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Erst trinken, dann spielen: Die schönsten Fotos von der Murmel-WM 2016

Seit 1932 wird in England die beste Murmel-Mannschaft der Welt gekürt. Mindestens genauso wichtig wie Konzentration ist Biertrinken. Kein Wunder, dass die Serienweltmeister aus dem Erzgebirge kommen.
15.4.16
Alle Fotos: George Nelson

So manche Rivalität in der Welt des Sports ist so alt und hat im Laufe der Zeit für so viele Momente voller Drama und Gänsehaut gesorgt, dass sie in der ganzen Welt bekannt ist…

… doch vielleicht ist keine so—sagen wir mal—speziell wie die Murmel-WM, die seit Jahrzehnten, genauer gesagt seit 1932, in England ausgetragen wird.

Hinter einem typisch englischen Pub—wie sollte es auch anders sein in England—unweit von London haben die heimischen Murmel-Mannschaften nur ein Ziel: die einzigen nicht-englischen Vertreter zu schlagen, die sich erdreistet haben, in den letzten fünf Jahren dreimal den Titel zu holen. Die Rede ist vom „Mermel Club Erzgebirge".

Wie kann es sein, dass die Lokalmatadoren die letzten Jahre wiederholt das Nachsehen gegen das Team aus Sachsen hatten? McCarthy-Fox, Organisator der Murmel-WM, kennt die Antwort: „Die englischen Teams waren wieder zu schnell beim Biertrinken."

Dieses Jahr wurde aber die englische Ehre wiederhergestellt. Denn mit den Yorkshire Meds konnte mal wieder ein Lokalmatador gewinnen.

Zugegeben, Murmel-Wettkämpfe gehören nicht gerade zu den Sportarten, die mit großem Medieninteresse bedacht werden. Was schade ist, denn wo sonst ist der typische Teilnehmer ein Mann mittleren Alters, der stolz eine Plauze trägt und für kein Geld der Welt sein volles Bierglas hergeben würde? Ehrlicher kann Sport nicht sein!

Darum waren wir auch bei der diesjährigen Murmel-WM und haben uns das Geschehen aus nächster Nähe mit unserer Fotokamera im Anschlag angeschaut. Hier sind unsere schönsten Schnappschüsse:

Als wir meinten, dass der Sport kein großes Medieninteresse weckt, hätten wir ergänzen sollen, dass er auch nicht direkt ein Zuschauermagnet ist.

Dieser Mann ist ein echter Murmel-Veteran und betreibt den Sport schon seit 63 Jahren. Wir fragen uns, wie lange hingegen dieses Bier überleben wird.

Auch wenn sie wie echte Murmel-Profis aussehen, sind sie nur spontan eingesprungen. Das eigentliche Team war spontan in Skiurlaub gefahren. Wenig überraschend wurden sie in der ersten Runde von der Mannschaft aus dem Erzgebirge ausgeschaltet. Aber eine Menge Spaß hatten die Herrschaften trotzdem.

Der Gründer dieser Mannschaft, der Herr mit dem Hut, hat uns erzählt, dass er sein Team vielleicht neu gründen will. Ob dann das Twilight-Double auch noch mitmischen darf?

Zwar war für diese Mannschaft in der ersten WM-Runde Schluss, dafür kamen sie beim Biertrinken bis ins Endspiel.

Hier sind die Murmel-Seriensieger aus dem schönen Erzgebirge.

Dieser Herr hat uns erzählt, dass man am besten spielen kann, wenn man schon vor dem Turnierstart ein paar Pints vernichtet hat. Ehrliche Haut!

Diesem Herrn kann beim Murmelspielen kaum einer was vormachen. Schon 16 Mal krönte er sich zum Weltmeister. Nur sein altersbedingtes Rheuma funkt in den letzten Jahren immer wieder mal dazwischen.

Die beiden kennen wir schon: die deutschen Serien-Weltmeister. Natürlich mit Siegerlächeln.

Wir wissen nicht, ob dieser Spieler einen klasse Murmelwurf feiert oder sich einfach nur erleichtern will. Fest steht: Wenn er sich nicht beeilt, wird sein Bier, das die nette Frau hinter ihm für ihn festhält, bald Geschichte sein.

Die Wurftechnik dieser Mannschaft konnte leider keinen beeindrucken. Dafür haben sie sich den Preis für das schönste Trikot verdient.

Braucht jemand noch Murmeln??

Von wegen nur Spielzeug. Sportgerät, bitte!

Hier wird gerade wild fachgesimpelt und nebenbei ein, maximal zwei Bier getrunken.

Das Wichtigste ist Konzentration… also gleich hinter Bier trinken, versteht sich.