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Können wir uns bitte alle an die VIVA 'Club Rotation' in Wien erinnern?

FunFactory und VIVA: Dieses YouTube-Video fällt unter Denkmalschutz.
26.6.18
Screenshot via YouTube

2001 in Österreich: Die No Angels erklommen für fünf Wochen mit "Daylight In Your Eyes" die Charts, die erste schwarz-blaue Regierung war bereits seit zwei Jahren im Amt und Karl-Heinz Grasser somit seit zwei Jahren Hauptverantwortlicher für die Finanzen im Alpenland. Im selben Jahr besuchte DER Jugendsender VIVA unser überschaubares Land. Genauer die damals berüchtigte FunFactory in Wien. Davon übrig geblieben ist nur die schwarz-blaue Regierung. Die No Angels sind getrennt, die Finanzen, die verwaltet wurden, werden noch gesucht, wo einst die FunFactory stand steht jetzt die Wirtschaftsuniversität und das Medienunternehmen Viacom hat Mitte Juni das Aus von VIVA verkündet.

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VIVA war in den 90ern und 2000ern nicht nur wegen Jamba-Werbungen einer der Lieblingssender der coolen Jugend, sondern quasi auch seine allumfassende Religion. Konnte man leben ohne zu wissen, wer es in die Wochencharts geschafft hat? Ich denke nicht. Jedenfalls war die VIVA-Sendung Club Rotation eine Mischung aus Boiler Room, YouTube, FAZEmag und dem Electric Love Festival.

Der Kern der Sendung war lange Zeit die Moderatorin Daisy Dee, die mit superfetzigen Sätzen wie "Es wird burnuphammer" ihre Zuschauer fesselte und in verschiedenen Clubs etwas über elektronische Musik ins Mikrofon schrie. Jeder Benassi-, DJ Bobo- und Scooter-Fan hatte Gänsehaut, wenn es hieß, dass die Club Rotation in die eigene Provinz kommt. Scooter waren auch im Rahmen von der VIVA Club Rotation in die Wiener FunFactory eingeladen. Dazu kamen andere Acts wie Topmodelz oder ATB. Kostenpunkt: 190 Schilling, also 13 Euro. 13 Euro für fünf erfolgreiche Dance-Acts wird es nie wieder geben, aber es wird ja auch die Club Rotation nie wieder geben. Oder VIVA. Oder den Schilling.

Dieses Video zeigt eine sehr aufgeregte Daisy Dee, es zeigt das Wien damals, es zeigt "die Fun" (wie Menschen aus 2001 in Foren den Club nannten) und es zeigt auch ein paar Leute, die sich seltsam neben der Moderatorin bewegen (ab 4:40, bitteschön). Aber wer kann es dem Typen verübeln? Die Ekstase, die den Leib durchfließt, wenn sich ein deutscher, cooler Sender nach Wien wagt – wir würden uns auch glücklich schütteln. Lehnt euch zurück und genießt den schönsten Throwback dieses Monats:

Hier findet ihr übrigens Part 3, Part 4, Part 5, Part 6 und Part 7. Part 2 bleibt wie der damalige Raver-Geist verschollen. Übrigens sind in den anderen Parts O-Töne von Wienern und weitere halbnackte Menschen mit wundersamen Bewegungen – ziemlich burnuphammer.

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