Norwegische Arbeiter lieben Aufputschmittel

Amphetamine sind in der kapitalistischen Verwertungskette angekommen.

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06 Juni 2015, 4:00am

Illustration von Ole Tillmann

Allgemein geht man bei Konsumenten harter Drogen von Menschen aus gefährdeten Bevölkerungsgruppen aus. Hinzu kommen, wie man in Skandinavien allgemein annimmt, Studenten und Discogänger als Amphetaminkonsumenten. Doch eine neue Studie der Universität Oslo zeigt, dass Arbeiter wie Schreiner, Maurer und Fischer ebenfalls häufig Aufputschmittel nehmen—und zwar einfach, um lange Arbeitstage durchzuhalten.

Auch wenn die Studie für Norwegen neue Erkenntnisse gebracht hat, weiß man schon länger von Drogenkonsum in handwerklichen Berufen. Thailändische Arbeiter etwa nehmen während langer Schichten Yaba, das Metamphetamin enthält.

Die befragten Amphetaminkonsumenten—alle in Handwerksberufen—erklärten, die Droge helfe ihnen dabei, die Belastung und Eintönigkeit ihrer ermüdenden Jobs besser durchzustehen. Laut Sveinung Sandberg, der die Studie mit Willy Pedersen verfasste, bildet die Überzeugung vom Wert harter Arbeit dafür die Grundlage.

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