Grünen-Politiker steckt Fluß in Brand, um gegen Fracking zu protestieren
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Grünen-Politiker steckt Fluß in Brand, um gegen Fracking zu protestieren

„Unbelievalble, a River on Fire“, ruft der australische Politiker überrascht, während sich neben seinem Boot das Methan-Gas entzündet.
25.4.16

„Unbelievable, a River on Fire"; wohl noch nie klang dieser Satz so spektakulär wie aus dem Mund des australischen Grünen-Politikers Jeremy Buckingham—nicht zuletzt, weil er das Wort Feuer mit einem unverkennbaren Down-Under-Akzent in ein formschönes „Fooirre" verwandelt.

Was den 42-Jährigen so erschreckt hatte? Nur mit einem Grillanzünder bewaffnet war es ihm gelungen, die Oberfläche des Condamine Rivers in Brand zu setzen. Die Flammen schlugen schnell hoch und breiteten sich um das kleine Boot herum aus, mit dem Buckingham zusammen mit einem Begleiter auf dem ziemlich friedlich aussehenden schmalen Fluss herumdümpelte.

Buckingham konnte das Feuer der besonderen Art entzünden, da aus der Erde unter dem Fluss Methan nach oben tritt. Tatsächlich sind in dem Video mehrere kleinere sprudelnde Stellen in dem ansonsten ruhig fließenden Gewässer zu sehen. Der Grund für das Methan-Leck jedoch ist umstritten: In seinem am Freitag hochgeladenen Video legt Buckingham nahe, dass eine Fracking-Anlage, die nur einen Kilometer entfernt liege, für die Brennbarkeit des Wassers verantwortlich sei. Der Grünen-Politiker kritisiert schon seit mehreren Jahren die in Australien expandierende Fracking-Industrie. Zusammen mit Aborigenees und Umweltverbänden versucht er auf mögliche gesundheitliche Folgen für Bewohner und Umwelt in den Gebieten, in denen Fracking stattfindet, aufmerksam zu machen.

Die staatliche Forschungsbehörde CSIRO dagegen hält einen Zusammenhang zwischen Fracking und dem austretenden Methan-Gas für „unwahrscheinlich", wie Professor Barret gegenüber dem Guardian erklärte. „Die Anwesenheit der [Fracking]-Industrie hier ist nicht für die Risse verantwortlich, die existieren hier schon seit Ewigkeiten. Das Gas kommt an dieser Stelle vermutlich schon aus dem Boden seit hier Menschen leben."

In der Diskussion um die möglichen Gefahren von Fracking entbrennt immer wieder Streit um die Frage, ob die Fördermethode eine zusätzliche Methan-Belastung verursacht, oder ob das in Proben gefundene Methan natürlichen Ursprungs ist. So stellten Wissenschaftler in den US-Bundesstaaten Pennsylvania und Texas fest, dass Trinkwasserbrunnen in Fracking-Gebieten durchaus mit Methan kontaminiert worden seien. In manchen Fällen waren daran die Bohrungen Schuld, in anderen jedoch natürliche geologische und chemische Prozesse unterhalb der Erdoberfläche.

Unabhängig von der Frage, was den Methan-Austritt im Condamine River verursachte, hat Jeremy Buckingham eines erreicht: Der kleine Fluss im Osten Australiens ist nun weltberühmt, nachdem sein Video in nur drei Tagen fast 3,5 Millionen mal auf Facebook angesehen wurde.