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Der romantische Mythos von Sex am Strand

Von Trommelkreisen bis hin zu einem Tanga voller Sand—diese Geschichten beweisen, dass man sich vielleicht doch lieber ein Hotelzimmer nehmen sollte.

von Mish Barber Way
01 Juni 2016, 6:10am

Foto: Glenn3095 | Flickr | Public domain

Im Juli 2014 machte ein Paar aus Florida Schlagzeilen, weil die beiden dabei erwischt wurden, wie sie an einem öffentlichen Strand ziemlich heftig zur Sache gingen. Es war halb drei am Nachmittag, als Elissa Alvarez, 20, sich nur mit einem Handtuch bedeckt auf Jose Caballero, 39, setzte. Die anderen Strandbesucher—darunter auch Familien mit kleinen Kindern—beobachteten die beiden schockiert und verärgert. Irgendwann nahm eine Urgroßmutter ihr Handy aus der Tasche und fing an, die beiden zu filmen, um Beweise für die Polizei zu sammeln.

„Ich wohne hier schon seit 1978, aber ... so was habe ich noch nie erlebt." sagte sie später gegenüber einem Fernsehsender. Das Video verbreitete sich nach seiner Veröffentlichung wie ein Lauffeuer im Internet und das Paar bekam schon kurz darauf ziemlich großen Ärger: Nicht nur, dass die beiden wegen „obszönem und unmoralischen Verhalten" verurteilt wurden, sie bekamen zudem auch einen Eintrag in das nationale Register von Sexualstraftätern, weil Kinder am Strand anwesend waren.

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Trotz offensichtlicher Risiken ist Sex am Strand so beliebt, dass man sogar einen Cocktail danach benannt hat. Aber warum eigentlich wurde ausgerechnet der schmale Streifen zwischen Meer und Festland zum ultimativen Ort für verbotene Romanzen erklärt? Gibt es eine Möglichkeit, am Strand Sex zu haben, ohne dabei erwischt zu werden oder Sand in den Tanga zu kriegen? Wir haben bei ein paar Leuten nachgefragt, die das Ganze aus erster Hand beurteilen können, und sind zum Ergebnis gekommen: Nein. Wirklich nicht.

Carrie*

Als ich 16 war, bin ich mit meinem damaligen Freund, seinem Bruder, seinen Eltern und meinem Bruder an den Strand gegangen. Mein Freund und ich beschlossen, für einen Quickie in die eklige öffentliche Toilette zu verschwinden, was letztendlich viel zu lang gedauert hat. Wir haben es im Stehen gemacht und ich gab mir allergrößte Mühe, nichts anzufassen. Am Ende lehnte ich zwischen dem Waschbecken und dem Händetrockner und stütze mich mit meinen Fingerspitzen auf dem Waschbecken und den Ellbogen an der Wand ab. Mein Freund spritze im Waschbecken ab. Es war alles ziemlich widerlich.

Jedenfalls war das noch zu einer Zeit, als es noch keine Handys gab und seine Familie hatte irgendwann angefangen, nach uns zu suchen, weil sie nach Hause gehen wollte. Er war der erste Typ, mit dem ich geschlafen habe, deswegen war das alles noch ziemlich neu für mich. Wir sind so lange in der Toilette gewesen, dass sich meine Augen an die Dunkelheit gewöhnt hatten. Als wir nach draußen kamen, waren weder seine Eltern noch unsere Brüder in Sichtweite—zumindest dachten wir das. Als wir um die Ecke bogen, standen sie aber plötzlich vor uns. Ich stand da mit zusammengekniffenen Augen, O-Beinen und sah alles in allem aus wie ein Häufchen Elend. Aber zum Glück haben sie nichts gesagt.

Riley

Ich habe es schon öfter im Pool, im Ozean und in der Dusche getan, als ich zählen kann, aber am Strand habe ich es tatsächlich nur ein einziges Mal gemacht—inklusive Sand, Vollmond, dem Rauschen der Wellen, dem Leuchten der Milchstraße und Bürgerkrieg ... Es war nämlich in Afrika. Ich war 19 und er ein verträumter 35-jähriger Südafrikaner mit welligen braunen Haaren und grünen Augen. Er war gerade von London aus über ein Kriegsgebiet in Gabon nach Kenia gekommen und fuhr zum Beweis einen durchlöcherten Jeep. Wenn ich mich jetzt so zurückerinnere, hört sich das alles ziemlich kitschig an, aber als wir damals aus der Bar rausliefen und an den Strand gingen und er mir von dem Buch erzählte, das er gerade las, übernahmen einfach nur mein Unterleib das Ruder.

Wir fanden einen ruhigen Ort, der weit genug von der Strandbar entfernt war, um etwas Ruhe zu haben, aber doch noch so nah, dass wir gerade noch unsere Freunde sehen konnten. Es ist gut möglich, dass uns der Mond gut ausgeleuchtet hat, aber das war uns egal. Ich wusste, dass der Typ nicht meine Liga war—emotional, intellektuell und sexuell—, also konzentrierte ich mich auf meine Stärken, was damals bedeutete, dass ich einfach frei, offen und enthusiastisch gegenüber allem war, was er mit mir tun wollte. Zudem bestand die berechtigte Sorge, erschossen zu werden. Kenia steckte zu dieser Zeit gerade mitten in Parlamentswahlen, die die gewalttätigsten Unruhen in der Geschichte des Landes nach sich zogen. (Die Rebellen hatten die Tankstelle vor Ort beschossen und sich mit Pfeil und Bogen bewaffnet.) Es war schon kurz vor meinem Rückflug nach England, wo ich wieder nur ein langweiliger, normaler Teenager aus dem Vorort sein würde—, deshalb erschien mir das Ganze als perfekter Abschluss für meinen Aufenthalt.

Leute beschweren sind zwar immer über den Sand, ich kann mich allerdings nicht daran erinnern, dass das ein Problem war. Wenn du betrunken bist und die Chance besteht, dass du gleich sterben könntest, während du Sex mit dem schönsten Mann, der dir jemals über den Weg gelaufen ist, hast, dann ist Sand das Letzte, worüber du nachdenkst. Weil wir Angst hatten, erwischt zu werden, ging alles ziemlich schnell—was aber auch kein Problem ist, wenn jeder Stern der südlichen Hemisphäre auf dich und den Hintern deines Liebhabers scheint. Der einzige Nachteil des Ganzen ist, dass man danach, wenn man zurück in die Bar spaziert und so tut, als wäre nichts passiert, ziemlich zerzaust aussieht; mit verrückten Haaren und Sand im Gesicht. Ein bisschen so, als wäre man eine dieser alten kopulierenden, gruselig grunzenden Schildkröten aus den Videos. In dieser Nacht hatte ich zwar keinen Orgasmus (denn damals wusste ich noch gar nicht wie), dafür wurde ich aber auch nicht erschossen. Es war definitiv einer der Höhepunkte in meinem bisherigen Leben.

Mach die Vordertür zu—dein Würstchen befindet sich im Sperrgebiet!

Gigi

Ich war vielleicht 17, als ich mit meinem damaligen Freund unter einer Wasserrettungsstation Sex hatte. Er hat ziemlich heftig nach Urin gestunken, aber gleichzeitig schien es auch der abgelegenste Ort am Strand zu sein. Gerade als wir unseren Rhythmus gefunden hatten, standen plötzlich ein paar Polizisten mit einer Taschenlampe vor uns. Wir sprangen voneinander runter und zogen unsere Klamotten wieder an. Die Polizisten legten uns Handschellen an und sagten, wir sollten dort sitzen bleiben, während sie zurück zum Wagen gingen. In dem Moment sagte mir mein Freund, dass das Kondom abgegangen war und noch in mir steckte.

Wir saßen ungefähr 20 Minuten lang so da. Schließlich kamen die Polizisten zurück und fingen an, mich ziemlich aggressiv zu fragen, ob ich eine Prostituierte wäre. Sie stellten mir immer wieder Fragen wie: „Wie viel verlangst du? Anscheinend nicht genug, damit ihr euch ein Hotel nehmen könnt." Sie sagten immer wieder, dass mein Freund wegen Missbrauch ins Gefängnis wandern könnte, weil ich 17 war und er 18. Irgendwann war ich richtig angepisst und sagte ihnen, dass ich ein Kondom in mir stecken hätte und es rausholen müsste, bevor ich eine Infektion bekommen würde. Außerdem müsste ich dringend die Pille danach besorgen und klärte sie schließlich noch darüber auf, dass meine Vagina voller Sand war. Irgendwann waren sie es Leid und ließen uns mit einer Verwarnung gehen. Es hat eine Stunde gedauert, bis ich das Kondom rausgefischt hatte und ich fand noch Wochen später Sand in meinem Rektum.

Hank

Einmal hatte ich Sex am Strand mit einem weiblichen DJ-Ötzi-Double. All meine Kumpels meinten: „Es ist einfach unmöglich, dass diese Frau keine Lesbe ist." und ich meinte nur: „Das werden wir ja sehen." Schließlich lief tatsächlich was, währenddessen sagte sie aber ziemlich absurde Sachen („Mach die Vordertür zu—dein Würstchen befindet sich im Sperrgebiet!"). Zum Abschluss gab sie mir die Faust.

Ethan

Kurz vorab: Eine Zeit lang hatte ich einen ziemlich guten Lauf bei Mädchen, war aber ziemlich eingespannt. Deswegen meinte ich immer, wenn mich eine gefragt hat, ob wir rumhängen wollen: „Nein, aber wenn du Bier mitbringen und mir beim Arbeiten zusehen willst, kannst du gern vorbeikommen." Die Erfolgsrate diese Satzes war überraschend hoch. Eines Abends kam eine Freundin mit zwei Sixpacks vorbei, um mir beim Arbeiten zuzusehen. Als ich fertig war, meinte sie nur: „OK, willst du mich jetzt ficken?" Ich sagte ihr, dass ich noch jemandem helfen musste, Mikros aufzubauen, um ein Schlagzeugsolo aufzunehmen und sie meinte nur: „Tja und ich muss in ein paar Stunden in San Diego sein ..." Also schliefen wir doch miteinander. Ich ging duschen und traf mich danach mit ein paar Freunden. Ich war vielleicht zwei Minuten da, als eine andere Freundin reinkam. Ich kannte sie, weil sie die Freundin eines anderen Mädchens war, mit dem ich schon öfter was hatte. Sie hatte eigentlich einen Freund, aber der war sowieso ein ziemlicher Idiot. Sie kam direkt auf mich zu und meinte: „Lass uns spontan sein!"

Ich lebte damals erst seit ein paar Monaten in Los Angeles, deswegen schlug ich vor, ans Meer zu gehen. Ich meinte nur: „Scheiß drauf! Lass uns ein paar Bier holen und an den Strand gehen." Sie war dabei. Also sprangen wir in den Wagen. Ich fragte sie, wo ihr dämlicher Freund sei und sie sagte, er wäre bei seiner Bandprobe. Bis wir am Strand ankamen, hatten wir schon drei Bier getrunken und sie fing an, mir einen zu blasen. Es war ungefähr kurz vor 12 Uhr nachts, sodass noch immer Leute am Strand unterwegs waren. Sie zog ihre Hose aus und setzte sich auf mich. Dann hörte sie plötzlich auf und meinte: „Warte kurz, ich muss pinkeln." Sie stand auf und hockte sich direkt neben das Handtuch, auf dem wir saßen und fing an, zu pinkeln. Auf einmal nahm sie meine Hand und hielt sie in ihren Urinstrahl ... Ich machte einfach mit. Dann rieb sie meine Hand in den voll gepinkelten Sand und setze sich mit ihrer Vagina auf meine Hand. Ich spielte eine Minute lang mit ihrem Kitzler—inmitten von Sand und Urin. Dann setzte sie sich wieder auf mich und wir vögelten weiter. Wir machten nur gelegentlich kurz Pause, wenn uns der Hippie-Trommelkreis zu nahe kam. Nach ungefähr einer Stunde gingen wir zurück zu mir, wo ich sie noch ein bisschen weiter gefickt habe, bevor ich sie dann nach Hause gefahren habe.


*Alle Namen wurden geändert.

Foto: Glenn3095 | Flickr | Public domain

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