Frauen, das könnt ihr von Männern im Bett lernen: Anleitung eines Bisexuellen
Sex

Frauen, das könnt ihr von Männern im Bett lernen: Anleitung eines Bisexuellen

Männer können besser mit dem Damm und den Hoden umgehen und haben auch ein paar gute Blasetipps.
21 Februar 2017, 12:26pm

Es ist schön, dass die Welt erkannt hat, dass Frauen mehr zum Kommen brauchen als das simple Rein-Raus. Es gibt Apps, mit denen man üben kann, wie man Frauen zum Kommen bringt. Das Internet ist voller Gebrauchsanweisungen für orgasmische Meditation und den weiblichen G-Punkt. Das ist alles super. Aber was ist mit den Männern?

Was das Endergebnis angeht, kommen homo- wie heterosexuelle Kerle zwar ziemlich gut weg. Sie haben einen Orgasmus mit einer Wahrscheinlichkeit von 85 Prozent. Bei Frauen ist diese Zahl um ein Drittel niedriger. Und trotzdem: Da ist Luft nach oben. Vor ein paar Monaten war in der Welt am Sonntag zu lesen, dass sich 90 Prozent der deutschen Männer zwischen 20 und 59 "ein erfüllteres Liebesleben" wünschen.

Aber wie genau soll dieses "erfüllte Liebesleben" aussehen? Frauenmagazine empfehlen Sachen wie: "Nehmen Sie einen Kochlöffel, eine Gabel und einen Teigroller mit ins Bett und lassen Sie der Fantasie freien Lauf." Oder: "Halte den Penis in einer Hand und schlage ihn sanft mit der anderen."


Auch bei VICE: Homosexuelle heilen – Hinter den Kulissen der sogenannten Reparativtherapie


Wir bezweifeln, dass Männer vorher gefragt wurden, wie sie diese Tipps finden. Wir haben deshalb einen bisexuellen Mann gefragt, was er sich von den Damen wünscht. Die Hoffnung: Wer mit beiden Geschlechtern schläft, hat den Vergleich, was Männer besser drauf haben. Unseren Sexguide für Männer, geschrieben von einer Bisexuellen, könnt ihr hier lesen. Jetzt sind die Frauen dran mit Lernen.

Blowjobs

Dass Männer generell besser blasen können als Frauen, ist Quatsch. Nur wer einen Schwanz besitzt, hat nicht unbedingt den Geheimcode für alle anderen Penisse geknackt. Jeder Schwanz ist anders – und das verstehen Männer oft besser als Frauen. Der Penis ist nicht so ein simples Ding, wie allgemein angenommen wird, und es gibt nicht die Technik, die bei allen klappt. Jeder Schwanz braucht etwas "Einarbeitungszeit", in der man rausfindet, was funktioniert und was nicht. Deswegen: Blickkontakt halten und auf die Reaktionen des Partners achten. Und es wäre schön, wenn die Damen, während sie den Schwanz im Mund haben, nicht vergessen, dass da noch ein Mann dranhängt. Bezieht den Rest des Körpers mit den Händen ein, vergesst nicht die Eier und den Damm. Aber dazu unten mehr.

Schwanz ist nicht alles

Männer denken oft mit dem Schwanz, heißt es häufig, wenn man auf die vermeintliche Notgeilheit der männlichen Welt hinweisen will. Erstens: So oft denken wir auch nicht an Sex. Die berühmte Statistik, dass Kerle alle sieben Sekunden an Sex denken, ist ziemlicher Quatsch. The Journal of Sex Research kam zum Schluss, dass Männer 34 Mal täglich an Sex denken – etwas über ein Drittel mehr als Frauen. Und zweitens: Dass der Schwanz alleine die männliche Sexualität repräsentiert, stimmt so auch wieder nicht. Viele Frauen fokussieren sich zu sehr auf den Penis. Dabei können manche von uns durch die Stimulation des G-Spots kommen, manche haben richtig empfindliche Nippel. Und das größte Sexualorgan ist immer noch das zwischen den Ohren – unser Gehirn.

Anal

Ich verspreche, das wird jetzt keine Aufforderung an die Frauen sein, sich zu entspannen und den Kerl häufiger in ihren Hintern zu lassen. Niemand ist irgendwem Analsex schuldig. (Wobei laut einer Statistik die Wahrscheinlichkeit für Frauen zu kommen, um 15 Prozent steigt, wenn sie während des Akts auch Analsex hatten. Das kann natürlich aber auch bedeuten, dass Ladys, die locker genug für Analsex sind, auch einfacher kommen. Just saying.) Aber lasst uns lieber über Männerhintern sprechen. Ja, viele Männer mögen Arschspiele – unabhängig von ihrer sexuellen Orientierung. Rund die Hälfte des Penises befindet sich im Körper – stimuliert man die Prostata, erreicht man seinen "versteckten" Teil, der schon am Schambein beginnt.

Untereinander haben Männer weniger Problem, mit dem Anus zu experimentieren. Im Bett mit Frauen trauen sich viele Kerle aber nicht, danach zu fragen ­– eben aus Angst, als schwul zu gelten – oder sie wissen nicht einmal, dass sie darauf stehen. Am unverfänglichsten ist, wenn man sich einfach mit einem Finger vortastet und dem Herren dabei in die Augen guckt, um zu sehen, wie er reagiert. Scheint es ihm zu gefallen, kann man sich mit viel Spucke und Einfühlungsvermögen reinwagen. Und sich nach ein paar erfolgreichen Ausflügen erkundigen, ob ein größeres Objekt erwünscht ist. Nicht alle Kerle werden Fans sein. Aber viele.

Damm

Ein weiterer Ort, den mehr Männer als Frauen auf dem Schirm haben, ist der Damm. Er liegt zwischen den Hoden und dem Anus, dahinter befindet sich die Prostata – deswegen machen Dammmassagen einigen Männern Spaß. Und ähnlich wie beim Anus gilt: sanft vorwagen, Reaktionen abchecken, bei positiver Reaktion mehr wagen. Fangt mit Streicheln an und wenn das gut ankommt, kann man den Druck erhöhen.

Eier

Hoden wollen Liebe! Frauen vergessen oft, sie mit einzubeziehen. Dabei ist die Zunge oder eine Hand am Hoden während des Blowjobs immer nett. Nicht zu zaghaft, nicht zu fest massieren – also ungefähr so, wie man Männer immer anleitet, eure Brüste zu behandeln. Und keine Angst: Außer zu fest zu drücken oder Zähne einzusetzen, kann man da wenig falsch machen. Allgemein gilt: Probiert gern rum. Solange es nicht weh tut, freuen wir uns, unseren Körper zu entdecken. Männliche Sexualität wird häufig wie ein Trieb dargestellt, robust und simpel wie ein Spaten. Aber da ist viel mehr. Vielleicht haben wir ein paar erogene Zonen, von denen wir keine Ahnung haben.

Folge VICE auf Facebook, Instagram und Snapchat.