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Wie zwei Hacker in L.A. einen Verkehrsinfarkt verursacht haben

Zur Unterstützung ihrer Gewerkschaft sollen zwei Beamte im August 2006 in das Steuerungssystem von Los Angeles eingedrungen sein und tagelangen Verkehrskollaps verursacht haben.
29.5.14

Deutsche Untertitel können im Video-Player unten rechts ausgewählt werden.

Erinnerst du dich an die Szene in The Italian Job, in der Michael Caines in das Computer-gesteuerte Verkehrssystem eindringt, um einen Verkehrsinfarkt zu verursachen, der ganz Turin lahmlegt? Dieses schöne Stück Kinogeschichte ist fast ein halbes Jahrhundert später in Los Angeles zur Realität geworden—abgesehen von der sich anschließenden filmreifen Verfolgungsjagd.

Im ersten Teil unserer dreiteiligen Serie „Phreaked Out“ gehen wir zurück in das Jahr 2006, als zwei Mitarbeiter der Verkehrsbehörde von L.A. angeblich einen Verkehrsinfarkt in jener Stadt verursacht haben, die gerne als Zentrum der Autokultur in den USA gesehen wird. Kartik Patel und Gabriel Murillo wurden beschuldigt aus der Ferne auf das System zugegriffen zu haben, welches die Ampeln der Stadt steuert. An vier zentralen Kreuzungen der Stadt sollen sie die Ampelphasen manipuliert haben—um die Proteste ihrer Gewerkschaft zu unterstützen.

Auch wenn es nicht viele Beweise und Spuren des Angriffs gab, so soll ihr Eingriff angeblich einen Verkehrsinfarkt verursacht haben, der über mehrere Tage anhielt. Im Jahr 2009 wurden Patel und Murillo schließlich verurteilt, auch wenn Patel uns gegenüber die Verantwortung für die Tat weiterhin abstritt. Der Vorfall im August 2006 hat in jedem Falle gezeigt, dass große moderne Metropolen bis zu einem gewissen Grad von Computer- und Internet-basierten Steuerungssystem abhängen, die anfällig für Angriffe sind.

Erst kürzlich hat ein Sicherheitsexperte gezeigt, dass das Verkehrssystem von New York mit Hilfe von weniger als 70 Euro teuerer Hardware manipuliert werden kann. Manche Hacker plädieren deshalb eindeutig dafür diese Sicherheitslücken früher oder später öffentlich zu machen, um die Hersteller und Verantwortlichen zur Verbesserung unserer Infrastruktur zu zwingen—glücklicherweise ging es in diesem Fall „nur“ um ein Ampelsystem, aber theoretisch gilt das ganze auch für die Wasserversorgung, Heiz- und Belüftungssysteme, für Dämme und für Kraftwerke.