Bekommen die Rich Kids von Instagram langsam Schiss?

Seitdem einem Instagram-Angeber vier Autos angezündet wurden, machen sich ein paar andere Angeber Sorgen, ob ihre Bilder von Ferraris und Cartier-Schachteln vielleicht doch nicht so gut ankommen.

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24 Juni 2014, 11:19am

„Lord Aleem“ springt aus einem Audi R8 Spyder (Foto via @lordaleem_official)

Die Rich Kids of Instagram (#RKOI) scheinen es genau so schwer zu haben wie alle Anderen. Letzte Woche wurden „Lord Aleem“—bzw. dem 19-jährigen Aleem Iqbal, dessen Vater eine Luxusautovermietung in Birmingham hat—in vier Tagen ebenso viele Autos abgefackelt. Der Schaden beläuft sich auf über eine halbe Million Euro. Du kannst jetzt einwerfen, dass es seine eigene Schuld sei. Natürlich zieht jeder, der ständig Bilder seiner Sammlung von Luxuswagen postet, die Aufmerksamkeit von Brandstiftern auf sich. Doch so oder so ist es kein schönes Gefühl, dabei zusehen zu müssen, wie unsere wertvollsten Besitztümer in Flammen aufgehen.

Nach den Übergriffen spekulierte Aleem, dass es sich entweder um einen „niederträchtigen Akt der Eifersucht“ oder einfach um „stumpfsinnigen Vandalismus“ handelte. Was auch immer ihre Motive sein mögen—er versprach den Tätern, dass ihnen die Sache leidtun werde, wenn sie gefasst werden.

Derartige Spekulationen sind schön und gut, doch ich frage mich vor allem, ob andere #RKOI sich jetzt Sorgen machen, dass ihre Besitztümer ebenfalls ins Visier von plündernden Brandstiftern geraten. Um das herauszufinden, habe ich auf Instagram nach dem Rich-Kids-of-Instagram-Hashtag gesucht und mich mit ein paar dieser Leute unterhalten.

Ein typischer Instagram-Post von @a_george_life (Zum Vergrößern hier klicken)

VICE: Was denkst du über Lord Aleems Schicksal?
@a_george_life: Lord Aleem hat seine Adresse auf Instagram geteilt, das war ein Fehler. Ich habe Aleem ein paar Mal getroffen, er ist ein höflicher und freundlicher Mensch, aber manchmal wächst ihm sein „Ruhm“ über den Kopf.

Fürchtest du, dass dir etwas Ähnliches zustoßen könnte?
Ich halte meine Adresse streng geheim und ich habe noch nie Bilder von meinem Haus oder der Gegend, in der ich wohne, gepostet. Ich achte auf ein sehr hohes Maß an Sicherheit, deshalb fühle ich mich sicher. Du hast Recht—man kann nie wissen, ob jemand plant, dich aus Neid anzugreifen. Aber ich bin auf so einen Vorfall gut vorbereitet.

Du postest deine Adresse zwar nicht, Fotos von Nummernschildern aber schon.
Die Nummernschilder sind egal, da ich die Autos unter dem Namen von anderen Leuten registrieren lasse und sie in Garagen parke. Außerdem habe ich viele Autos verkauft und habe jetzt andere.

Wie kommt es, dass du dem Internet zeigen willst, wie reich du bist?
Ich kucke mir einfach gern die Fotos von anderen Leuten an und ich bin sicher, dass die Leute meine Bilder auch gerne ankucken. Ich gebe für meine Freunde Getränkerunden aus, weil ich meinen Besitz gern mit ihnen teile. Ich mag es, anderen Leuten einen Eindruck von dieser Lebensweise zu geben. Ich mache es nicht, um mit meinen Reichtum zu prahlen oder ein Z-Promi zu werden—ich benutze #rkoi, damit meine Bilder besser verbreitet werden. Rich Kids of Instagram ist beliebt und ich bin froh, dass meine Bilder den Leuten Vergnügen bereiten.

Na dann. Hast du viele Hater im Internet?
Ich bekomme nur sehr wenige Gegenreaktionen von Hatern, aber wenn es so ist, dann stört es mich nicht. Die Meinung von jemandem, den ich nicht kenne, ist mir völlig gleichgültig. Ich schätze freundliche Worte, weil ich glaube, dass eine positive Einstellung zu positiven Leistungen führt. Negativ zu sein dagegen führt nirgendwohin.

Ein typischer Instagram-Post von @akinbelfon17 (Zum Vergrößern hier klicken)

VICE: Hast du Angst, dass das, was Lord Aleem passiert ist, dir ebenfalls zustoßen könnte?
@akinbelfon17: Ja, es beunruhigt mich, dass ich im Visier von Dieben stehen könnte. Deshalb gebe ich jemandem, der mich online kontaktiert, keine persönlichen Informationen.

Hältst du es für eine gute Idee, im Internet mit deinem Wohlstand anzugeben?
Ich halte es durchaus für eine gute Idee, weil ich es nicht mache, damit andere sich schlecht fühlen. Ich tue es nur, weil es Spaß macht und die Leute die Bilder mögen, die ich poste. Sie nehmen es nicht besonders ernst und verstehen es nicht als Beleidigung.

Zu deiner Beschäftigung schreibst du: #Funemployed.
Ja, ich denke, dass dass „funemployed“ das Leben, das ich führe, perfekt beschreibt und ich finde nicht, dass es irgendeinen schlechten Beiklang hat. Ich habe nicht vor, für den Rest meines Lebens funemployed zu sein. Ich weiß, dass ich mir irgendwann einen Job suchen und anfangen muss, mein eigenes Geld zu verdienen.

Findest du es problematisch, dass deine Berühmtheit nur darauf basiert, dass du ein #rkoi bist?
Nein—ich hoffe, dass ich durch die Bilder, die ich poste, berühmt werde. Ich denke nicht, dass das ein Problem ist. Es gibt viele Leute, die nur dadurch berühmt geworden sind, dass sie Bilder auf Instagram und Videos im Internet gepostet haben. Einige Leute haben sogar ihre eigene Reality-Show dafür bekommen, dass sie ein #rkoi sind.

Ein typischer Instagram-Post von „Luke“, der lieber anonym bleiben möchte. (Zum Vergrößern hier klicken)

VICE: Befürchtest du, in die gleiche Lage zu kommen wie Lord Aleem?
„Luke“: Ich muss sagen, dass das ziemlich erschreckend ist. Wir dürfen nicht vergessen, dass das Internet das reale Leben ist und einige Leute dafür zahlen müssen. Auch wenn ich meinen luxuriösen Lebensstil gern auf Instagram teile, bin ich im wirklichen Leben viel diskreter. Ich würde nicht wollen, dass mir so etwas passiert.

Aber trotzdem hast du kein Problem damit, online mit deinem Reichtum zu prahlen? 
Es bringt mir Spaß, meinen Lebensstil mit der Welt zu teilen. Außerdem ist es ein Weg, um einige Leute zu provozieren und zu schockieren. Es ist nicht wirklich Prahlen—es ist nur eine Dokumentation meines Alltags. Außerdem denke ich, dass die Leute verstehen müssen, dass du, wenn du hart arbeitest, alles bekommst, was du willst. Work hard and play hard!

Bekommst du viele Gegenreaktionen auf die Bilder, die du postest?
Nicht wirklich. Es ist eher eine Mischung aus Bewunderung und Neid. Ich denke, die Leute haben kein gutes Bild von Reichen, deshalb nutzen sie soziale Medien wie Instagram, um ihren Hass zu verbreiten. Letzten Endes sehnen sie sich aber nach genau demselben Leben.

OK. Würde dich irgendwas davon abhalten, deine Bilder hochzuladen?
Vielleicht höre ich mit dem Hochladen auf. Auch wenn mir nie etwas Vergleichbares passiert ist, fängt die Sache mit Lord Aleem an, mich zu beunruhigen.