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barton unleashed

Joey Bartons Wechsel zu den Rangers könnte den Weltfrieden bedrohen

Der vorbestrafte Hitzkopf schien bei Burnley endlich zur Ruhe gekommen zu sein. Doch jetzt, wo er gegen Celtic in den Krieg ziehen wird, ist klar: Es war die Ruhe vor dem Sturm.

von Will Magee
25 Mai 2016, 12:18pm

PA Images

Um Joey Barton ist es verdammt ruhig geworden. Der Hitzkopf, der in seiner langen Karriere schon für einige Vereine den Ellbogen geschwungen und das Bein Richtung gegnerisches Schienbein ausgefahren hat, hat seit gefühlten Ewigkeiten keinen Skandal mehr ausgelöst. Der Mann, der schon zweimal wegen Körperverletzung verurteilt wurde (darunter ein Angriff gegen Ex-City-Mitspieler Ousmane Dabo, den Barton im Training bewusstlos schlug), scheint endlich zur Ruhe gekommen zu sein. Der Mann, der nach roter Karte wegen Tätlichkeit einfach noch eine Tätlichkeit begangen hat, scheint bei Burnley zur Vernunft gekommen zu sein.

Denn in seinem einen Jahr Nordwestengland hat Barton nicht nur sehr gute Leistungen gezeigt und die Mannschaft von der Championship in die Premier League geführt, sondern sich auch keinen einzigen Platzverweis geleistet.

Was wurde aus dem Teufelskerl, der seinem Gegner auch schon mal die Faust in die Magengrube jagt? Hat er es mit Zen-Meditation probiert? Fährt er nach dem Training noch ins Boxstudio, um sich dort abzureagieren? Egal, was es war: Es war nur die Ruhe vor dem Sturm. Und der wird gewaltig, ein Hurrikan ungeahnten Ausmaßes. Der alles in seiner Bahn zerstören wird. Und die Schuld dafür ist in Schottland zu suchen.

Er kann so brav aussehen. Foto: PA Images

Denn laut BBC-Informationen hat Joey Barton bei den Glasgow Rangers unterschrieben. Barton selbst hat getweetet, dass ihm eine neue Herausforderung angeboten wurde, „die das ehrgeizige Tier in ihm nicht ausschlagen konnte". OK, das war's dann wohl. Lasst uns geordnet Richtung Atombunker marschieren, denn die Welt steht kurz vor dem nächsten totalen Krieg.

Von außen betrachtet ist der Barton-Deal für die Rangers eine gute Nachricht. Die Gesamtqualität der zweithöchsten englischen Spielklasse ist deutlich höher als die der ersten schottischen Liga (SPL). Darum wird Barton sein neues Team auf der linken Seite definitiv verstärken können. Trotzdem ist sein Wechsel zu Glasgow einfach nur furchterregend.

Ibrox, die Spielstätte der Rangers, ist genau die Art von Milieu, die seinen inneren Teufel wieder wachküssen wird. Mit seiner Atmosphäre einer Gladiatorenarena und der Ästhetik eines sowjetischen Riesenknasts ist das Stadion in Sachen Emotionen und Intensität einfach unwiderstehlich. Die Rangers wollen es in ihrer ersten SPL-Saison seit Jahren allen beweisen und Barton wird ohne Frage kopfüber in den wilden Strudel springen.

Malt euch einfach nur sein erstes Old-Firm-Derby aus. Stellt euch vor, wie Barton mit Celtic-Raubein Scott Brown zusammenstoßen wird. Zwei unbändige Geister, die aufeinander treffen; zwei Irre, die auf dem Platz einen Kampf um Leben und Tod austragen werden. Der bloße Gedanke, wie sich die beiden auf dem Rasen des Ibrox ein Stare-Down-Duell liefern, bevor die Fäuste (respektive Ellbogen) fliegen, lässt einem das Blut in den Adern gefrieren. Nachdem wir die unaussprechlichen Gräueltaten mitansehen mussten, die die beiden sich gegenseitig angetan haben, werden wir nie wieder so sein wie vorher.

Stellt euch jetzt Joey Barton vor—den gewalt(ät)igen Wirbelwind aus Ellbogen, Kopfnüssen und Blutgrätschen—, wie er seine Gegner zermürbt. Und in der 90. Minute im Celtic Park das Siegtor für die Rangers schießt, bevor er vom Platz fliegt, weil er Brendan Rodgers herzhaft in die Nippel gekniffen hat. Er hat das Zeug zum neuen El Hadji Diouf—ein Mann, den die Gegner der Rangers lieben werden zu hassen.

Barton ist nie unparteiisch. Er spielt, als sei er selber ein Fan, und saugt deren Geist und Emotionen auf. Wenn er in Richtung Ränge schaut und Tausende glühende „Gers" erblickt, die ihren Hitzkopf nach vorne peitschen, ist es gut möglich, dass schreckliche Dinge passieren werden. Genau das ist es, was Bartons Zeit bei den Rangers so unendlich sehenswert machen wird: die Wahrscheinlichkeit, dass er minderschwere diplomatische Verwicklungen vom Zaun brechen wird. Oder vielleicht sogar einen Nuklearschlag. Bei Barton weiß man einfach nie.

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