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Was hinter dem Laborbild einer zweiköpfigen Ratte steckt

Forschern ist es gelungen, einen kleinen Rattenkopf auf eine größere Ratte zu verpflanzen. Dieser Erfolg könnte auch Kopftransplantationen beim Menschen in greifbare Nähe rücken lassen.
28.4.17
Bild: CNS

Chinesische Forscher haben die Welt gerade um ein weiteres, gruseliges Kopftransplantations-Experiment bereichert. In einer neuen Studie im Fachjournal CNS Neuroscience and Therapeutics beschreiben die Forscher, wie es ihnen gelang, die Köpfe von kleineren Ratten auf die Körper von größeren Ratten zu verpflanzen. Der Versuch könnte auch wichtige Erkenntnisse für die Humanmedizin liefern.

In der Geschichte der medizinischen Forschung gab es schon zahlreiche Transplantationsversuche, viele davon mit schrecklichem Ausgang: Ein russischer Wissenschaftler führte Anfang des 20. Jahrhunderts unheimliche Experimente an Hunden durch und in den 70er Jahren versuchten Wissenschaftler, zweiköpfige Affen zu erschaffen. Der italienische Chirurg Sergio Canavero behauptet sogar, dass die erste erfolgreiche Kopftransplantation bei einem Affen bereits durchgeführt wurde – nur beweisen konnte er diesen wissenschaftlichen Durchbruch leider nicht. Trotzdem möchte er Ende dieses Jahres erstmals einem Menschen einen neuen Kopf verpflanzen.

Bild: CNS

Darum soll es bei der ersten menschlichen Kopftransplantation gehen: Ein Interview mit dem menschlichen Versuchskaninchen von Sergio Canavero

Was das Rattenexperiment von anderen Transplantationversuchen unterscheidet: Den chinesischen Wissenschaftlern gelang es, einen hirnschädigenden Blutverlust während der Operation zu verhindern. Dazu verbanden sie die Blutgefäße des Kopfes der Spender-Ratte mit den Blutgefäßen einer dritten Ratte, deren Kreislauf das Gehirn des Spenderkopfes während der Transplantation weiterhin mit Blut versorgte. Sobald der Spenderkopf erfolgreich auf der Ratte verpflanzt war, wurden die Blutgefäße mit denen der operierten Ratte verknüpft. Dieses Vorgehen hatte anscheinend Erfolg: Während der Operation konnte auf den EEG-Monitoren kein kritischer Blutverlust bei der Spender-Ratte festgestellt werden.