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Cop Watch

Wenn du zu laut feierst, bläst dich die Polizei mit einem Wasserstrahl vom Sofa

Als in einer Düsseldorfer Dachwohnung zu laut gefeiert wurde, hat die Polizei sofort reagiert: mit einer Flex, einem Feuerwehrschlauch und genug Pfefferspray, um das Haus einzunebeln.
8.8.14

In Düsseldorf wurde ein Strafverfahren gegen eine Gruppe von Beamten eingeleitet, die es für eine gute Idee hielten, ein paar zu laute feiernde Partygäste mit einem Feuwerwehrschlauch vom Sofa zu blasen. Gegen die Beamten wird jetzt wegen Straftaten im Amt ermittelt.

Wie in solchen Fällen üblich waren natürlich zuerst die Partygäste angezeigt worden. 19 Personen mussten sich wegen Widerstands gegen die Staatsgewalt, Beleidigung und Bedrohung vor Gericht verantworten. Laut Aussage der Polizei haben sie sich „kampfbereit und bewaffnet“ gezeigt. Erst jetzt tauchte dieses Video von dem Einsatz auf, in dem man deutlich sieht, dass kein einziger der Gäste in irgendeiner Weise „kampfbereit“ oder „bewaffnet“ gewesen war—sie blieben einfach nur auf dem Sofa sitzen, bis die Polizei es geschafft hatte, die Tür mit einer Flex aufzusägen, und sie mit ihrem glorreichen Feuerwehrschlauch da runter spritzte.

Natürlich sieht man in dem Video nicht, was vorher passiert ist. Die Bild berichtet, in „Justizkreisen“ würde erzählt, die Gäste hätten sich erst „drohend aufgebaut“ und dann erst in das Zimmer zurückgezogen. Zu dem Zeitpunkt, als das Video ansetzt, ist von bedrohlichem Verhalten allerdings nichts zu sehen—die Jungs sitzen einfach uf dem Sofa und warten geduldig, bis die Polizei die Tür aufgesägt hat. Trotzdem ist das Video nicht unbedingt ein grauenerregendes Zeugnis brutaler Polizeigewalt—eher ein Zeugnis der geradezu brutalen psychologischen Unreife der Düsseldorfer Polizisten.

Dadurch, dass sie die Tür nicht aufmachten, wollten die Leute in der Wohnung die Polizisten offensichtlich provozieren. Aber ganz ehrlich, hätte man sich nicht gewünscht, dass Staatsbeamte auf so etwas ein bisschen besonnener reagieren? Stattdessen stürzen sie in den Raum wie eine Gruppe wütender Fünfzehnjähriger, die das Clubhaus der Konkurrenz-Bande überfallen: Sie brechen die Tür auf, schreien wild durcheinander, spritzen alles mit ihrem Feuerwehrschlauch voll und sprühen das Zimmer aus ungeklärten Gründen auch noch voller Pfefferspray.

Die nächsten paar Minuten verbringen sie dann hustend damit, die immer noch ruhigen Partygäste anzuschreien, auf dem Boden herumzurollen, zu fesseln und abzutransportieren. Erst als der letzte Gast die Treppe heruntergeschleift ist, fangen die Beamten an, sich ein bisschen zu beruhigen und sich gegenseitig zur „geilen Aktion“ zu beglückwünschen. Weißte bescheid: Ärger keine Polizisten—sie werden reagieren wie ein Achtklässler, dessen Freundin du Kaugummi in die Haare geklebt hast.