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Der Sommer des Punk—Die Arenatermine im Juli

Es ist heiß. Europa zerbricht. Zeit für Punkrock.

von Sebastian Rossböck
13 Juli 2016, 8:00am

Foto via flickr | Sascha Kohlmann | CC BY-SA 2.0

Wenn du es runterbrichst gibt es zwei wichtige Arten von Songs: "Ich bin verliebt" und "Es gibt Scheiße, die mich stört, und jetzt muss ich laut schreien." Brexit, die Wiederholung de Bundespräsidentenwahl und das unerträgliche Wetter erschaffen eine Atmosphäre aus Schweiß und Wut und irgendwie ist das gut. So sehr ich die gemütliche Apathie schätze, sind Frust und Ärger ein wunderbarer Nährboden für kreative Energie. Kreative Energie, die du am besten in oder zu lauter Musik raus lässt.

Ich bin fest der Überzeugung, dass unser kollektiver Unmut ein Portal in die 80er geöffnet hat und von dort die Musiker beschworen hat, ihre Karrieren darauf aufzubauen, schnell und wütend zu sein—vielleicht sind sie auch alle grad auf Tour wegen der Festival-Saison.

13.07. Bad Religion (us) / Lagwagon (us) / Molotov (mex) / Astpai (aut)

Foto via Epitaph

OK, zuerst der Infodump: Die Band gibt's seit 36(!!!) Jahren, sie haben gerade ihr Album 30 Years Live als LP raus gebracht—gab's schon 2010 als Gratis-Download—und haben mit ihren Gesangsharmonien über schnellem Punkrock den Melodycore erschaffen.

Aber was mein Herz höher schlagen lässt, ist Gitarrist Brian Baker, der den selbstgefälligen Bring me the Horizon gesagt hat, dass sie "als Menschen beschissen" sind. Das bestätigt mir meine Antipathie BMTH gegenüber und dass sich Bad Religion auch nach über drei Jahrzehnten um die Crew bei Konzerten schert.

Lagwagon sind dabei! Noch mehr melodischer Hardcore und ein weiterer Grund, wieso die 90er eine so gute Zeit für Punkrock waren. Außerdem: am 16. Mai haben wir von Joey Cape erfahren, was es mit diesem Datum auf sich hat.

Und dann sind da auch noch Molotovdie du wegen diesem Song kennst—und als Vorband spielen Astpai, die gerade die EP Run from Home veröffentlicht haben.

Public Service Annoucment:

Das Konzert findet draußen stattFreude! Das Wichtigste für Open Air-Veranstaltungen, bei denen man sich einen begrenzten Raum teilen muss, sind Liebe, Respekt und vor allem, dass du bei Schlechtwetter nicht mit deinem verdammten Regenschirm direkt vor mir stehst. Die Arena verbietet es deswegen, Regenschirme mit aufs Gelände zu nehmen. Daher: auf Regenjacken/Regenpellerinen umsteigen.

Danke, wir sehen uns dann in der sexy Schlammwrestling-Moshpit.

14.07. Destruction Unit (us) / Melt Downer (aut)

Foto via bandcamp

Noise ohne Punk ist verkopfte Kunstmusik für Leute, die zu hip sind, um sich mit Freejazz anzufreunden. Punk ohne Noise ist einfach schneller Rock'n'Roll. In der Schnittmenge dieser musikalischen Arschtretereien existieren die wunderbar harten und weirden Destruction Unit. Weil uns Adult Swim alle ganz lieb hat, kannst du dir ihr Album Negative Feedback Resistor ganz legal hier runterladen.

Als Vorband spielt Melt Downer, die in etwa so klingen, als würdest du Mile me Deaf den gesamten Chill rauben und dann noch etwas aufdrehen.

25.07. Napalm Death (us) / Cattle Decapitation (us) / Venom Prison (uk) / Pray for Pain (aut)

Foto via napalmdeath.org

Die Briten haben uns den D-Beat geschenkt, alles was in der New Wave of British Heavy Metal dahergekommen ist und Grindcore. Grindcore ist vor allem Napalam Death und es wird eine traurige Zeit, wenn wir nicht mehr mit ihnen zusammen in der europäischen Union sind. Wer wird unser moralischer Leuchtturm sein, wenn wir entscheiden müssen wie laut (sehr) und chaotisch (sehr) Musik sein muss?

26.07. The Adolescents (us) / The Freeze (us) / War on Women (us) / Clowns (aus)

Foto via concretejunglerecords

The Adolescents waren die Vorväter des Hardcore in Orange County. Das war damals 19 fucking 80. Letzte Woche ist ihr achtes Album Manifest Destiny erschienen. Das Traurige daran: Egal wie gut das Album ist, es wird immer an ihrem selbstbetitelten Debut—aka The Blue Album—gemessen werden. Und das ist einfach ein Meisterwerk, dass durch die Jahre und Nostalgie seinen Platz im inoffiziellen Kanon der Punkmusik einbetoniert hat.

Das Freudige daran: Sie spielen ihre alten Hits noch live.

Wie immer verlosen wir 2x2 Tickets, die ihr unter Nennung der jeweiligen Band an gewinnen könnt.

Seppo ist kaum auf Twitter und mag es, wenn Leute, dir er mag, Leute dir er nicht mag, nicht mögen: @noiseppo

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