus.

Was unterrichtest du?
Alles. In der Grundschule sind das vor allem Lesen, Schreiben, Mathe …

Musik?
Nicht wirklich Musik, nein. Wir haben noch einen Musiklehrer. Aber wir singen zusammen. Folksongs.

Na, das passt doch. Das Artwork des Albums kommt von Aaron Turner—ihr könnt ja schon auf einige Jahre des kreativen Austausches zurückblicken. Wie würdest du euer Verhältnis beschreiben?
Ich habe ein Gemälde bei mir im Haus hängen, ein Bild aus dem 19. Jahrhundert. Das wollte ich verwenden. Aber ich bin kein Grafikdesigner. Also war mir klar, dass ich jemanden brauche, der noch etwas Einzigartiges einbringen kann. Etwas, das mit der Gefühlskraft des Albums zusammen wirkt. Aaron und ich hatten mehrere Gespräche während der letzten fünf Jahre. Gespräche über einschneidende Erlebnisse in unseren Leben. Es gibt da einige Parallelen, sowohl im Privaten wie auch im Geschäftlichen. Also wusste ich, er kann nachempfinden, wie es mir geht und was ich ausdrücken will. Ich kann ihm auf einer Gefühlsebene vermitteln, was ich brauche. Das Artwork sollte klassisch und zeitlos aussehen. Wie eine LP aus den 50ern oder 60ern. Er hat sich danach gerichtet und etwas so unfassbar Schönes daraus gemacht. Ich bin ihm da echt dankbar. Er kam auch im Studio vorbei, er lebt in der Nähe von Seattle, und hörte sich ein paar der Songs an, während er die ersten Skizzen anfertigte. Das war auch ein Element dieses magischen Prozesses, dem man sich einfach ergibt und in dem sich die Dinge ineinander fügen. Es sollte so sein, ich sollte die Platte mit Randall (Dunn – Anm. d. Red.) aufnehmen, es sollte in genau diesem Studio passieren, in Seattle, Aaron Turner sollte das Artwork gestalten. Mir war das alles am Anfang nicht klar, du erkennst es erst, wenn es passiert. Es war wie vorher bestimmt.

Klingt nach einem perfekten Album …
So fühlt es sich gerade an, ja.

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Dein Bandkollege Scott hat mit seinem letzten Album auch hier in diesem Club gespielt. Als ich mich damals mit ihm unterhielt, erzählte er mir von seinen massiven Ängsten, allein auf der Bühne zu performen. Wie geht es dir mit diesem Thema?
Es ist wirklich entsetzlich! Das Performen liegt mir nicht im Blut. Ich war als Kind sehr schüchtern. Ich wollte nicht mit Leuten reden, die ich nicht kannte. In der Schule habe ich mich nie gemeldet, um nicht vor den anderen Kids sprechen zu müssen. Ich wäre am liebsten unsichtbar gewesen. Erst die Musik hat mich vor Leute gezwungen. Bei Neurosis hast du noch vier andere Typen und all die Verstärker, die Kraft, die Lautstärke. Und wir müssen noch nicht mal Ansagen machen. Die Musik spricht komplett für sich. Im Vergleich dazu ist das solo spielen von leiser Musik und das Füllen von Pausen zwischen den Songs wirklich schrecklich. Auch jetzt habe ich ein unglaublich flaues Gefühl im Magen. Ich bin extrem nervös.

Du fängst ja auch gerade erst wieder an, Shows zu spielen, richtig?
Genau, das ist die zweite Show auf der Tour, davor habe ich einige Jahre gar nicht solo gespielt. Und beim letzten Mal habe ich das Solomaterial auch mit Harvestman-Stücken kombiniert, damit ich zwischen den Stücken nichts sagen musste, haha.

Wie unterscheidest du eigentlich zwischen Steve von Till und Harvestman-Material? Gerade auf dem neuen Album scheinen die stilistischen Grenzen immer mehr zu verwischen.
Harvestman ist immer formlos, es gibt keine Songstrukturen, es entwickelt sich im Studio. Ich spiele an irgendwelchen Geräten rum, drücke Aufnahme und schaue, was passiert. Die Solosachen sind einfach strukturierter. Allein das ist eine Herausforderung. In Neurosis gibt es auch keine Strukturen. Songs können sich in die entlegensten Richtungen entwickeln. Es gibt auch dort keine klassischen Verse-Chorus-Muster. Aber es stimmt schon, ich mag es, Verbindungen zwischen den beiden Projekten herzustellen. Bei Harvestman lerne ich viel über Soundtexturen, das bringe ich dann auch in das Solomaterial mit ein. Ich bin auch kein Gitarrist im klassischen Sinn. Ich spiele keine Solos, keine Heavy Metal-Riffs.

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Interessanterweise könnte man beim Lesen deines Wikipedia-Eintrages den Eindruck gewinnen, du bist ein Guitartech-Nerd.
Ja, das ist bescheuert. Ich wünschte, ich könnte es ändern.

Kannst du das nicht?
Deinen eigenen Eintrag kannst du nicht ändern. Was da aufgelistet ist, ist auch ein altes Setup. Das benutze ich gar nicht mehr. Ich meine, ich liebe Gear, aber es ist beknackt, darüber zu reden. Man denkt doch, so ein Wikipedia Eintrag sollte etwas über die Musik und die Ideen dahinter sagen, aber stattdessen steht drin, wer meine Eltern sind und welches Equipment ich mir mal gekauft habe. Bescheuert.

Noch eine andere Sache aus dem Internet: Auf der Neurot-Seite ist zu lesen, dass ihr keine Demos mehr annehmt. Heißt das, ihr werdet nur noch Musik aus dem inner circle veröffentlichen?
Es ist so, du kannst schreiben, was du willst, und wirst trotzdem mit Demos überhäuft. Es ist nur der Versuch, das ganze etwas einzudämmen. Wir haben leider nicht die Zeit, uns das alles anzuhören. Du weißt, wie es ist, Zeit zu finden und sich intensiv mit Musik zu beschäftigen. Das schaffst du nur selten, es sind kostbare Momente. Ich habe einen fulltime Job, eine Plattenfirma, zwei Teenagerkids, eine Frau, Neurosis. Da bleibt nur wenig Zeit, sich in den Ohrensessel zu setzen und eine Platte aufzulegen. Davon abgesehen haben wir zwar schon Platten aufgrund von Demos veröffentlicht—Grails war ein Demo, Made Out Of Babies war ein Demo—aber meistens bringen wir Musik von Leuten raus, die wir auf unserem Weg treffen.

Würdest du sagen, das Label läuft gut?
Ja, würde ich sagen. Wir überleben und das ist ja schon mal was in der heutigen Zeit. Tonträger verkaufen sich immer schlechter und Digitalverkäufe verkaufen sich nicht gut genug, um die Einbußen zu kompensieren. Auch die Vinylrenaissance fängt das nicht auf, weil du in Vinyl zunächst mal massiv investieren musst. Aber wie gesagt, es gibt uns noch und ich würde behaupten, wir bringen besseres Zeug als jemals zuvor raus.

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Auf dem Album verwendest du ein Gedicht von Joseph Freiherr von Eichendorff. Ist diese Art von romantischer Lyrik etwas, das dich besonders interessiert?
Eigentlich nicht. Meine Frau ist Deutsche. Als wir uns kennenlernten, schickten wir uns Gedichte, die wir mögen und das war eins, das ich von ihr bekam. Es fühlte sich damals so an als würde das Gedicht etwas über die Situation zwischen ihr und mir aussagen. Es war also eine Herzensgeste, diese Lyrics zu einem Song zu machen. Sie hat mir aber auch noch andere Dichter nahe gebracht. Sofern du dich nicht ausdrücklich für Lyrik interessierst, kommst du ja kaum mit dieser Kunstform in Kontakt. Ich mag zum Beispiel Rilke sehr.

Mit welchem Gedicht hast du ihr geantwortet?
Ah, das weiß ich nicht mehr. Ich habe ein beschissenes Gedächtnis. Aber ich habe Musik draus gemacht und es für sie gesungen.

Letzte Frage: Was steht als nächstes für dich als Solokünstler und für Neurosis an?
Ich spiele ein paar Solo-Shows in Europa, danach geht’s zurück und dann schalte ich direkt wieder in den Neurosis-Modus. Wir spielen eine mehrwöchige Tour in den Staaten. Wir spielen in vielen Städten, in denen wir seit den späten Neunzigern nicht mehr spielen konnten. Es ist meistens so, dass wir die Sommerferien nutzen, um in Europa zu spielen. In den Staaten spielen wir meistens nur große Städte, weil die für one-off Shows besser zu erreichen sind. Diesmal lassen wir Europa ruhen und nutzen die Zeit, um in kleineren Städten bei uns zu spielen. Ende des Jahres werden wir neues Material aufnehmen. Nach Weihnachten haben wir sieben Tage, in denen wir an Songs arbeiten und ein Album aufnehmen können.

Es wird also nächstes Jahr ein neues Neurosis-Album geben.
Das ist der Plan. Wir haben es mehr oder weniger schon fertig—das passierte eher zufällig. Diesen Dezember feiern wir 30-jähriges Bandbestehen. Also spielen wir ein paar besondere Shows im Dezember. Wir haben dafür an zwei Wochenenden geprobt und gleichzeitig auch an ein paar Riffs gearbeitet, um zu sehen, wohin die Reise beim neuen Album geht, und siehe da, das Ding hat sich in der Zeit wie von selbst geschrieben. Da hast du es wieder: ergib dich dem Universum und lass es einfach fließen. Es ist einfach zu uns gekommen. Natürlich nicht die Lyrics und die feinen Arrangements, aber das Skelett steht. Also arbeiten wir ein bisschen im Oktober und November daran, nehmen im Dezember auf und wenn alles gut geht, kommt es nächstes Jahr raus.

Steve von Tills ‚A Life Unto Itself' ist auf Neurot Recordings erschienen und im Plattenladen deines Vertrauens erhältlich.

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