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Das Aufräumen nach dem Tod

Als meine Eltern Mitte der Achtziger ihr Haus kauften, gab es auf dem Grundstück nebenan ein kleines Häuschen. Der Mann, der dort lebte hieß Mirecki.
2.12.10

Als meine Eltern Mitte der Achtziger ihr Haus kauften, gab es auf dem Grundstück nebenan ein kleines Häuschen. Der Mann, der dort lebte hieß Mirecki. Er war ein polnischer Immigrant und starb ein paar Jahre nachdem wir dort eingezogen waren. Es war ein traurige Geschichte, er wurde mit dem Alter blind und eines Abends ging er spazieren und irgendein Vollpfosten war viel zu schnell unterwegs und konnte nicht mehr rechtzeitig bremsen. Seine ganze Familie lebte schon lange wieder in Polen, so dass nach seinem Tod niemand kam und seine Sachen abholte. Seitdem steht sein Haus leer, langsam zerfällt das Inventar und im Winter ist es lukratives Hotel für Waschbären.

Erst im vergangenen Sommer beschloss mein Vater das Ding leer zu räumen und abzureisen. Ich liebe es herum zu schnüffeln, also bat ich freiwillige meine Hilfe an. Das war vielleicht ein Saustall. Das Dach hatte sich im Laufe der Zeit so zersetzt, das die Hütte im Grunde ein Cabrio war. All seine persönlichen Sachen, lagen in einem Haufen voll schimmliger Scheiße und begannen ein eigenes Ökosystem zu entwickeln. Die einzige Motivation, die mich dann doch in diesen Schuppen brachte, war die Hoffnung eine Leiche zu finden oder ein paar alte Pornos. Nichts. Allerdings fand ich ein paar wirklich, gute, alte Dias, Zeitungsausschnitte und Fotos. Immer auf der Hut, nichts an zufassen, was vielleicht doch schon lebt, habe ein paar wirklich schöne Bilder im Hause Mirecki gemacht.

Die ersten neun Fotos, zeigen Dinge die ich in seinem Haus gefunden habe und die restlichen Bilder und Dias sind alle von Mirecki persönlich.

PS: Er ist der Typ mit dem runden Kopf und dem dünnen Schnurrbart.

Und auf den folgenden Seiten findet ihr den Inhalt der Box.