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UPDATE: Haftbefehls Reise durchs Jahr 1999 geht weiter

Haftbefehl kämpft sich auf seinem neuen Album durchs Jahr 1999. Jetzt ist der zweite Teil als Musikvideo gekommen, die Spannung steigt.

von Noisey Staff
03 November 2014, 2:00pm

1999 wurde Haftbefehl 14 Jahre alt. Das Jahr scheint prägend gewesen zu sein: Sein Vater ist abgehauen, er spricht die Abschiebung eines Freundes an, den Schritt von der Schule auf die Straße. Äußerst bezeichnend, wenn man „1999 Pt.I“ mit Cro's „2006“ vergleicht. Carlo, damals 16 Jahre alt, heult ein wenig rum, dass er in der Schule nicht so gut war und den ersten Schluck Wein getrunken hat, auch wenn er ihm noch nicht geschmeckt hat. Haftbefehl dagegen kämpft sich mit 14 Jahren durch die schlechteren Viertel Offenbachs, hat mit der Schule längst abgeschlossen und sorgt sich um die Parra, die er mit Gras ticken verdient hat.

Haft verarbeitet in „1999“ seine Herkunft, seine Dealer-Vergangenheit, spiegelt die Tage in Offenbachs Herrmann-Steinhäuser-Straße, spricht die Jungs namentlich an, mit denen er damals abhing, im ersten Teil noch recht positiv, das hier ist fast so etwas wie eine glückliche Erinnerung an die Jugend. Auf dem Weg zum Babo.

Jetzt ist auch der zweite Teil des dreiteiligen Songs rausgekommen:

Das Video ist von der Ästhetik ähnlich aufgebaut wie der erste Teil, dieses Mal allerdings zentrierter auf die Hauptperson Haftbefehl und—passend zum Beat—ein ganzes Stück düsterer als Teil eins. Hafti im ja aktuell wieder recht angesagten Angelhut. Der Wink auf Schoolboy Q ist nicht der einzige Verweis aus die TDE Crew aus Compton—der Beat, ein düsterer Up-To-Date-Amibeat erinnert deutlich an Kendrick Lamars „The Art Of Peer Pressure“ und liefert damit ganz nebenbei auch einen interessanten inhaltlichen Verweis. Denn im Song geht es um Drogengeschäfte, Gras und Geld, das seine Tante gefunden hat, Angst davor, dass die eigene Mutter mitbekommt, was er treibt. Die triste Realität im billigen Wohnblock, der verlorene Glaube ans Glück, die Liebe zur Familie und Allah. Und der Ruf der Straße: „Du bist verlassen und allein in Offenbach am Main, jeder hasst hier jeden, nur ich bin hier dein Freund“.

Die Spannung auf Teil 3 steigt.

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