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New music

Mura Masa macht Zukunftsmusik zum Sterben

Wer hat schon Lust, sich mit dem Soundtrack zum Tod zu beschäftigen? Wir! Und ihr solltet das auch tun.
18.11.14

A Soundtrack To Death—der Titel des Debütalbums von Mura Masa—klingt gefährlich. Oder zumindest klingt er düster. Wer hat schon Lust, sich mit dem Tod zu beschäftigen? Oder auch nur mit der musikalischen Begleitung des Todes?

In diesem Fall ist es so, dass es allen Grund gibt, sich mit diesem Werk zu beschäftigen. Mura Masas Debüt ist nicht düster und verstörend, sondern aufbauend, teilweise treibend. Auf 14 Tracks arbeitet sich der junge Mann von sanfter Electronica zu melodischer Bassmusik bis hin zu ballernden Trap-Songs. Alles ist hier Post-, Post-HipHop, Post-DnB, Post-House, was ja eigentlich nichts anderes bedeutet, dass alles auf diesem Album Zukunft ist. Zumindest klingt es so und ist enstprechend schwer zu klassifizieren. Aber was soll's, der Tod liegt ja (hoffentlich) auch noch weit in der Zukunft, bis dahin haben wir dann einen Namen für diese Art von Musik.

Apropos—wenn man ein wenig darüber nachdenkt, ist dieses abwechslungsreiche, teilweise tanzbare und teilweise unglaublich warme Album ein viel schönerer Soundtrack zum Tod, als irgendwelche schwermütigen Moll-Melodien. Man soll ja gehen, wenn's am schönsten ist und wer noch nie zu einem perfekten Song dachte, „Boah, das ist so schön, ich könnte auf der Stelle sterben“, hebe bitte die Hand.

Der Song „Girl“ kann dieses Gefühl auf jeden Fall schon mal auslösen. Andererseits, dass dieser Titel A Soundtrack To Death für das erste Album eines gerade erst 18-Jährigen steht, ist natürlich ein wenig absurd. Da ist schließlich noch sehr viel Zeit, weitere perfekte Lieder zu produzieren. Das Potenzial dafür hat Mura Masa ohne Zweifel. Der Junge kommt von den Channel Islands, der britischen Inselgruppe direkt vor der Küste Frankreichs. Eine dünn besiedelte Exklave, die ihm offensichtlich viel Zeit mit seinen Instrumenten—Mura Masa spielt Klavier, Drums und Gitarre—und seinem Computer gelassen hat. Die Bandbreite seines Debüts lässt einen staunend zurück. Wir sind sicher, da wird noch viel kommen. Hier könnt ihr das komplette Album streamen:

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