Zwölf smarte Facebook-Tricks, die jeder kennen sollte
Foto: Imago/Rene Traut
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Zwölf smarte Facebook-Tricks, die jeder kennen sollte

Facebook kann deutlich mehr, als ihr glaubt. So holt ihr alles aus dem Netzwerk raus.
27 Juli 2017, 10:24am

Für viele ist es unvorstellbar, ohne Facebook zu leben. Schließlich findet dort ein guter Teil des digitalen Alltags statt. Die wenigsten wissen dabei, dass das größte soziale Netzwerk der Welt viel mehr Möglichkeiten bietet, als Bilder zu posten, zu chatten, Statusmeldungen zu texten und zu kommentieren.

Facebook besitzt so einige Funktionen, die viele Nutzer ignorieren oder einfach übersehen. Dabei sind es gerade diese, die Facebook für euch deutlich angenehmer, spannender und sicherer gestalten. Sowohl versteckte Facebook-Funktionen als auch praktische Tools von externen Anbietern helfen euch, eure Privatsphäre besser zu schützen und den Facebook-Servern den stetig fließenden Datenhahn zuzudrehen, wenn ihr möchtet. Gleichzeitig erlauben sie es euch, den immensen Datenschatz von Facebook anzuzapfen und für eure Zwecke zu nutzen.

Graph Search: Lernt eure Freunde besser kennen, als euch lieb ist

Nur wenige werden sich an Graph Search erinnern, eine semantische Suchmaschine, die Facebook im Mai 2013 einführte. Ein mächtiges wie unheimliches Tool, dessen unzählige Möglichkeiten Facebook nach dem Protest von Datenschützern 2014 anpasste - und "entschärfte". Was viele nicht wissen: Die unzähligen wie mächtigen Funktionen der semantischen Suche sind noch immer vorhanden - und für jeden Facebook-User nutzbar.

Zum Beispiel über die Weboberfläche des niederländischen Daten-Journalist Henk van Ess Graph.tips. Die sieht zwar hässlich aus, hat aber einen guten Teil der Graph-Search-Funktionalität restauriert:

Mit der Facebook-ID, die sich über den Namen in der Profil-URL ermitteln lässt, könnt ihr euch hier anzeigen lassen, was eine Person geliked hat, auf welchen Fotos sie zu sehen ist, welche Orte sie besuchte oder in welchen Restaurants sie war. Creepy? Sicher. Aber: Auch Orte, Vereine und Institutionen haben auf Facebook IDs.

So könnt ihr in Erfahrung bringen: Wer von euren Freunden war zuletzt in der Kneipe zu Gast, wo sich der Reichsbürgerstammtisch trifft. Wer war am Wochenende im Club, den jeder so hasst, und wer hat Xavier Naidoo oder PEGIDA geliked? Wenn ihr die Funktionen clever verknüpft, ist es ein Kinderspiel herauszufinden, wer von euren Freunden oder auch fremden Personen welche geheimen Vorlieben hat.

StalkScan: Kontrolliert, was andere auf Facebook über euch herausfinden

Als eine Art Gegenthese zu Graph.tips funktioniert hingegen die Website StalkScan des Belgiers Inti De Ceukelaire, der sich selbst als ethischen Hacker bezeichnet. Hier könnt ihr ebenfalls über die Facebook-ID recht bequem auskundschaften, was alles von euch selbst oder anderen Nutzern mehr oder minder öffentlich ist.

Selbst wenn euer Account durch die Privatsphäre-Einstellungen gut abgesichert scheint, kann das noch eine Menge sein. Mit wenigen Klicks lassen sich auf StalkScan Kommilitonen, Schul- und Klassenkameraden, Kollegen und Familienangehörige herausfinden. In einer Übersicht können alle Bilder und Videos angezeigt werden, die hochgeladen oder auch geliked und kommentiert wurden. Das gleiche gilt für Filme, Musik, Bücher und Orte. „Oh, die Fotos dieser Freundin liked er aber oft!" oder „Ach, und warum hat er plötzlich Angestellte unserer Konkurrenzfirma als Freunde hinzugefügt?" Ihr seht, wohin das führt.

Screenshot: Stalkscan.com

Ebenso könnt ihr aber auch Ereignisse und Veranstaltungen in die Übersicht holen, die von einer Person besucht wurden oder deren Besuch in der Zukunft noch geplant ist. Diese Informationen lassen sich sogar noch nach Jahreszahlen oder dem Alter des Facebook-Nutzers filtern. StalkScan trägt seinen Namen wirklich zu recht.

Mit den sensiblen Infos lassen sich im Zweifelsfall komplette Persönlichkeitsprofile erstellen. Aber zumindest den Facebook-Richtlinien nach ist der Service kein Problem. Immerhin: Er ist auch ein guter Selbstcheck, um anschließend nochmal die Privatsphären-Einstellungen anzupassen. Ebenso könnt ihr euch vergewissern, wie fleißig Facebook Daten sammelt und, wenn ihr mögt, darüber nachgrübeln, welche persönlichen Informationen wirklich auf Facebook „gehören".

Der ultimative Vergleich: Was habe ich mit anderen Facebook-Nutzern gemeinsam?

Auf der Seite Inteltechniques.com findet ihr viele Funktionen, die auch StalkScan bietet, aber mit einer anderen Oberfläche, die euch vielleicht mehr zusagt als die von StalkCan. Darüber hinaus könnt hier ihr zwei beliebige Profile miteinander vergleichen. Das geht zum Beispiel in Bezug auf "gemeinsame Likes", "gemeinsame Gruppen" oder "gemeinsame Veranstaltungen".

Ihr wollt nicht, dass eure Freunde euch ständig kontrollieren? So werdet ihr auf Facebook zum Geist

Bild: Screenshot Facebook Chat Privacy

Der Facebook Chat und Messenger werden von vielen ebenso häufig genutzt wie WhatsApp. Für einige ist es gar der Hauptkommunikationskanal. Wie bei WhatsApp wird auch hier mit einem kleinen Haken samt „Gesehen"-Notiz angezeigt, wenn jemand eine Nachricht empfangen hat – oder zumindest haben sollte. Diese Lesebestätigung ist nicht immer angenehm. Denn sie erzeugt Reaktionsdruck. Man fühlt sich gedrängt zu antworten und das Gegenüber ist verunsichert, wenn man es nicht tut.

Behilflich sind da folgende Browser-Plugins: Unseen für Chrome, Unseen für Firefox und Facebook Chat Privacy für Chrome blockieren die "Gesehen"-Funktionalität auf Wunsch sowohl für den Chat als auch den Messenger. Facebook übermittelt dann nicht mehr, dass oder wann eine Nachricht abgerufen wurde - und auch nicht, wenn etwas in die Chat-Zeile eingegeben wird. Wann ihr zuletzt online wart, können eure Kontakte ebenfalls nicht mehr nachvollziehen.

Ihr selbst könnt dabei nach wie vor sehen, wann jemand eure Nachrichten gelesen hat - natürlich vorausgesetzt, dass euer Gegenüber nicht auch Unseen installiert hat. Praktischerweise müsst ihr Unseen für euer Smartphone nicht noch einmal extra installieren.

Nur für einzelne Personen unsichtbar werden? Kein Problem!

Bild: Screenshot Facebook

Wenn ihr mögt, könnt ihr auf Facebook aber auch mehr oder minder unsichtbar werden – ganz ohne Plugins. Möchte man Kontakt mit einzelnen Personen vermeiden, kann man im Chat-Fenster die Chat-Funktion für einzelne Freunde deaktivieren. Für diese wird man dann stetig als offline angezeigt. Man gelangt zu der entsprechenden Einstellung über das kleine Zahnrad rechts unten in der Chatleiste und dann über "erweiterte Einstellungen…".

Man kann auf diese Weise auch gleich mehreren Personen aus dem Weg gehen. Sollten es wirklich sehr viele sein, empfiehlt es sich, über den Punkt "Freundesliste" in der linken Sidebar eine neue Liste mit allen "unerwünschten" Kontakten zu erstellen. In den Einstellungen der Chat-Sidebar kann man dann mit einem Klick die gesamte Liste blockieren. Schon ist Ruhe.

Unerwünschter Besuch? So seht ihr, ob jemand in eurem Account gestöbert hat

Bild: Screenshot Facebook

„Hey Leute, mein Account wurde gehackt." Diese oder ähnliche Nachrichten werden sicherlich schon so einige als Statusmeldung eines Facebook-Freundes gesehen haben. Denn Facebook-Accounts zu knacken, scheint - warum auch immer - ein Volkssport zu sein.

Wer das miese Gefühl hat, dass sich jemand anderes im eigenen Facebook-Konto rumtreibt, kann das allerdings recht leicht überprüfen. Unter "Einstellungen" im Drop-Down-Menü oben rechts und anschließend "Sicherheit & Login" lässt sich nachschauen, wann, an welchem Ort - die Genauigkeit lässt dabei manchmal zu wünschen übrig - und mit welchem Gerät zuletzt ein Login in deinen Account stattgefunden hat. Ist dort ein Windows-Rechner gelistet, obwohl man mit einem Mac arbeitet, dann stimmt wohl etwas nicht. Wer unsicher ist, der kann dort auch gleich einen Alarm dafür einrichten, wenn ein Login von einem bislang unbekannten Ort und Gerät stattfindet.

Diese Plugins verhindern, dass Facebook dich außerhalb des Netzwerks ausspäht

Facebook ist im Internet allgegenwärtig. Denn mittlerweile hat so ziemlich jede Website auf irgendeine Weise Facebook integriert. Sei es ein „Teile auf Facebook"- und Like-Button oder auch die direkt auf der Seite eingebundene Kommentarfunktion, deren Inhalt unmittelbar auf dem auf Facebook verlinkten Artikel gespiegelt wird. Das ist nicht nur aufdringlich, sondern eigentlich auch eine Datenschutzkatastrophe. Denn egal ob man diese klickt und nutzt: Facebook trackt, wann ihr wo auf welchen Seiten herumsurft.

Es ist eine digitale Brotkrumenspur. Allerdings lässt sich diese zumindest teilweise verhindern. Nämlich mit Plugins wie Disconnect für Firefox, Chrome, Safari, Opera und iOS- und Android-Geräte. Was Disconnect kann? Es blockiert pauschal alle Scripte von Facebook – aber auch Twitter und anderen Social-Networks –, die auf externen Seiten eingebunden sind. Sie werden also erst gar nicht geladen und können damit auch keine Daten sammeln. Entzückender Zusatzeffekt: Viele Websites laden dank des Plugins sogar schneller und laufen stabiler.

Ganz ähnlich funktionieren auch andere Plugins wie Social Disconnect Plus für Firefox und Chrome oder auch Disconnect for Facebook. Ein mächtiges und für viele Browser verfügbares Plugin ist auch Ghostery. Das registriert und zeigt an, welche Dienste auf einer Website private Daten sammeln und potentiell speichern. Diese können in Ghostery dann selektiv geblockt oder genehmigt werden. Ebenso lassen sich Social-Media-Funktionen wie Facebook-Kommentarspalten oder eingebundene Tweets mit einem „Click to Play"-Mechanismus unter Vorbehalt anzeigen und anschalten.

Aber Obacht: Der Ghostery-Entwickler Cliqz sammelt selbst Daten, die unter anderem für Studien an Universitäten weitergegeben werden. Zudem arbeitet der Entwickler mit Vereinigungen der Werbewirtschaft zusammen.

Dieses Game kennt niemand: So findet ihr das versteckte Spiele im Messenger

Wer alt genug ist, dass er mal mit Microsoft Office arbeiten musste, der erinnert sich sicher noch: In Excel 97 hatten die Entwickler einen Flugsimulator versteckt, in Word97 einen Flipper. Ganz ähnliches haben auch die Facebook-Macher immer mal wieder getan.

Im Messenger für iOS oder Android genügt es, aus der Emoji-Sammlung einen Fußball an einen Freund zu senden. Damit wird dann ein ganz einfaches, aber durchaus unterhaltsames Fußball-Jonglierspiel aktiviert.

Um es zu starten, muss nur noch kurz auf das Emoji getippt werden, und der Bildschirm springt zu einer neuen Oberfläche. Anschließend lasst ihr mit einem Fingertippen einen Ball hochgeschnellen, den ihr dann mit flinken Fingerbewegungen in der Luft halten müsst. Echt nicht einfach und daher großartig, um mit den Freunden um Highscores zu streiten.

Die große Daten-Inventur: So holt ihr euch all eure Facebook-Daten

Bild: Screenshot Facebook

Hier ein Bild, da eine Statusmeldung oder ein Video: Wenn ihr schon einige Jahre bei Facebook seid, habt ihr auch schon eine Unmenge an Daten abgekippt. Einen Überblick darüber, was alles auf den Servern des Social-Network lagert? Den hat wohl niemand. Allerdings habt ihr seit 2011 die Möglichkeit, ein Abbild aller eurer Facebook-Daten zu herunterzuladen. Sich die Daten zu holen, geht ganz simpel: Einfach auf "Einstellungen" gehen, dort Kontoeinstellungen wählen und dann "Eine Kopie deiner Facebook-Daten herunterladen" und "Mein Archiv aufbauen" wählen. Die Möglichkeit, nur Bilder oder Videos herunterzuladen, die gibt es leider nicht. Bis die Daten zum Download bereit stehen, kann es einige Stunden dauern. Per Email werdet ihr informiert, wenn das Archiv fertig ist.

Hier siehst du bei Facebook, was gerade live ist

Bild: Screenshot Facebook

Wenn etwas auf der Welt passiert, dann kann man sicher sein, dass es auch auf Facebook stattfindet. Immer öfter auch als Live-Video. Nur: Diese zu finden, scheint nicht immer ganz einfach. Ist es aber eigentlich schon. Denn es gibt die sogenannte Facebook Live Map. Die kennen nur wenige, da sie nicht groß beworben wird. Auf der Live Map wird ganz übersichtlich auf einer minimalistischen Weltkarte angezeigt, von wo gerade öffentliche Live-Videos gestreamt werden.

Das sind sowohl Streams von Privatpersonen, die der Welt etwas zeigen wollen. Aber auch Medienunternehmen, Sportvereine oder auch mal Regierungsstellen. Da gibt's eine Tanzvorstellung einer Hobby-Entertainerin aus Japan, einen Bogenschießwettbewerb in Niederbayern, eine Stadtführung in Shanghai oder eine in Moskau live abgefilmte Kinovorstellung von Guardians of the Galaxy 2 mit russischen Untertiteln.

Bei Großveranstaltungen wie Konzerten oder wichtigen Ereignissen wie dem G20 sieht man gerne Dutzende bis Hunderte Streams in Form von blauen Punkten an einem Ort zusammengeballt. Je größer der blaue Punkt, umso mehr Zuschauer hat ein Stream gerade. Blaue Linien zeigen wiederum, in welchem Land und welcher Stadt die bisherigen Zuschauer sitzen. Facebook Live Map erlaubt es damit unkompliziert, sich ein und dieselbe Situation aus verschiedensten Blickwinkeln anzuschauen.

Übersicht bewahren in der Hektik von Facebook: So speichert ihr Posts für später

Bild: Screenshot Facebook

Folgendes ist euch sicher auch schon passiert, oder? Beim Surfen auf der Arbeit stolpert ihr über einen interessanten Facebook-Beitrag, habt aber gerade keine Zeit, um ihn zu lesen oder ausführlich zu beantworten. Also versucht ihr, es euch zu merken. Zu Hause findet ihr den Beitrag aber nicht mehr oder habt ihn völlig vergessen – was euch natürlich erst nach einer Woche einfällt. Wäre da nicht eine Bookmark- oder Merkfunktion perfekt? Ja, und die gibt's. Sie wird bloß kaum genutzt.

Direkt neben jedem Beitrag auf Facebook findet sich in der rechten oberen Ecke ein kleiner Pfeil. Wird der angeblickt, öffnet sich ein Menü. Über dieses lassen sich Posts verstecken und melden, Benachrichtigungen zu bestimmten Themen oder von Facebook-Kanälen abbestellen oder: Genau, ein Beitrag für später speichern.

Sobald man erstmals einen Post auf diese Weise gespeichert hat, taucht auf der Startseite auch das lange rote Lesezeichen - und zwar links in der Sidebar, wo sich auch Events und Gruppen finden. Dort finden sich zukünftig alle gespeicherte Beiträge samt der Angabe, wann man sie sich hat merken lassen. Eine großartige Funktion – zumindest, wenn man regelmäßig in den Bookmark-Ordner reinschaut!

Shortcuts machen euch das Leben leichter - auch auf Facebook!

Ja, Shortcuts. Jeder hat irgendwie im Hinterkopf, dass es diese cleveren Tastenkombinationen gibt. Aber keiner kommt auf die Idee, sie zu nutzen oder herauszusuchen, bevor man sie vor die Nase gehalten und gesagt bekommt, dass sie das Leben einfacher machen.

Daher: Auch bei Facebook gibt es Shortcuts, die eine Menge an Klickerei und Mausgewische ersparen. Mit Strg + Alt und 4 gelangt ihr direkt in den Posteingang, mit Strg + Alt und 5 unmittelbar zu den Benachrichtigungen. Und im Messenger reicht Strg + und G um die Suche zu aktivieren. Eine komplette und stets aktuelle Liste aller Shortcuts gibt es natürlich bei Facebook selbst.