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Diese Frauen verwandeln Tentakelpornos in feministische Kunst

"Tentakelpornos zeigen eine Monsterkreatur, die sich Frauen mit Gewalt nimmt. So gesehen sind sie einfach eine andere Form von Vergewaltigung."

von Sofia Barrett-Ibarria
03 Oktober 2017, 1:15am

Für Mangakünstler Toshio Maeda entstand das moderne Genre des Tentakelpornos aus der Not heraus: Er versuchte damit kunstvoll, Japans strenge Zensurgesetze zu umgehen. In einem Interview von 2012 erklärte Maeda, dass "extreme" erotische Zeichnungen – oder Hentai – mit explizit illustrierten sexuellen Handlungen ihre Herausgeber hinter Gitter bringen konnten. Also kam er auf die Idee, Tentakel statt männlicher Genitalien zu zeichnen. Tentakel "sind wie Hände und Beine oder wie, äh, einfach andere Körperteile. Es ist also OK, sie zu verwenden", erklärte er.

Durch diesen Einfall gewann er unter Hentai-Konsumenten als selbsternannter "Tentacle-Master" viele Fans. Jetzt hat sich allerdings eine neue Garde Illustratorinnen und Pornoproduzentinnen daran gemacht, dem von Männern dominierten Genre die aggressive Vergewaltigungsästhetik und festgefahrenen Geschlechterklischees auszutreiben.

Tentakelpornos in Maedas Tradition finden sich auf diversen NSFW Tumblr-Blogs wie Monsters and Tentacles, BDSM And Tentacle Porn, Pussy And Tentacles und vielen, vielen mehr. Maeda mag zwar als moderner Pionier des Genres gelten, aber die Geschichte der Tentakelerotik lässt sich bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts zurückverfolgen – zum berühmten Farbholzschnitt Der Traum der Fischersfrau des japanischen Malers Katsushika Hokusai. Darauf ist eine Frau in einem sexuellen Akt mit zwei oktopusartigen Meereskreaturen dargestellt. Das Werk gilt gemeinhin als eines der frühesten Beispiele für Tentakelerotika.

Die darauf dargestellte Ménage-à-trois zwischen Mensch und Tier lässt sich als einvernehmlich interpretieren. Im Zusammenhang mit modernen Vertreter des Tentakel-Hentais hingegen fällt oft die Bezeichnung "tentacle rape".

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