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Böser Bulle, böser Bulle

Der Kinderschänder von Frankfurt (Oder)

Diese Woche haben wir euch die Entscheidung abgenommen und stellen euch außer Konkurrenz einen besonders bösen Polizisten vor.
28.5.14

Polizisten sind auch nur Menschen. Manchmal sind sie sogar ziemlich schlechte Menschen. Das wird zum Problem, wenn man bedenkt, wie viel mehr Macht so ein Polizist im Verhältnis zu einem Normalbürger hat. Dieses Mal haben wir euch die Entscheidung abgenommen und den bösen Bullen bereits selbst gekürt, denn der Freund und Helfer, den wir euch in dieser Folge vorstellen, hat sich nicht nur daneben benommen, sondern sich außerhalb seiner Arbeitszeit als Polizist als schwer kriminell entpuppt.

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Der Kinderschänder von Frankfurt (Oder)

Am Freitag letzter Woche begann in Frankfurt (Oder) der Prozess gegen den 47-jährigen Polizisten Frank S., der sich über Jahre des Kindesmissbrauchs und der Verbreitung pornographischer Schriften strafbar gemacht haben soll.

Am Montag wurde der Angeklagte, der seine Taten weitgehend gestanden hat, in 121 Fällen schuldig gesprochenund zu sieben Jahren Haft verurteilt.

Der Polizist arbeitete nebenbei als Trainer für Gewichtheben in einem Frankfurter Sportverein und suchte dort den Kontakt zu minderjährigen Jungen, deren Vertrauen er durch SMS-Nachrichten und Geschenke gewann. Schließlich überredete er sie dazu, in den Vereinsräumen oder bei ihm zu Hause Sex mit ihm zu haben. Zu den Opfern gehörten auch zwei Söhne seiner Ex-Freundin. Insgesamt missbrauchte Frank S. zwischen 2002 und 2013 wiederholt zehn Kinder und Jugendliche.

Bis zum Prozessbeginn hatte die Polizeidirektion Ost die Anklage gegen ihren Kollegen der Öffentlichkeit gegenüber verschwiegen. Ein Sprecher rechtfertigte dieses Verhalten mit dem Schutz der Opfer, von denen eines jünger als 14 Jahre ist. Ob die Opfer diese Verschwiegenheit wirklich wollten, ist allerdings nicht klar.

Die Mutter eines der Kinder kritisierte gegenüber der Märkischen Onlinezeitung die Geheimhaltungsstrategie von Polizei und Staatsanwaltschaft. „Natürlich mache ich mir Gedanken darüber, wie mein Sohn die Berichterstattung aufnimmt. Trotzdem erwarte ich, dass die Taten öffentlich gemacht werden. Dass beim Prozessauftakt kein Journalist dabei war, hat mir überhaupt nicht gefallen."

Ebenfalls kritisch äußerte sich Jürgen Lütt, ehemaliger Polizeipräsident von Cottbus und Landesvorsitzender der Opferschutzvereinigung Weißer Ring. „Dieses Mauern und Verschweigen macht mich sprachlos. (…) An der öffentlichen Aufarbeitung solcher Verbrechen besteht auch aus Opfersicht ein großes Interesse."

Der Prozess gegen Frank S.wird am Montag fortgesetzt.

Und der gute Polizist der Woche: Ein Beamter des Autobahnpolizeireviers Talkau bei Hamburg hat eine verloren gegangene Mischlingshündin bei sich aufgenommen. Susi war ihrem Besitzer bei einer Panne aus dem Auto gesprungen und davongelaufen. Die Polizisten fingen sie ein und gaben ihr ein vorläufiges neues Zuhause. Susis Besitzer hat sich bis jetzt allerdings nicht gemeldet.

Die Gewinner der letzten Woche: Die Hellersdorfer Korpsgeister.