"Ich schäme mich": Felix Baumgartners ehemaliger Biograf distanziert sich

"Nimm einen Edding 3000, idealerweise schwarz, und lösche meinen Namen, mein Foto, für alle Tage aus deiner Vita."
14.12.16
TausP. | Flickr | CC BY-ND 2.0

Felix Baumgartner, seines Zeichens Facebook-Gagschreiber und gelegentlicher Extremsportler, ist in den letzten Jahren irgendwie zum Chef des Internets avanciert. Seit dem legendären Ozzy Osbourne-Posting im September 2013 jagt ein Knüller den nächsten—inzwischen sind die von ihm verfassten Postings teilweise sogar so komplex geworden, dass es schon einer kritischen Betrachtung bedarf, um die Baumgartner'schen Gedankenpaläste auch nur ansatzweise zu begreifen.

In einem verfrühten Weihnachtsgeschenk vom 12. Dezember schreibt Baumgartner unter einem vermeintlichen Foto des gewählten Bundespräsidenten Alexander Van der Bellen: "Nur noch kurz mit dem Auto in die Trafik und dann hat er alles was er braucht, um dieses Land in eine bessere Zukunft zu führen." Die Echtheit der Aufnahme, die bereits seit Monaten im Netz kursiert und VdB beim Einkauf zeigen soll, konnte bisher nicht bestätigt werden.

Die Fan-Reaktionen auf das Posting fielen allerdings vorwiegend negativ aus, User kritisierten vielmehr Baumgartners Kommentar als das Foto selbst. Felix antwortete einen Tag später mit einem neuerlichen Posting: "Das hier ist eine Fan-Seite und wer kein Fan ist, hat genug Möglichkeiten, woanders 'rumzuplärren'".

Und gestern hat der ganze Wirbel schließlich zu einem Plot-Twist geführt, der so auch in Reich & Schön hätte passieren können—nur steht hier statt dem verlorenem Sohn plötzlich der ehemalige Biograf auf der Matte.

Thomas Schrems ist Autor der 2003 erschienenen Baumgartner-Biografie Projekt Ikarus, von der er sich nun gefühlte zehn Kilometer distanziert—in Form eines Facebook-Postings, das sich gewaschen hat: "Ich schäme mich, den tausenden Lesern des Buches ausschließlich jenen Wein eingeschenkt zu haben, den für schmackhaft du allein befunden hast."

Es ist ein gesalzener Schlag ins Gesicht, der nur so trieft vor Fremdwörtern, Arroganz und Despektion, aber gerade das macht es ja so schön. Viel besser kann man nicht austeilen. Falls ihr vorhattet, euren/eure Ex von vor 13 Jahren in Form eines Briefes zu zerstören—das hier ist eure Vorlage. Your turn, Felix.

Franz auf Twitter: @FranzLicht


Header: TausP. | Flickr | CC BY-ND 2.0