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Durch und durch Amerika

Carl Jakob Haupt vom Vorreiter-Männermode-Blog Dandy Diary und Bonaparte-Bandkopf Tobias sind Teil des Kunstprojekts Station To Station, initiiert vom großen Kurator Doug Aitken, und reisen mit dem legendären Zug Frank Sinatras einmal quer durch die...
16 September 2013, 9:01am

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Dass in diesem Moment ein Zug quer durch die Vereinigten Staaten fährt, klingt erst mal so spannend wie die Geschichte vom chinesischen Reissack. Interessanter wird die Information, erfährt man, wer in diesem Zug reist und in welchem Kontext die Fahrt überhaupt geschieht. Ich spreche hier vom Kunstprojekt Station To Station, initiiert vom großen Kurator Doug Aitken, unterstützt größtenteils von Levi's. Gerade Levi's—trugen doch schon die Pioniere des Wilden Westens ihre Jeans, etwa beim Errichten der Gleise, die sich heute durchs Land ziehen.

An Bord des genannten Zuges sind Künstler und Kreative aus der ganzen Welt: aus Deutschland etwa Carl Jakob Haupt vom Vorreiter-Männermode-Blog Dandy Diary und Bonaparte-Bandkopf Tobias.

„The train they called home. Da steht er, breitet einen magischen Sog aus und fesselt uns alsbald. Es gibt einen Speisewagen, einen Küchenwagen, einen Schlafwagen, einen kompletten Video-Editing-Wagen, einen mit Moog-Synthesizern vollgestopften Studio-Wagen zum Aufnehmen von Live-Jam-Sessions und das Kronjuwel am Schwanz des Zuges: die Glaskuppel des Lounge-Wagens. Letzterer ist der einzige Überlebende von vier Wagen aus dem Jahre 1948 und Frank Sinatra mietete ihn jeweils, um mit dem legendären Rat Pack nach Las Vegas zu fahren. Seine Aura klebt noch am Sessel. Ich kratze mir ein Stück davon unter'n Nagel." Ich deute als große Aufregung, wie asthmatisch Bonaparte-Tobi von seiner ersten Begegnung mit dem Zug in New York berichtet.

Das Projekt soll diese Kreativen verbinden, so die Vision. Mittels gemeinsamer Erlebnisse binnen dreier Wochen durchquert der historische Zug das Land, macht Halt, wo es was zu sehen gibt. Allein, dass das Rat Pack darin gereist ist, sollte als Grund zum Reiseantritt ausreichen (wobei ich mir vorstelle, dass die Jungs damals härtere Drinks kippten als die Melonen-Cocktails, die die Bordbar heute unter anderem produziert).

Weil die Crew auch was erleben soll, dienen die einzelnen Stationen der Reise nicht nur zum Kennenlernen der jeweiligen Stadt. Sondern auch der lokalen Kreativen. In New York, Pittsburgh, Chicago, Minneapolis, in Santa Fe, Winslow, Barstow, LA und schließlich San Francisco besuchen sie gemeinsam Events: Konzerte, Ausstellungen, sehen Filme, essen, treffen auf Kunst und Künstler. Neue Eindrücke und Ideen wachsen auf Interaktion.

Unter den Künstlern, die die Crew auf der Reise trifft, finden sich Größen wie Patti Smith, Thurston Moore, Urs Fischer, Ed Ruscha oder die irrsinnig legendäre Post-Punk-Band Suicide.

Die Zugfahrt selbst ist laut Aitken eine bewegte Plattform. Zum einen natürlich als bindendes Medium—zum anderen aber, weil jeder Mitfahrer über die Reise berichtet. Auch wer nicht direkt dabei ist, kann gewissermaßen mit erleben. Darüber hinaus sind Tickets für die einzelnen Stationen und ihre Events erhältlich. Es kann also jeder Teil dieser Reise werden und seinen Beitrag leisten. Letzteres übrigens auch durch Spenden: Mit diesen wiederum werden weitere künstlerische Projekte und Institutionen unterstützt, wie das New Yorker MoMA PS1, das Museum of Contemporary Art in Chicago, oder das San Francisco Museum of Modern Art.

Mehr Informationen zum Kunstspektakel, die einzelnen Stationen oder sämtliche Teilnehmer findet ihr hier.