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Tyler, the Creator verkauft jetzt T-Shirts mit Nazi-Symbolik

Tyler, the Creator möchte mit seinen neuen T-Shirts die Leute anpissen.

von Sam Wolfson
11 Mai 2015, 10:00am

Leute mit geringer Empörungstoleranz haben ihre Probleme mit Odd Future. Einerseits rappen sie leichtfertig über Vergewaltigungen, verwenden gerne das Wort „Faggot“ und aufgrund ihrer vermeintlich homophoben und frauenfeindlichen Texte wurden ihnen schon Konzerte abgesagt. Andererseits finden sich in ihren Reihen aber Menschen aus der LGBT-Community. Anstatt ihre Texte aber mit stumpfen Parolen zu verteidigen, versuchen sie lieber zu erklären, warum sie bestimmte Worte so benutzen, wie sie es tun. So erklärten sie dem NME 2014 zum Beispiel:

„Es tut mir schon weh, wenn die Leute nicht unter die Oberfläche gucken können. Die hören nicht die Wortspiele oder die Muster in den Songs oder an dem Vokabular, das wir verwenden. Die sehen nur Begriffe wie ‚sodomise’, ‚rape’, ‚bitch’ oder irgendeinen anderen Scheiß und rufen dann entsetzt, ‚Oh mein Gott, hast du gehört, was der gerade gesagt hat?’ Nein, hast du gehört, wie er das gesagt hat—den Kontext, in dem er es gesagt hat?“

Tja, wenn du ein Freund eindeutiger Ansagen bist, um dann für eine Seite Partei ergreifen zu können, dann ist das heute wahrscheinlich nicht dein Tag. Golf Wang verkaufen jetzt T-Shirts mit dem Logo der amerikanischen White Pride-Bewegung darauf—getaucht in die Regenbogenfarben der LGBT-Bewegung. Auf dem dazugehörigen Promobild sieht man Tyler, wie er mit einem andern Mann Händchen hält. Anstatt allerdings mit einer eindeutigen pro-LGBT Message versehen zu sein, steht auf dem T-Shirt nur „Golf Pride World Wide“.

Da das Shirt-Design natürlich einige Fragen aufwirft, hat Tyler noch eine Erklärung dazu verfasst und sie auf dem Golf Wang tumblr gepostet.

Das Statement ist vielleicht etwas wirr, aber die Intention dahinter ist eindeutig. Tyler hat ein Symbol genommen, das in erster Linie für Hass und Intoleranz steht, und es mit einem Symbol für Liebe und Akzeptanz verbunden. Ganz ähnlich, wie sich die LGBT-Gemeinschaft das Wort „Queer“ mit einer positiven Konnotation zurückerobert hat—oder andersherum, wie sich die Nazi das Hakenkreuz angeeignet und zweckendfremdet hatten. Es geht darum, Ansichten und Perspektiven in Frage zu stellen—und Leute anzupissen.

Ist Tyler der Richtige, um ein derartiges Statement zu machen? Vielleicht nicht, aber wie bei so ziemlich allen anderen Sachen, die Tyler treibt, gilt auch hier: Irgendjemand musste es ja tun.

Tyler kommt noch diesen Monat auf Deutschland-Tour:

19.05. Hamburg - Mojo Club
21.05. Berlin - C-Club
24.05. München - Theaterfabrik/Optimolwerke
25.05. Köln - Kantine

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