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Ein IS-Fan hat vier Menschen in der Regionalbahn mit einer Axt schwer verletzt

Der 17-jährige Asylbewerber aus Afghanistan hatte offenbar eine handgemachte Flagge der Terrororganisation zu Hause.

von VICE Staff
19 Juli 2016, 6:27am

Foto: imago | JOKER

Ein 17-Jähriger hat gestern Abend in einem Regionalexpress bei Würzburg Passagiere mit einer Axt und einem Messer angegriffen und dabei vier Menschen schwer, einen weiteren Passagier leicht verletzt. Als der Zug in einem Würzburger Vorort zum Stehen kam, floh der Täter in den Ort. Ein Sondereinsatzkommando (SEK), das sich zufällig in der Gegend befand, stellte den Angreifer schließlich. Als er sie mit seinen Waffen angriff, erschossen die Beamten den Jugendlichen.

Der 17-Jährige war als unbegleiteter minderjähriger Asylbewerber aus Afghanistan nach Deutschland gekommen und lebte seit einigen Monaten bei einer Pflegefamilie. Der bayerische Innenminister Joachim Herrmann (CSU) teilte heute morgen mit, dass bei ihm zu Hause eine "handgemalte IS-Flagge" gefunden worden sei. Auf einen islamistischen Hintergrund der Tat wollte Herrmann sich trotzdem nicht festlegen. Ein Zeuge berichtete allerdings, der Täter habe "Allahu akbar" gerufen—"Allah ist groß".

Vier der Opfer stammen offenbar aus Hongkong. Laut der South China Morning Post soll es sich um eine Familie handeln: einen 62-jährigen Vater, die 58-jährige Mutter, die 27-jährige Tochter und deren 31-jährigen Freund. Die beiden Männer hätten versucht, die Frauen zu beschützen, berichtet die Zeitung, und seien dabei schwer verletzt worden. Der 17-jährige Sohn des Ehepaars soll ebenfalls im Zug gewesen sein, er wurde offenbar aber nicht verletzt.

In Deutschland wäre das der zweite bekannte Fall eines Einzeltäters, der sich möglicherweise vom IS inspirieren ließ. Ende Februar hatte die 15-jährige Schülerin Safia S. einen Bundespolizisten am Hauptbahnhof von Hannover unvermittelt ein Gemüsemesser in den Hals gerammt. Später wurde der Verdacht laut, dass das Mädchen in die Türkei gereist war, um Kontakt mit dem Islamischen Staat aufzunehmen und dort womöglich zu der Tat angestiftet worden sein könnte.

Andererseits wäre es auch nicht das erste Mal, dass ein geistig Verwirrter Menschen in der Bahn mit einem Messer angreift. Erst vor zwei Monaten hatte ein 27-Jähriger aus Gießen mehrere Menschen in einer Münchner S-Bahn angegriffen, einen 56-jährigen Passagier getötet und vier weitere lebensgefährlich verletzt. Auch dieser Angreifer soll "Allahu akbar" gerufen haben, ansonsten hatte es keine weiteren Anzeichen auf eine islamistische Motivation gegeben. Die ersten Untersuchungen sprachen allerdings dafür, dass der Mann nur vermindert schuldfähig sei.

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