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„Ich bin ja echt kein Nazi, aber …”

Noch beunruhigender als die 38.000 Views auf diesem Video sind die Kommentare dazu. Hier ein kleines "Worst Of".
29.1.14

Vor wenigen Tagen machte ein Video die Runde, du hast es ganz bestimmt gesehen: Ein vollbärtiger Rapper, neben sich ein schwer besorgt dreinblickender Akustikgitarrist, mit Deutschlandbeflaggung gegen Übervölkerungsängste „zweitausendfürzen” ansingend—für die Kinder, für die deutsche Familie. Warum denkt denn nie jemand an die Kinder?

Noch beunruhigender als die mittlerweile über 33.000 Views auf YouTube ist nur, dass der Produzent des „Songs” einen ganzen YouTube-Kanal voll Rechtspopulismus im Angebot hat. Da das Beste an YouTube immer noch die Kommentare sind, haben wir uns mal unter besagtem Video für euch umgesehen und präsentieren hiermit die „geistreichsten” Wortmeldungen vom rechten Rand und von denjenigen, die sich selbst in der Mitte der Gesellschaft wägen—in aller Kürze kommentiert.

Frei nach dem Motto: „Ich bin kein Nazi, aber…” Womit dann alles gesagt wäre.

Was der Kommentar eigentlich meint: Ich schaffe es selbst nicht, meine eigene Meinung zu artikulieren, für mich sprechen lasse ich nur die anderen.

„Systempresse”? Die gab’s im diktatorisch gelenkten Schweinesystem bis 1945 schon zu genüge.

Das ist nicht der Wahrheit.

Das Volk zu den Waffen. Umsturz jetzt! Kommentarmasken zu Schwertern!

Die Rechten sind immer noch nicht rechts genug – so kann das mit dem 1000-jährigen Reich 2.0 sowieso nichts werden.

Slawische Ordnungshüter in deutschen Uniformen. Der doitsche Fisch stinkt vom Büttel her.

Ein Bericht aus dem Leben eines wahren Detuschen, dem die Rechtschreibung von kriminellen, integrationsunwilligen Ausländern geraubt wurde. Als Entschädigung wurde ihm vom Stadt ein Profil auf Google+ gestellt—in der Tat traurig.

Die investigative, unzensierte Facebook-Seite ist vermutlich ebenso objektiv-differenziert und mit inhaltlicher Tiefe gefüllt, wie die YouTube-Kommentarspalten und dieser Artikel. Warum Monika aber auf dem Netzwerk der imperialistischen Amerikaner ihre journalistische Flagge schwenkt, bleibt alleine ihr Geheimnis.

TAT-SACH-EN!! Die auf absoluten Zahlen, nicht auf Halbwissen beruhen. Ich liebe meine Heimat und die Popmusik rechtspopulistischer Gruppen.

Linke und ausländische Kommentare brutalstmöglich downvoten. #schauhin

Meine Kinder erben mein Weltbild—ob es ihnen passt oder nicht.

Hier liegt der Hund begraben: Nationalstolz ist nie geil.

Sven hat die Botschaft begriffen: man kann auch zwischen den Zeilen rechtes Gedankengut verbreiten. Die Anspielungen des Songs auf Zionismus und Judengold sind natürlich nur dem Reim geschuldet. Aber was meint Sven mit den „Ausengeländer”?

Nieder / mit der / internationalen / Solidarität (für nach 1945 Geborene, die per se nicht radikalisiert sein können.)

Nirgends wäre das YouTube-Kommentarfeature „Show less” besser angebracht, als bei diesem Schwammkopf.

Kriminelle und hoch ansteckende Menschen? Die im Kommentar erwähnte Studie würden wir gerne lesen. Wir vermuten, dass sie vom „Institut für Darf das Deutschland” stammt, weshalb in ihr alleine schon 67% mehr Körnchen Wahrheit als in anderen vergleichbaren Studien stecken müssen. Außerdem: lasst uns nicht mehr vom Krieg reden. Wobei: Deutschland als Einreiseziel für Krieg? Warum nicht!

Als Mitte der Gesellschaft teile ich nur 70% rechte Haltungen.

Der Germano meint: mit der richtigen Haartönung wird aus jedem Türken ein astreiner Arier.

Noch einmal zum Thema Beflaggung: die müsste natürlich kackbraun sein.

WAS IN GROSSBUCHSTABEN STEHT, STIMMT. ALLE BRÜDER UND SCHWESTERN ZU DEN TASTEN, DER WIDERSTAND FÄNGT AUF YOUTUBE AN.