Anzeige
Tech

Das Leben von Stephen Hawking in sieben Zitaten – und warum sie unvergesslich sind

Mit Stephen Hawking ist einer der größten Physiker und Popstars der Wissenschaft gestorben. Was er etwa über den Erstkontakt mit Aliens und Gottes Vorliebe zum Würfelspiel gesagt hat, ist einfach Gold wert.

von Martin Pfaffenzeller
14 März 2018, 12:45pm

Bild: Imago | Philip Toscano

Stephen Hawking war ein großartiger Physiker. Er berechnete zum Beispiel, dass wohl nicht alles, was in ein Schwarzes Loch fällt, auch verschwindet und dass theoretisch keine Information im Universum verloren geht. Auch lieferte er den Beweis, dass das Universum explosionsartig aus einem Zustand extrem dichter, heißer Strahlung und Energie entstanden ist.

Doch Hawking war auch ein Popstar, weil er komplizierte Dinge in einfachen Worten auf den Punkt brachte. Einige seiner Zitate sind unvergesslich, die besten davon lest ihr hier in deutscher Übersetzung. Rest in Peace, Stephen!

"Ich habe die letzten Jahrzehnte mit der Aussicht auf einen frühen Tod gelebt. Ich habe keine Angst zu sterben, aber ich habe keine Eile. Ich will vorher noch so viel machen."

Hawking war 21 Jahre alt, als Ärzte herausfanden, dass er an Amyotropher Lateralsklerose leidet, kurz ALS. Das ist eine unheilbare, langsam fortschreitende Lähmung der Bewegungsmuskulatur: Viele Patienten sterben innerhalb weniger Jahre, weil die Muskulatur der Lunge geschwächt ist. Nach Einschätzung der Experten hatte Hawking damals nur noch maximal drei Jahre zu leben. Sie hatten sich um 55 Jahre verrechnet.

Folgt Motherboard auf Facebook, Instagram, Snapchat und Twitter

"Wenn wir herausfinden, warum die Welt existiert, wäre das der ultimative Triumph der Vernunft – denn dann würden wir die Absicht Gottes kennen."

Diesem Ziel hat sich Hawking verschrieben. Das Wort Gott taucht immer wieder in seinen Schriften und Zitaten auf. Irgendwann sah sich Hawking genötigt zu erklären: "Was ich damals meinte, ist: Wir würden dann alles wissen, was Gott wüsste, wenn es ihn gäbe. Aber es gibt ihn nicht." Hawking bezeichnete sich selbst als Atheisten. Das führte oft zu Streit mit seiner ersten Frau, die gläubige Christin war. Sie verliebte sich schließlich in den Organisten ihres Kirchenchores, er in eine Pflegerin. Wenig später trennten sie sich.

Aliens, Gott und der Weltuntergang

"Ich will, dass meine Bücher im Flughafenkiosk verkauft werden."

Hawking wollte Laien für Physik faszinieren. Das ist ihm in "Eine kurze Geschichte der Zeit" geglückt: Mehr 10 Millionen Exemplare in über vierzig Sprachen verkauften die Buchhändler auf der ganzen Welt. Spötter bezeichneten das Werk als das "meistverkaufte ungelesene Buch seit der Bibel". Physiker und Feuilletonisten feierten das Buch hingegen.

"Einstein hatte Unrecht, als er sagte: 'Gott würfelt nicht.' Das Nachdenken über Schwarze Löcher legt aber nahe, dass Gott Würfel wirft. Und er verwirrt uns, indem er sie da hinwirft, wo man sie nicht sehen kann."

Dieses Zitat ist eine Attacke auf die allgemeine Relativitätstheorie von Albert Einstein. Sie besagt, dass das Universum Regeln gehorcht und dass es keine Zufälle gibt. Die Quantentheorie dagegen geht von Zufälligkeit aus. Hawking wollte beides zu einer "Theorie für alles" zusammenführen – gelungen ist ihm das aber nicht. Hawking erwartete die Entdeckung der allumfassenden Formel übrigens am Ende des 21. Jahrhunderts.

"Ich glaube, der Erstkontakt [mit Aliens] wäre ein Desaster. Die Außerirdischen wären uns wahrscheinlich weit überlegen. In der Geschichte unseres Planeten lief es immer unglücklich, wenn fortschrittliche Völker auf primitive stießen – und sie gehörten sogar derselben Spezies an. Ich glaube, wir sollten besser unentdeckt bleiben."

Hawking neigte dazu, den möglichen Weltuntergang herbeizureden. Er prophezeite oft das Ende der Menschheit, mal durch einen Atomkrieg oder genetisch modifizierte Viren, mal durch den Treibhauseffekt oder einen Meteoriteneinschlag. Deshalb plädierte Hawking für eine "Kolonialisierung" anderer Planeten, um das Überleben der Menschen zu sichern.

Zu Gast bei Star Trek und den Simpsons

"Der Nachteil daran, dass ich so berühmt bin, ist, dass nirgendwo hingehen kann ohne erkannt zu werden. Sonnenbrille und Perücke reichen nicht aus – der Rollstuhl verrät mich."

Man muss dazu sagen, dass Stephen Hawking auch seinen Teil dazu beigetragen hat, von jeder Menge Menschen auch außerhalb der Physiker-Szene erkannt zu werden. Als lebende Legende spielte er sich selbst in Gastrollen bei berühmten Serien. Hawking trat in Star Trek - The Next Generation, Big Bang Theory, The Simpsons und Futurama auf. Im Jahr 2014 erschien ein biographischer Kinofilm über ihn, The Theory of Everything. Die Hauptrolle spielte aber nicht er selbst, sondern Eddie Redmayne, der für diese Rolle den Oscar als bester Darsteller erhielt. Einen weiteren Auftritt hätte sich Hawking gewünscht: Im Interview mit dem Magazin Wired erzählt er im Jahr 2015, er wäre gerne mal James-Bond-Bösewicht: "Ich glaube, der Rollstuhl und die Computerstimme würden dazu gut passen."

"Selbstverständlich sollte jeder das Recht haben, sein Leben selbst zu beenden. Aber ich glaube, dass das ein großer Fehler wäre. So schlimm das Leben manchmal auch scheint, gibt es doch immer etwas, das man machen kann und worin man Erfolg haben kann. Solange es Leben gibt, gibt es Hoffnung."

Hawking hat sich von seiner Krankheit nie entmutigen lassen und Hunderttausende für die großen physikalischen Probleme begeistert. In der Nacht zum Mittwoch ist Stephen Hawking gestorben. Er wurde 76 Jahre alt.

Tagged:
Tech
Motherboard
Features
Weltraum
Physik
Stephen Hawking
astronomie
Schwarze Löcher