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Vyxen Steel wird in die Vergangenheit geschickt, um sich bei einem Gangbang mit einer 80er-Hair-Metal-Band den Hintern nageln zu lassen. Doch ich denke darüber nach, was ich tun würde, wenn ich eine Zeitmaschine hätte.

von Chris Nieratko
10 Oktober 2015, 4:00am


Dir: Joanna Angel
Bewertung:
9
BurningAngel.com

Alle müssen sterben. Diese Unausweichlichkeit macht mir erst Angst, seit ich Kinder habe. An Ostern hatte ich selbst ein Nahtoderlebnis, als mein Flugzeug auf der Landebahn am Flughafen Newark beinahe eine Bruchlandung hingelegt hätte. Jetzt ertappe ich mich, wie ich auf mein Leben zurückblicke und mich frage, was ich hätte anders machen können.

Wie schon Willie sagte: „Little things I should have said and done/ I just never took the time." Vielleicht hätte ich mich bei vielen Frauen auf meinem Weg nicht als so ein Arschloch erweisen sollen oder hier und da auf einen Drink verzichten können, um weniger Freunde bei Autounfällen zu verletzen ... Aber was passiert ist, ist passiert und lässt sich nicht rückgängig machen.

Oder doch?

Während ich also an diesem gemächlichen Sonntagmorgen auf der Terrasse hinter meinem Haus sitze, mit einem Auge meinen Kindern dabei zusehe, wie sie auf dem Skateboard sitzend die Minirampe runterrutschen, und mit dem anderen Auge versuche, der Handlung dieses Films zu folgen, bei dem die vollbusige Vyxen Steel zurück in die Vergangenheit geschickt wird, um sich bei einem Gangbang mit einer 80er-Hair-Metal-Band den Hintern nageln zu lassen, drehen sich meine Gedanken immer wieder um die Frage, was ich tun würde, wenn ich selbst eine Zeitmaschine hätte. Würde ich der Menschheit einen großen Dienst erweisen und beispielsweise ins Jahr 1907 zurückreisen, um die Akademie der bildenden Künste in Wien dazu zu zwingen, Hitler als Studenten zuzulassen? Würde ich ins Jahr 1946 zurückreisen und Barbara Bush und ihren ungeborenen George W. in einen Aufzugschacht stoßen? Dummerweise bin ich nur ein Mensch und als solcher von Natur aus dumm und selbstsüchtig. Anstatt die Welt zu retten, korrigiere ich in meinen Tagträumen den Mist, den ich selbst in meiner Vergangenheit gebaut habe. Die Dinge wären ganz anders gelaufen, wenn ich meine Arbeit 2000 früher verlassen hätte, um meine Ex am Selbstmord zu hindern oder mich nicht von diesem Taxi hätte anfahren lassen, was mir sechs Jahre Abhängigkeit von Schmerztabletten einbrachte.

Mein Sohn ruft mir zu: „Dad! Du musst dich endlich mal um das ganze Gras im Garten kümmern."

Genau in diesem Moment sah ich den Regenbogen am Himmel und hatte eine Art bizarre, kosmische Erleuchtung: Gras, Regenbögen und Obdach. Das war die Antwort! Ich würde zurück zum 10. November 1995 reisen, dem Morgen, bevor das Verbrecherfoto gemacht wurde, und meinem 19-jährigen Ich erklären, dass er heute festgenommen werden wird, weil es für einen weißen Jungen mit gebleichten Haaren und einem Skateboard idiotisch ist, an der Ecke 125. und St. Nick's in Harlem Gras zu kaufen. Ich würde meinem jüngeren Ich erläutern, dass die lukrativsten Dinge in Amerika 2015 Marihuana, Regenbogenflaggen und Immobilien sein werden; statt also zu kiffen und dafür im Gefängnis zu landen, sollten wir lieber Marihuana anbauen, reich werden und unser Geld in Regenbögen und Apartments anlegen.

Ich schickte eine SMS an Joanna Angel und bat um Ms. Steels Handynummer, um sie nach dem Geheimnis ihrer Zeitreise zu fragen. Plötzlich fühlte ich mich so lebendig wie seit Monaten nicht, schnappte mir mein Skateboard und gesellte mich zu meinen Jungs auf die Rampe. Ich setzte das Board ab und bemerkte nicht, dass die Räder sich hinter der Schwelle befanden. Ich blieb hängen und fiel direkt auf den Kopf. Statt zu fragen, ob ich mir wehgetan habe, stellte mein ältester Sohn nur trocken fest: „Du bist richtig gut geworden." Und wir lachten. Alles würde gut werden. Das Gras würde unser aller Rettung sein.

Aus der Make Believe Issue 2015

Noch mehr Bescheuertes findet ihr auf ChrisNieratko.com und twitter.com/Nieratko.